Steemit: Interessant für Blogger aber nichts für Altcoininvestoren

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Wie versprochen widme ich meinen heutigen Beitrag der Social-Media-Blockchain-Plattform Steemit. Steemit erreichte aus zwei Gründen enorm hohes Interesse in der Community. Zunächst einmal durch den nahezu beispiellosen Kursanstieg von Null auf 400 Millionen Dollar von April bis zum Juli (Aktuell immer noch 164 Millionen Dollar). Und dann auch durch die enorm hohe Vergütung von Beiträgen auf der Steemit-Plattform. So sind meine Blogger-Kollegen haufenweise zu Steemit gewechselt, wo sie oft ihre Beiträge spiegeln, und kassieren je Upvote (wie „Daumen hoch“ bei Facebook“) sehr gutes Geld in Form von mehreren Dollar. Man bekommt also Geld für erstellte Inhalte, welches bisher in dieser Höhe gar nicht möglich gewesen war. Meine Kollegen vom BTC-Echo haben das hier sehr gut und detailliert erklärt. Und hier gibt es nichts zu rütteln, das funktioniert sehr gut und bereits jetzt weist Steemit eine enorme Inhaltsfülle auf, weit über Kryptowährungen hinaus. Das ewige Dilemma des Internetschreibers meist nur Brosamen für seinen Content zu erhalten scheint mit Steemit ein Ende gefunden zu haben.

Nun kommen wir aber zur Kehrseite der Medaille. Weil: Irgendwo muss das viele Geld ja herkommen! Wie konnte Steem denn auf eine Markkapitalisierung von über 400 Millionen Dollar hochschießen? Aceofwallstreet hat in einem sehr lesenswerten Beitrag die vielen Ungereimtheiten auch zum vermeintlich fairen Start ohne Premining beschrieben. Auch diese Seite belegt, dass sich Steem weitgehend zentralisiert in der Hand einiger weniger Wale befindet. Kritiker gehen also von folgender Taktik aus: Zunächst mit wenig Volumen den Preis an den Altcoinbörsen hochschieben, indem Pakete von einem Wal zum anderen Wal verkauft werden (Vergleichbar Rubycoin und viele weitere Alts). Danach sehr grosszügig weiterverteilen (hier über Content) so dass die Plattform immer mehr Nutzer und Interesse auf sich zieht, wodurch sich auch eine gewisse Käuferschicht zu den erhöhten Preisen findet.

Und dann: Abverkaufen!

Fazit: Der letzte Abschnitt mag zu drastisch sein. Es handelt sich hier um Vermutungen, die sich auf einige Indizien stützen. Dennoch rate ich zur Vorsicht, für mich ist Steem(it)absolut kein Investment und ich gehe von weiter sinkenden Kursen aus. Anders sieht es natürlich für Blogger aus, die Plattform bietet aktuell viel Geld für den Content und das sollte man mitnehmen.

Poloniex: Umtauschmöglichkeit für DAO in Ethereum

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Die größte und bedeutendste Altcoinbörse Poloniex bietet jetzt den Umtausch von „The DAO“ in Ethereum (ETH) an. Dieser Umtausch ist selbstverständlich auch über die Mist-Wallet und andere ETH-Clients möglich. Und von dort auch sicherer, allerdings auch schwieriger, was diese Anleitung zum Umtausch von DAO bei Mist zeigt. Poloniex hat das sehr komfortabel und selbsterklärend gelöst. Dazu muss man sich lediglich hier einloggen: https://poloniex.com/dao/ und die Anzahl an DAO zum Umtausch in Ethereum eingeben:
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Für 1000 DAO erhält man 10 Ethereum (ETH). Das funktioniert sehr einfach und ist kostenfrei. Wichtig ist natürlich, dass Poloniex nur DAO-Kontrakte umtauschen kann, welche sich in der Wallet bei Poloniex befinden. Der Umtausch ist nach wenigen Minuten erfolgt. Freilich empfiehlt sich bei Poloniex nicht zuviel Ethereum auf Dauer zu lassen (siehe Bitfinex). Lieber auf der eigenen Wallet wie Mist oder als Paper-Wallet.

Noch ein paar Worte zu Ethereum Classic (ETC): Zunächst einmal hier eine Anleitung wie man umsonst an Ethereum Classic kommen kann, sofern man Pre-Fork Ethereum besessen hat. Das funktioniert aber nur bei Pre-Fork Ethereum nicht beim DAO. Wer DAO besitzt wird kein ETC erhalten weil der DAO dort noch ohne Bailout existiert, also quasi leergeräumt bzw. sich im Würgegriff des Hackers befindet. Hier schön beschrieben. Ethereum Classic wird zudem von Ethereum-Chef Vitalik Buterin nicht weiterentwickelt werden. Er wird Ethereum (ETH) treu bleiben, das stellte er unmissverständlich klar. Ich halte den aktuellen Höhenflug von ETC deshalb für ausgereizt; mittelfristig wird ETC nur eine Altcoin von Vielen sein und nicht an die Marktkapitalisierung von Ethereum heran kommen. Der aktuelle Kurs von 0.0049 BTC bzw. 2.70 USD mit einer Marktkapitalisierung von 220 Millionen Dollar sollte zum Ausstieg genutzt werden.

