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Das Altcoinjahr 2016 geht durchwachsen zu Ende

wasserglas
Das Jahr 2016 wird Altcoininvestoren als irrwitzige Achterbahnfahrt in Erinnerung bleiben. Hatten wir es zunächst mit extrem starken Bullenmarkt zu tun, welcher sogar die Jahresendrallye von 2013 in den Schatten stellte, kam Mitte des Jahres die Wende. Stand die Altcoinrallye 2013 noch unter der Speerspitze von Litecoin, war der diesjährige Bullenmarkt und der anschliessende Niedergang ganz klar von Ethereum geprägt. Die Wende kam mit dem missglückten DAO, welcher zwar im Endeffekt für die Investoren doch relativ schadlos abgewickelt wurde, allerdings führten die anschliessenden Hardforks dazu, dass Ethereum aus der Spur geriert und damit die Hauptantriebsfeder des Altcoinbullenmarkts. Insbesondere in der zweiten Jahreshälfte führte dann der Kursanstieg des Bitcoin, welcher in einem neuen EUR-Allzeithoch gipfelte, zum weiteren Niedergang der Altcoins. Hier spiegelt sich ein grosser Unterschied zum Bärenmarkt 2014/2015 wieder, als Bitcoin und Altcoins gemeinsam in den Sog nach unten gerissen wurden. Auch die unglaubliche Masse an ICOs, welche am Altcoinmarkt trotz durchwachsender Qualität in den Markt gedrückt wurden, führte zu weiteren Kursverlusten. Der klassische ICO-Schweinezyklus, welchen wir in kleinerer Form auch im Jahr 2014 erleben durften. Zuletzt gingen auch die Handelsvolumen an den Altcoinbörsen stark zurück. Die Bitcoin-Dominanz bei der Marktkapitalisierung stieg auf 87.5%.

Also schlechte Aussichten für 2017 bei Altcoins? Ich denke nicht! Die nächste Konsolidierung beim Bitcoin folgt bestimmt. Die nächste Debatte um Blocksizes oder Segregated Witness mit grosser Sicherheit auch. Das wird zu Umschichtungen aus dem Bitcoin in Altcoins führen. Als zusätzlicher Effekt werden durch den starken Kursanstieg bei Bitcoins viele Neu-Investoren gewonnen, von denen sich der eine oder andere nach erfolgreicher Bitcoin-Investition auch mit Altcoins auseinandersetzen wird. Dadurch wird eine neue Generation von Investoren gewonnen werden. Zusätzlich gibt es auch im Bärenmarkt interessante und spannende Leuchtturmprojekte, welche über ein gutes Chance/Risikoprofil verfügen. Denken wir an die Gratis-Verteilung von Byteball welche im Jahr 2017 weiter fortgesetzt werden wird (90% werden noch verteilt, erst 10% sind am 25. Dezember verteilt worden). Auch stehen mit Tezos und irgendwann vielleicht sogar eMunie interessante ICOs in den Startlöchern. Das Altcoinjahr 2017 dürfte also dennoch vielversprechend werden!

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen einen guten Rutsch ins neue Jahr, viel Glück, Erfolg und Gesundheit!

WAVES-ICO im Detail: Zeichnen oder nicht?

ip.bitcointalk.org
Ich bin ja bereits am 19. März auf das ICO (Börsengang) von WAVES eingegangen. Für das Nxt-Konkurrenzprojekt sind nun die ICO-Details verfügbar. Und diese führten sofort für ein Lächeln bei mir, da die ICO nahezu 1:1 eine Kopie von Lisk darstellt. Die Macher von WAVES dachten sich wohl, gehen wir auf Nummer sicher und orientieren uns einfach am extrem erfolgreichen Lisk-Börsengang. Selbst die Zahl der Coins, Bounties usw. stimmt genau mit dem Lisk-Börsengang überein:

Es gibt 100 Millionen Coins. Davon können 85 Millionen Token bei der ICO erworben werden. 15 Millionen sind für Bounties, Marketing, Strategische Partner und für das Entwicklerteam reserviert. Ab dem 12. April können dann die 85 Millionen WAVES-Token gezeichnet werden. Es gibt nur am 12. April einen Erstzeichnerbonus von +20%, vom 13. April bis 30. April gibt es 10% Bonus, zwischen dem 1. und 15. Mai gibt es 5% Bonus und bis zum 31. Mai kann ohne Bonus gezeichnet werden. Die ICO-Zeit erstreckt sich also über das stolze Zeitfenster von sieben Wochen.

Ich selbst halte WAVES für sehr vielversprechend. Das Team ist mit Sasha Ivanov, (Coinomat), Kushti und James exzellent besetzt. Es gräbt zwei Projekten das Wasser ab: Nxt, deren relativ erfolgreiche Asset-Exchange angegriffen und als führende Asset-Exchange für Kleinprojekte abgelöst werden soll. Und eMunie (noch nicht gestartet), welche mit einfacher Bedienung den typischen Online-Banking-Kunden gewinnen wollen, die bisher noch nichts mit Kryptos zu tun haben. Für eMunie wird ein erfolgreicher Start nach WAVES noch einmal schwieriger werden.

Zeichnen oder Nicht? Noch vor wenigen Wochen hätte ich die klare Anweisung gegeben, unbedingt am 12. April zu zeichnen um die 20% Startbonus zu erhalten. Dies hat sich nach dem Mega-Erfolg von Lisk geändert. Ich habe nämlich die Befürchtung, auch auf Grund der sehr langen Zeichnungsdauer von sieben Wochen, dass dieses Projekt ZUVIEL an Bitcoin erhalten könnte während der Zeichnungsphase, so dass für Erstzeichner kein vernünftiger Return mehr drin liegt (trotz 20% Bonus). Und nicht vergessen: Dieses Projekt wird von genialen Leuten gemacht, die aber nicht unbedingt dafür bekannt sind schnell und pünktlich zu liefern (das gilt vor allem für James). Auch wenn der Lite-Client zum Ende der ICO angekündigt wurde, würde ich nicht unbedingt darauf setzen. Evtl. hat man eine Kapitalbindungsdauer von einigen Monaten bis zum Herbst. Zeit, in der man zum Beispiel seine Bitcoin bei Zinsraten von rund 0.1% und mehr pro Tag bei Poloniex anlegen könnte und ebenfalls einen netten Return mit weniger Risiko hätte.

Vielleicht möchten sie sich deshalb an meiner Taktik orientieren: Ich werde abwarten bis zum 31. Mai, wenige Stunden vor dem Ende der ICO. Sollten bis dahin unter 10’000 Bitcoin investiert worden sein, werde ich zeichnen. Ist es mehr, werde ich auf eine Zeichnung verzichten. Mit dieser Taktik sieht das Chancen/Risiko-Verhältnis für den Investor am Besten aus. Zudem lässt sich in dieser Zeit noch zusätzlich verfolgen, wie die Entwicklung des Lite-Client aussieht und wie sich das Team in diesem Zeitraum präsentiert hat. Das Urteil wird auf jeden Fall klarer ausfallen als sieben Wochen zuvor.

Kryptowährungen: 10 Provokante Prognosen für 2016

An den