Ethereum (ETH) ist aktuell ebenfalls nur eine Halteposition. Die Unsicherheiten um den DAO und den Fork + ETC müssen zuerst einmal verdaut werden. Zudem dürfte ein gewisser Verkaufsdruck auf Ethereum lasten, da viele DAO-Umtauscher ihre Ethereum nicht behalten werden, sondern wieder in Bitcoin umwechseln werden. Auf der anderen Seite ist das Ethereum-Ökosystem das aktivste neben Bitcoin und besitzt mit Vitalik Buterin eine visionäre Führungspersönlichkeit, welche auch grossen Anklang bei den Medien findet. Die Summe der Fakten ergibt für mich folgendes Bild:
Ethereum (ETH) -> Halten
Ethereum (ETC) -> Verkaufen

Disclaimer – Hinweis auf Interessenskonflikt: Der Autor ist in den oben erwähnten Kryptowährungen selbst investiert

Bitfinex-Hack prügelt Bitcoinkurs nach unten

Das Timing hätte nicht viel schlechter sein können. Der Bitcoin-Kurs hatte bereits damit zu kämpfen, dass die Marke von 700 Dollar nicht nachhaltig überwunden werden konnte nach dem Halving. Die Aufwärtsdynamik hatte deutlich an Schwung verloren und so bröckelte der Kurs Richtung 600 Dollar in den letzten Tagen und wirkte unter technischen Gesichtspunkten stark angeschlagen. Die gestrige Meldung, dass Bitfinex gehackt worden war, hat den Kurs seit gestern Abend jetzt noch stärker unter Druck gebracht (aktuell 550 USD). Bitfinex ist ein grosser Player, vor allem wenn es bei Transaktionen USD zu Bitcoin geht. Um die Dimension des Ganzen aufzuzeigen: Der Mt. Gox Hack, der bisherige Supergau aller Bitcoin-Börsen-Hacks, brachte den Verlust von rund 850‘000 Bitcoin. Jetzt bei Bitfinex sind es immerhin mindestens 119‘756 im Gegenwert von aktuell 65 Millionen Dollar. Das ist schon eine ordentliche Hausnummer und wird nicht innerhalb eines Tages vergessen werden.

Die Folgen: Die meisten Massenmedien werden diesen Fall wieder genüsslich auswälzen und darauf hinweisen wie unsicher und volatil der Bitcoin-Kurs sei. Vor allem auch, da die Ethereum-Misere mit dem DAO-Hack und dem anschliessenden Split in ETC und ETH derzeit auch dort hochgespielt worden ist. Kryptos werden wieder ein Stück weit stärker in Richtung „Wild West“ diskreditiert. Ein weiterer Nackenschlag. Auch Altcoins werden davon kaum profitieren. Schliesslich macht dieser Hack bewusst, an welch seidenem Faden die Marktstabilität hängt. Stellen wir uns nur einmal vor was für Folgen ein Hack von Poloniex für Altcoins hätte. Das würde den Markt um mindestens ein Jahr zurückwerfen und zu gigantischen Kursverlusten führen.

Was lernen wir daraus: Grössere Summen an Bitcoin und Altcoins nicht bei Börsen deponieren. Ich empfehle dafür – wo verfügar – Brain-Wallets (zum Beispiel Nxt oder IOTA), Paper-Wallets oder spezielle Hardware wie den Trezor. Es empfiehlt sich auch insgesamt im Verhältnis zum Gesamtvermögen nicht zuviel in Kryptowährungen zu investieren. Es ist eine spekulative Nische, welche sich momentan unter Sicherheitsaspekten noch bei weitem nicht mit Gold oder Silber messen kann. Zudem wird es in den nächsten Monaten wieder deutlich schwerer werden an den Kryptomärkten Kursgewinne zu realisieren (was im ersten Quartal ein Kinderspiel darstellte).

Altcoinmarkt: Rückblick und Ausblick

Nxt Ardor by nxt.org

Die letzten Wochen waren sehr dynamisch an den Altcoinmärkten. Die Volatilität war sehr hoch. Hier eine kleine Zusammenfassung ohne Anspruch auf Vollständigkeit:

Ethereum / The DAO: Nach langem hin und her kam letzte Woche der Hardfork, welcher es ermöglicht, dass der DAO ohne Verlust wieder in Ethereum umgewandelt werden kann und der Hacker leer ausgeht (bei Poloniex wird es demnächst den Umtausch geben von DAO in Ethereum, wer es über die Mist-Wallet machen will, hier eine Anleitung dazu). Nicht jeder trug die Entscheidung mit, einige Miner haben den Hardfork zur Abspaltung genutzt, so dass es jetzt zusätzlich noch Ethereum Classic gibt. Die führte zur interessanten Situation, dass nun jeder der Ethereum bei Poloniex deponiert hatte nun auch über Ethereum Classic verfügt. Für mich wird das nur ein kurzzeitiges Zwischenspiel sein, Ethereum Classic bleibt ohne Chance. Auch ich halte die Entscheidung eines „Bailouts“ für den DAO für richtig. Wenn die Community die Chance hat Unrecht zu verhindern, dann ist eben nicht nur der Code das Gesetz. Wir leben nicht in Skynet. Der Code hat nicht immer recht, sondern er wurde von Individuen programmiert, die Fehler machen können. Wenn solche Fehler behoben werden können, dann sollte man es auch entsprechend umsetzen. Freilich ist Ethereum immer noch etwas angeschlagen, es wird einige Monate dauern bis Ethereum für Altcoininvestoren wieder interessant wird. Aktuell aber auf jeden Fall eine Halteposition.

Nxtcoin [Nxt]: In meinem letzten Beitrag kündigte ich die Entscheidung an zwischen Evolution und Revolution. Die Entwickler haben sich nun durchgesetzt und bisher gibt Ihnen der Erfolg recht. Nxt wird also aufgesplittet. Jeder der Nxt hält bekommt im Verhältnis 1 zu 1 noch Ardor hinzu. Dabei werden regelmässig Snapshots der Nxt-Halter zwischen dem 14. Juli und dem 12. Oktober erstellt. Wer in diesem Zeitraum durchgängig seine Nxt hält, bekommt exakt 1 Ardor je Nxt hinzu. Erfreulicherweise haben sich die grössten Altcoinbörsen ebenfalls bereit erklärt dies zu unterstützen. Nxt hat es dabei wieder geschafft in den Fokus zu kommen und die Marktkapitalisierung stieg stark an. Selbst das Forbes Magzin berichtete. Aktuell beträgt die Marktkapitalisierung 26.5 Millionen Dollar. Das muss noch nicht das Ende sein, aber eine Konsolidierung ist möglich, schliesslich hat sich Nxt seit dem Tief mehr als vervierfacht. Auf jeden Fall zeigt die Weiterenwicklung mit Ardor, dass Nxt lebt und weiterhin eines der interessantesten Crypto-2.0-Projekte ist.

Waves: Waves leidet noch etwas darunter, bei der ICO mit Bitcoin überschwemmt geworden zu sein. Jeder Kursanstieg über das Level von 0.00032 BTC, wird von ICO-Haltern abverkauft. Genau dort befindet sich nämlich der Break-Even, für jemanden der mit 10% Bonus beim ICO investiert hatte. Es war hier richtig beim ICO vorsichtig zu sein. Gleichwohl hat das Waves-Team bisher weitgehend überzeugt. WavesLite als selbstaktualisierende Chrome-App ist sehr benutzerfreundlich. Zudem hat Waves noch zwei Asse im Ärmel: Das Mainnet startet erst noch und wir wohl doch grosse Teile der Nxt-Asset-Exchange anziehen. Zudem steht immer noch das Poloniex-Listing aus, welches ebenfalls einen zusätzlichen Push geben sollte. Beide Faktoren machen Waves derzeit eher zu einer Kaufempfehlung.

Emercoin [EMC]: Hier hat der lange erwartete Pump stattgefunden. An der Problematik, dass es sich überwiegend um eine One-Man-Show handelt ohne nennenswerte Community, hat sich aber nicht geändert. Die aktuelle Marktkapitalisierung von 28 Millionen Dollar ist überzogen (Platz 10), wer jetzt nicht Gewinne mitnimmt, wird es später wohl bitter bereuen.

Und Steem? Der Überflieger der letzten Tage mit einer aktuellen Marktkapitalisierung von 327 Millionen Dollar? Diese Geschichte verdient einen separaten Beitrag, demnächst hier.

Disclaimer – Hinweis auf Interessenskonflikt: Der Autor ist in den oben erwähnten Kryptowährungen selbst investiert

IOTATOKEN: Erfolgreicher Launch, aber erneute Verschiebung des Börsengangs

IOTA BANNER

Nach einer kleinen Sommerpause melde ich mich wieder zurück. Ich werde mich selbstverständlich auch wieder anderen Kryptoprojekten widmen, aber heute wird mein Thema wieder IOTA sein, die erste Kryptowährung ohne Blockchain, sondern mit einem Tangle. Vor einer Woche war es soweit und das „Mainnet“ ging live. Die Spannung innerhalb der Szene war sehr gross, wird das Tangle-Konzept funktionieren? Nach einer Woche kann man das bestätigen. Der Client lässt sich sehr einfach installieren. Bei mir war nur 1 Klick notwendig; allerdings ist es wichtig vorher Java auf die aktuellste Version zu bringen. Danach ist es wichtig sich noch mindestens 7-10 aktive „Nachbar-Nodes“ zu suchen (hier gut möglich) und diese im Client manuell zu erfassen. Die gute Nachricht ist, dass dies mit der nächsten Version nicht mehr nötig ist und vollautomatisch geschieht. Danach lädt IOTA den Tangle herunter und es kann kurz darauf schon los gehen.

Transaktionen sind möglich und das Netzwerk läuft. Aktuell kann es aber notwendig sein, eine Transaktion ein zweites Mal zu versenden. Ich versuche das in „Non-Tech-Worten“ zu erklären: Der Tangle funktioniert nicht wie eine Blockchain, welche eher wie „Stein auf Stein“ aufgebaut ist (ein Block auf dem anderen). Der Tangle ist eher wie ein Netz. Und diesem Netz fehlt aktuell noch eine gewisse Engmaschigkeit, so dass immer einmal wieder Transaktionen „herausfallen“. Das bedeutet nicht dass die IOTA verloren sind, sondern lediglich die Transaktion mit 0% bestätigt wurde und noch einmal versandt werden muss. Das Gute ist allerdings, dass diese Engmaschigkeit mit jedem zusätzlichen Node besser wird. Auch die Transaktionszeiten werden geringer. Chefentwickler Come-from-Beyond schätzt, dass bereits 1000 Nodes ausreichen um einen hinreichend soliden Tangle zu gewährleisten. Aktuell sind es wohl circa 200 Nodes. Schon diese 200 Nodes reichen immerhin dafür aus, dass 88% der Transaktionen direkt bestätigt werden. 12% allerdings benötigen einen zweiten Anlauf. Und deshalb auch ein grosser Anreiz für IOTA-Halter, selbst einen Node aufzusetzen (Anleitungen dazu sind hier und hier zu finden). Die IOTA-Halter haben es selbst in der Hand IOTA engmaschiger zu knüpfen und damit auch den Weg zum Börsenhandel bei Poloniex und Bittrex zu ebnen!

Nach einer Woche intensiven Testens hier noch einige Tipps:
-Die aktuelle Version kann man hier herunterladen. Die nächste Version liegt bereits in der Enwicklerversion vor, wird aber vermutlich noch bit Mitte der Woche dauern, bis sie inklusive GUI verfügbar ist
-Man erhöht die Chancen auf erfolgreiche Transaktionen signifikant, wenn man mindestens 15 Minuten Pause lässt bis zur nächsten Transaktion (wird besser werden mit 1000 Nodes)
-Am einfachsten ist es die 7-10 benötigten Nodes hier zu erhalten (einfach fragen).
-Bitte regelmässig die Nodes kontrollieren unter „Tools“, „View Neigbors Activity“. Sind hier welche dabei mit 0 bei „seen transactions“ tut man gut daran diese heraus zu löschen, da sonst insgesamt die Performance des eigenen IOTA Client leidet (wird mit der nächsten Version automatisch passieren). Entsprechend durch neue Nodes ersetzen wenn es weniger als sieben Stück sind.
-Adressen zum Empfang nur einmal benutzen. Wer also eine Zahlung erhalten hat, sollte für einen erneuten Zahlungsempfang eine zweite Adresse generieren. Das hat Sicherheitsgründe.
-Wer eine Million IOTA zum Testen braucht, einfach mich kontaktieren und mir eine Adresse schicken, ich spende die gerne. Es ist wichtig die Community aufzubauen und zusätzliche Nodes zu gewinnen.

Bei der Foundation kann man aktuell noch kein grünes Licht geben. Aktuell sind erst 89% zusammen. Zumindest hat das IOTA-Team die Finanzierung der Foundation bis zum 25. Juli verlängert. So können auch Leute spenden, die bisher noch nicht die Gelegenheit hatten IOTA zu installieren oder ihre IOTA nur aus zweiter Hand gekauft haben. Die Finanzierung der Foundation ist sehr wichtig, scheitert sie, bliebe die Community dann im Extremfall zurück mit dem bisherigen Set-up von IOTA, ohne Weiterentwicklungen. Eine Altcoin, welche dann schnell in der Versenkung verschwinden würde, ohne technischen Support, ohne die Anbindung an JINN und vermutlich auch ohne Möglichkeit im IOT-Bereich Fuss zu fassen. Es würde wohl schwer werden ohne Come-from-Beyond IOTA funktionstüchtig zu erhalten. Ich hoffe und appelliere an das Verantwortungsbewusstsein aller IOTA-Halter, hier in einem kleinen Kraftakt die finanzielle Basis für die Foundation zu legen. Was passieren wird, wenn die Founding-Rate irgendwo zwischen 90-100% liegen bleibt, mag ich nicht vorherzusagen.

Auch zum Big Deal gibt es News. Hier sollen ja grosse Tech-Konzerne an IOTA beteiligt werden. Es gibt hier zwei Kandidaten. Das ist in sofern eine Neuigkeit, da bisher nicht bekannt war, dass es sich sogar um zwei Kandidaten handelt. Einer der beiden ist ein Big Player aus Asien. Auch hier soll die Finanzierung bis zum 25. Juli erfolgen. Hierzu wurde ebenfalls eine separate Homepage erstellt welche hier abrufbar ist. Hier werden noch einmal 83 TI eingesammelt, was rund 3% aller IOTA entspricht. Auch hier handelt es sich nun um komplette Spenden. Das ist der Preis dafür diese wichtigen Ankeraktionäre an Board zu haben. Es wird einen Verkaufserklös geben, der wird aber komplett der IOTA-Foundation zufliessen. Schafft man es diese beiden strategischen Partner an Bord zu holen, wird das IOTA das Potential auf eine höhere Marktkapitalisierung bescheren und Zugriff für viele IOT-Anwendungen direkt vom Hersteller – selbst ohne funktionierenden JINN-Prozessor. Also, jetzt noch einmal auf die Zähne beißen und spenden, nur so kann IOTA in kurzer Zeit sein volles Potential entfalten.

Ein möglicher Börsenhandel wäre dann ab dem 25. Juli möglich, sofern der aktuelle Zeitplan eingehalten werden kann. Es bleibt also spannend bei IOTA und ich bleibe bei diesem Projekt selbstverständlich weiter am Ball!

Disclaimer – Hinweis auf Interessenskonflikt: Der Autor ist selbst in IOTA und JINN investiert.

IOTA/IOTATOKEN: Erste Kryptowährung ohne Blockchain startet am 11. Juli!

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IOTA-Stakeholder mussten eine gewisse Geduld und Zähigkeit in den letzten Monaten mitbringen. Während das ICO bereits vor Weihnachten abgeschlossen war, startete die Testphase erst im April und der offizielle Launch wird nun am 11. Juli erfolgen. Dabei muss man fairerweise sagen, dass  es eben nicht ganz einfach ist eine komplett neue Kryptowährung der nächsten Generation zur Serienreife zu bringen, schließlich handelt es sich bei IOTA um die erste Kryptowährung, die nicht auf eine Blockchain, sondern auf den sogenannten Tangle setzt. Zudem hatte das Team wiederholt Pech mit den GUI-Entwicklern, hier musste mehrmals ausgetauscht werden. Die Zeit verstrich allerdings nicht sinnlos, sondern Chefentwicklicher cfb nutzte die Zeit um IOTA weiter zu optimieren und das Tangle-Konzept zu verbessern. Zudem wurde in der Zeit die Homepage überarbeitet, welche wirklich eine optische Augenweide darstellt und mit vielen Informationen aufwartet.

Zum zeitlichen Ablauf: Am Freitag gab CEO David Sønstebø den definitiven Zeitplan bekannt, nachdem in den Monaten zuvor in 22 Versionen intensiv getestet wurde. Die erste Phase geht bis heute. Investoren können ihre IOTA claimen (also anfordern) und auch bekannt geben, wieviel Prozent sie der IOTA Foundation spenden möchten. Dafür steht diese optisch schöne GUI zur Verfügung:
IOTA GUI
IOTA zu starten ist damit noch komfortabler geworden. Für Neulinge hat necropaz hier eine schöne Anleitung mit Screenshots parat. Ab dem morgigen Donnerstag dann sind Transaktionen möglich, diese Zwischenzeit bis zum Launch soll dazu dienen, dass sich die Benutzer mit IOTA vertraut machen können und auch die vorbörslichen Käufe abgewickelt werden (Käufer von mir bitte melden!). Faktisch ist IOTA dann gestartet, allerdings entscheidet sich in der Zeit bis zum 11. Juli auch, ob die benötigten 5% aller IOTA für die Foundation zusammen kommen. Spenden sind wichtig, damit das Team bei der Stange bleibt und IOTA weiterentwickelt wird. Ohne Foundation droht das Projekt bereits nach Wochen auf der Strecke zu bleiben, das Team hat bereits indirekt mit Abwanderung zu einem großen Techkonzern gedroht, falls die 5% Spenden nicht zusammen kommen. Ich bin deshalb zuversichtlich, dass die IOTA-Investoren die Weitsicht besitzen, für die Foundation ausreichend Mittel zur Verfügung zu stellen. Die Entwicklung der Foundation-Spenden kann hier nachverfolgt werden.

Ist die Klippe mit der Foundation umschifft (Hauptproblem Trittbrettfahrerei), steht dem Start zum 11. Juli nichts mehr im Wege. Danach wird es auch nur kurze Zeit dauern, bis IOTA an den Altcoinbörsen gehandelt werden kann. David wird den Start mit weiteren Neuigkeiten unterfüttern. So soll es auch Informationen zu Jinn* geben. Noch ein Einwurf, für die vielen neuen Leser, hier findet ihr eine Zusammenfassung über IOTA und Jinn, die auf wenigen Zeilen, die wichtigsten Informationen zusammenfasst.

Fazit: Für mich ist es sehr schwer hier nicht in Euphorie auszubrechen und einigermaßen neutral zu berichten. Ich bitte um Verzeihung. IOTA ist für mich in vielerlei Hinsicht ein Meilenstein. Der erste Kryptowährung der dritten Generation, ohne Blockchain, dafür mit einem Tangle, welcher gebührenfreie Microzahlungen zulässt, Quantencomputer-Resistent, speziell designed für den Wachtsumsmarkt Internet-der-Dinge (IOT). Mit der eventuellen Option zusammen mit dem Prozessor JINN eine Revolution bei Computerprozessoren auszulösen (Ternärer Computer). Schon eines der oben genannten Fakten ist bahnbrechend. Die Kombination des Ganzen, lässt für mich nur einen Schluss zu: IOTA ist das ICO des Jahres 2016 und hat großes Potential dazu, mit einer dreistelligen Millionenmarktkapitalisierung, ganz, ganz vorne mitzuspielen. Und es ist mir eine Ehre, meine Leser, von den frühesten Anfängen bis hierher, so nahe beim Ziel, begleitet zu haben und selbstverständlich auch in Zukunft weiter zu begleiten!

Disclaimer – Hinweis auf Interessenskonflikt: Der Autor ist selbst in IOTA und JINN investiert.

*JINN ist die Hardware-Firma des IOTA-Teams. Es soll dabei ein völlig neuer Hardware-Prozessor entwickelt werden der anstatt binär (2 Werte) auf einer dreiwertigen Logik basiert (Ternärer Computer). Diese Prozessoren wären effizienter als die bisherigen binären Prozessoren und ein bedeutender Meilenstein im Internet der Dinge – und darüber hinaus. Der „Börsengang“ von JINN erfolgte im Oktober 2014 über die Nxt Asset Exchange. Der aktuelle Entwicklungsstand von JINN wird bewusst verschwiegen bis zum Launch von IOTA.

Ethereum DAO wird kontrolliert abgewickelt und die Ether gesichert

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Der DAO-Hack hat gigantische Schockwellen ausgelöst und dem Ethereum-Aufwärtstrend ein jähes Ende bereitet. Dabei gab es in den Diskussionen der letzten Tage (ein wunderbarer deutschsprachiger Beitrag hier von Coinspondent Friedemann Brenneis) vor allem darum, ob man den fehlerhaften DAO „failen“ lässt, da der Angreifer ja nur den bestehenden Code genutzt hat (es war im klassischen Sinne kein Hack sondern eher ein Cheat), oder ob man den DAO-Investoren zu Hilfe eilt mit einem Soft- bzw. späteren Hardfork bei Ethereum. Das hat die Community tief gespalten und es konnte hier kein Konsens gefunden werden. Am Sonntag wurde der DAO dann erneut attackiert und es konnten erneut einige Ethereum entwendet werden. Langsam kam die Befürchtung auf, dass all das Gerede über einen Soft- oder Hardfork ja irgendwann nichts mehr bringt, wenn dem DAO an allen Ecken und Enden Ethereum entwendet werden. Als DAO-Investor dachte ich daran, dass man doch zumindest das bestehende Kapital sichern sollte, was immerhin noch gut 2/3 des ursprünglichen Investmentkapitals darstellte, gesamthaft 8.26 Millionen Ethereum. Nach der zweiten Attacke war die Bereitschaft insgesamt da, dieses Drittel des „Hackers“ abzuschreiben, wenn denn nur der Rest irgendwie gesichert werden kann. Der DAO erinnerte an eine Eisskulptur in der Sahara, mit langsamen aber sicherem dahinschmelzen…

Jetzt wurde endlich reagiert: Der DAO wird unter Federführung der Entwickler („Community-led Team“) geleert und abgewickelt auf eine sichere Ethereum-Adresse:
DAO
Das war ein wichtiger, und nach den Ereignissen am Sonntag, überfälliger Schritt. Damit ist die ganz große Brisanz aus der Sache heraus und der DAO kann ohne weitere Befürchtungen um den schwindenden inneren Wert, abgewickelt werden. Sollte es zu keinem Soft- und späteren Hardfork kommen, käme der Hacker zwar mit seiner großen Beute davon, aber die Investoren würden zumindest gesamthaft 8.26 Millionen Ethereum zurückerhalten. Nach den Schreckensnachrichten seit Freitag, dürften die meisten DAO-Investoren damit zufrieden sein, mit zwei blauen Augen davon zu kommen. Freilich ist die Diskussion über einen Soft- bzw. Hardfork bei Ethereum noch keineswegs beendet:
Soft- oder Hardfork
Auch die saubere Abwicklung der vielen tausend DAO-Investoren wird einen gewissen Aufwand erfordern.

Insgesamt ist es noch zu früh für eine abschließende Beurteilung über die möglichen zukünftigen Auswirkungen für Ethereum.

Disclaimer – Hinweis auf Interessenskonflikt: Der Autor ist in den oben erwähnten Kryptowährungen selbst investiert

DAO-Hack Super-GAU für den DAO und Ethereum

Ethereum auf dem Rückzug

Es hatte alles so schön und gut ausgesehen. Wie erwartet zogen die Altcoinmärkte weiter an und Ethereum erreichte heute Morgen noch einen neuen Rekordkurs mit einer Marktkapitalisierung von 1.7 Milliarden Dollar. Nun liegt der Kurs um 34% zurück und der Ethereum-Bullenmarkt ist wohl nicht nur kurzfristig sondern mindestens mittelfristig zerstört. Wie konnte das geschehen? Beim DAO ist der „größte anzunehmende Unfall“ passiert. Ich zitiere von heise.de:

„Es sollte das Vorzeigeprojekt der Kryptowährung Ethereum werden: Investoren zahlten im Crowdfunding rund 11,5 Millionen Einheiten der Kryptowährung für Anteile an der ersten dezentralen autonomen Organisation, kurz DAO – einer neuen Art von Unternehmen, das nur im Form programmierter Verträge (Smart Contracts) in der Blockchain existiert und durch das Kollektiv der stimmberechtigten Anteilsinhaber gelenkt wird. Nun könnte die umgerechnet über 150 Millionen US-Dollar schwere DAO zu dem werden, was die Bitcoin-Börse Mt. Gox für den Bitcoin war.Offenbar gelang es nämlich Angreifern, einen großen Teil des DAO-Kapitals durch einen ausgenutzten Bug in eine Art Tochtergesellschaft abzuzweigen und damit dem Zugriff anderer zu entziehen. Den erst kürzlich auf die Rekordmarke von 21 US-Dollar gekletterten Ethereum-Kurs schickte das gleich mal runter auf 15 US-Dollar, der Wert der ebenfalls gehandelten DAO-Anteile halbierte sich kurzzeitig sogar.

Der Abzug des Geldes war offenbar über eine Lücke im Code der DAO möglich. Die Angreifer konnten eine „recursive call bug“ genannte Schwachstelle ausnutzen, die es erlaubt, durch eine permanent wiederholte Erzeugung von Tochter-DAOs Geld aus der Mutter-Organisation abzuziehen. Während des mehrstündigen Angriffs, der am Freitag morgen bemerkt wurde, kursierte auch ein offenbar erfolgloser Aufruf der DAO-Macher, das Netzwerk des Kryptogelds mit Minitransaktionen zu fluten. Das sollte für ein Stau bei der Transaktionsverarbeitung sorgen und die Angreifer hindern, schnell viel Geld abzuziehen. Das abgezogene Kryptogeld soll sich derzeit noch in einer Tochter-DAO befinden. Laut aktuellen Stand sollen rund 3,6 Millionen Ether gestohlen worden sein, eine Wallet wurde bereits ausgemacht.Mit dem Geld können die Angreifer fürs erste aber nichts weiter anfangen. Ein Sicherungsmechanismus erlaubt den Zugriff aufs Geld bei solchen Tochter-Entitäten erst nach 27 Tagen, wie Ethereum-Vordenker Vitalik Buterin erläuterte.

Nun wird in der Community diskutiert, wie man nach dieser Frist weiter verfahren soll. Buterin schlägt als erste Maßnahme einen Soft Fork der Ethereum-Software vor, mit dem das Netzwerk nach Ablauf der 27 Tage Transaktionen aus der DAO und ihren Töchtern als ungültig ablehnt. Danach könnte ein harter Fork folgen, der den Anteilsinhabern die Wiederinbesitznahme ihres Kryptogelds erlaubt. Wie andere Kryptowährungen ist aber auch Ethereum dezentral organisiert – das heißt, eine Mehrzahl der Miner und Miningpools müsste die Softwareänderung akzeptieren und anwenden.

Bereits vor der eigentlichen Attacke hatte es mehrfach Kritik gegeben, dass das dezentrale Vorzeigeprojekt in Chaos ausgeartet sei. Auch Angriffsszenarien wurden skizziert, die aktuell genutzte Lücke in der DAO sei sogar seit über einer Woche in der Community in Umlauf gewesen geworden, schreibt der Fachdienst Coindesk. Das volle Ausmaß des Exploits wurde wohl unterschätzt, wie das Team der Kern-Entwickler von Ethereum eingesteht.

Wie es mit der DAO nun weitergeht, muss sich in den nächsten Tagen zeigen. Ob der Hack auch über den aktuellen Kurssturz hinaus negative Konsequenzen für das Ethereum-Projekt und den damit eng verbundenen Blockchain-Hype hat, ist ebenfalls noch offen.“

Den DAO hat es nach dieser Nachricht noch stärker erwischt, aktuell liegt er um 45% zurück. Was mich fassungslos macht, ist, dass so ein Angriff überhaupt möglich war. Dass der DAO derart windschief zusammengeschustert worden war. Da ist die Abwehr des VfB Stuttgart geradezu ein Ausbund an Stabilität. Der DAO ist in seiner jetzigen Form fertig. Vermutlich kann die Transaktion durch den 27-Tage-Schutzmechanismus in Kombination mit einem Ethereum-Softfork rückgängig gemacht werden wie Vitalik Buterin hier erläutert. Danach soll es wohl eine Lösung geben, dass die DAO-Investoren ihre Ethereum aus dem DAO abziehen können und dann ist dieser DAO beerdigt und die Investoren erhalten ihre Ethereum wieder zurück – falls das alles klappt und das System nicht voher auseinanderfällt… Allerdings konterkariert dieser faktische „Bailout“ für den DAO natürlich den Anspruch, dass es sich um eine dezentrale autonome Organisation handeln soll. Der DAO hat sich weder als dezentral, noch autonom erwiesen. Zudem zeigt das schnelle Eingreifen Buterins, dass es eben doch eher ein Leader-Projekt ist und keine unabhängige Community die Fäden zieht.

Viel schlimmer als dieser vermeintliche Interessenskonflikt wirkt für mich, dass Ethereum heute unglaublich an Reputation eingebüsst hat. Lupenreine „Bitcoin-Enthusiasten“ argumentieren nun: „Seht her, so stabil wie Bitcoin ist Ethereum noch lange nicht. Das wird nichts mehr mit Ethereum…“ Und das ist das Problem, Kryptowährungen leben vor allem auch von Vertrauen. Wir haben es aktuell mit der schwersten Krise zu tun, welche Ethereum je erschütttert hat. Nun kann nämlich auch die bisher positive Medienberichterstattung kippen. Und der Bitcoin strotzt gerade vor Kraft und mit Lisk & WAVES & IOTA stehen mehrere hervorragende Altcoinprojekte bereit, Ethereum die Kronprinzenrolle streitig zu machen. Mit WINGS steht sogar ein „Ersatz-DAO“ bereit. Ich muss also meine Aussage vom Montag revidieren, aktuell spricht wenig für steigende Ethereum-Kurse, im Gegenteil, die Schockwellen dürften dazu führen, dass die Marktkapitalisierung unter 1 Milliarde abschmelzen dürfte. Ich habe deshalb heute einen Großteil meiner Ethereum verkauft.

Wichtig aber: Der generelle Aufwärtstrend für Altcoins und den Bitcoin ist dadurch nicht in Frage gestellt. Heute war zwar ein tiefroter Tag, aber insgesamt ist der Bullenmarkt stark genug um diesen Event wegzustecken.

Disclaimer – Hinweis auf Interessenskonflikt: Der Autor ist in den oben erwähnten Kryptowährungen selbst investiert

Der Bitcoin-Hype von heute ist der Altcoin-Superboom von morgen!

Bitcoin zieht Altcoins hoch
Der Bitcoin marschiert nicht nur, er springt förmlich zu immer höheren Kursen! Vor fünf Stunden wurde mit 715 Dollar ein neues Zwei-Jahres-Hoch erreicht. War die Ursache das bevorstehende Halving, der Kaufdruck aus China, der vielleicht bevorstehende Brexit oder war der Bitcoin einfach reif nach längerer Seitwärtsbewegung? Vermutlich eine Mischung all dieser Gründe. Die Altcoins konnten erwartungsgemäß nur schwer mithalten und haben insgesamt betrachtet auf Bitcoin-Basis weiter an Boden verloren. Der Altcoin-Dax Coinoindex fiel unter die 700 Punkte-Marke und notiert aktuell bei 690 Punkten. Interessant ist allerdings, dass sich dieses Tendenz in den letzten 48 Stunden nicht weiter fortsetzte, trotz weiter steigender Bitcoinpreise. Altcoins scheinen also bereits ihren Boden gefunden zu haben. Die Talsole auf Bitcoin-Basis scheint durchschritten. Ich schreibe auf Bitcoin-Basis; in Dollar oder Euro gerechnet notieren Altcoins oftmals nahe ihrer Allzeithochs.

Und nun wird es interessant: Bereits heute konnte sich das Bild umkehren. Der Bitcoin stieg auf Tagesbasis knapp 6%, Ethereum und der DAO legten um 14% zu:
Bitcoin Ethereum Marktkapitalisierung
Die Situation an den Altcoinmärkten kann man aktuell mit einem Katapult vergleichen, welches voll angespannt ist und nur noch eines Auslösers bedarf. Dazu reicht zum Beispiel bereits eine leichte Abkühlung des aktuellen Bitcoin-Höhenfluges und an diesem Tag wird der breite Altcoinmarkt um mindestens 20% steigen. Der Coinoindex wird mittelfristig die Marke von 1’000 Punkten zurückerobern. Für mich ist es nur eine Frage der Zeit. Die Bitcoin-Gewinne von heute sind die Altcoin-Gewinne von morgen!

Wo sollte man sich aktuell positionieren: Als Ethereum-Bulle muss ich natürlich auf Ethereum und den DAO (faktisch ein Ethereum-Derivat) hinweisen. Beide sehe ich bei über 0.03 Bitcoin nach dem Anstieg. Vergessen wir nicht dass Ethereum neues Geld anzieht wie ein Magnet; hierzu reichen bereits die überschwänglichen Presseberichte mit denen die Massenmedien uns in den nächsten Tagen beglücken werden. Wir werden viele neue Anleger an den Märkten sehen und die meisten werden Ethereum als zweite Kryptowährung erwerben. Ebenfalls Potential sehe ich für Dash, Lisk, Counterparty, Nem, Emercoin und Factom. Auch das WAVES-ICO sollte einen guten Verlauf nehmen, allerdings werden die Zeichnungsgewinne deutlich schmaler als bei Lisk ausfallen. IOTA wird ebenfalls eine zweistellige Millionenmarktkapitalisierung erreichen, allerdings wird ein Börsenstart nicht innerhalb der nächsten zwei Wochen erwartet.

Schlechter sieht es für „yesterday’s heroes“ aus: Die typischen BTC-e Altcoins um Peercoin, Litecoin, Novacoin, Namecoin und Primecoin werden im aktuellen Altcoinboom keine entscheidende Rolle mehr spielen. Neue Besen kehren gut gilt hier leider für die „alten Alts“. Aber mit den restlichen Altcoins sollten insgesamt betrachtet deutliche Kursgewinne zu erzielen sein.

Disclaimer – Hinweis auf Interessenskonflikt: Der Autor ist in den oben erwähnten Kryptowährungen selbst investiert

Bitcoin Kreditkarte

Die Bitcoin-Kreditkarte Wirex im Praxistest

Bitcoin Kreditkarte neu
Trotz des aktuellen Bitcoin-Booms, ist die Zahl der Akzeptanzstellen im Zahlungsverkehr überschaubar geblieben. Aber es gibt eine alternative Möglichkeit seine Bitcoin über einen kleinen Umweg doch noch bei Zahlungen des täglichen Bedarfs einzusetzen: Ich selbst bin im Januar diesen Jahres auf das Angebot von Wirex aufmerksam geworden. Damals hieß das Unternehmen noch e-coin und hat mittlerweile ein „rebranding“ durchgeführt. Das Angebot ist schnell erklärt: Wirex bietet Prepaid-Kreditkarten von Mastercard an, die man mit Bitcoin aufladen kann. Dabei werden Pfund, Dollar und Euro unterstützt. Die Plastikkarte kostet einmalig 17 Dollar und kann auch per Bitcoin bezahlt werden. Es gibt die Möglichkeit die Kreditkarte ohne Plastik zu erhalten, also rein virtuell als Nummer. Das kostet nur 3 Dollar, schränkt die Verwendungsmöglichkeiten der Karte aber auf das Internet ein. Ich selbst habe mir die Plastikkarte für 17 Dollar gegönnt. Eine Woche nach der Bestellung traf die Karte aus Großbritannien ein. Und ich muss sagen es funktioniert recht gut. So benutze ich die Karte gelegentlich für Einkäufe oder im Internet. Auch an Geldautomaten konnte ich Abhebungen durchführen und die Kosten lagen dabei bei vertretbaren 2 bis 4 Euro je Transaktion. Es traten nie Akzeptanzprobleme auf; wo Mastercard akzeptiert wird, kann auch diese Karte genutzt werden. Wichtig ist allerdings, die Karte im Voraus zu laden. Die Bitcoin müssen beim Einsatz bereits vom Benutzer konvertiert worden sein in die entsprechende Währung der Karte (EUR zum Beispiel). Die Konvertierung der Bitcoin in EUR ist dabei offiziell kostenlos, der Kurs liegt allerdings erfahrungsgemäß circa 1-2% unter den letzten Preisen bei bitcoin.de. Hier ein Beispiel für einen Umtausch von Bitcoin in Euro:
Kartenladung
Soweit zu den Vorteilen.

Kommen wir zu den Nachteilen: Um die Karte voll nutzen zu können sollte eine vollständige Indentifizierung vorliegen über Ausweis/Reisepass + Adressnachweis. Diese müssen über Scans hochgeladen werden und man muss eine gute Woche warten, bis man „Grünes Licht“ erhält. Man agiert also nicht anonym. Zudem kann es bei starken Bitcoin-Kursschwankungen zu Schwierigkeiten dabei kommen, Bitcoin in EUR zu verwandeln. So setzte Wirex letzte Woche Montag-Dienstag den Service ganz aus und liess danach einige Tage das Umtauschlimit bei 500 Euro pro Tag anstatt beim 2’500 Euro Limit. Ebenfalls von Nachteil finde ich, dass die Bitcoin zuerst in EUR umgewechselt werden müssen um die Karte nutzen zu können. Praktischer wäre eine Instead-Transaktions-Funktion, ohne diesen Zwischenschritt, insbesondere in Zeiten steigender Bitcoinpreise. Auch kann ich keine Aussage dazu treffen wie seriös die Bank Wave Crest Holdings Limited, welche die Mastercard ausstellt, deshalb vermeide ich es wirklich grössere Summen auf die Prepaid-Karte zu überweisen bzw. auf die zugehörige Bitcoin-Wallet.

Fazit: Das Angebot ist nicht perfekt, aber für meine Zwecke relativ gut brauchbar. Was mich letztendlich überzeugt hat sind die niedrigen Gebührensätze, so nutzt man die Karte weitestgehend transaktionskostenfrei und selbst die Gebühren an Geldautomaten fallen sehr human aus. Ich würde aber vermeiden die Karte wirklich mit großen Summen zu laden, sondern nur bei Bedarf. Wer sich für die Karte interessiert kann sie hier bestellen – mit Ref-Link von mir, aber ich denke ich habe hier ehrlich und objektiv berichtet.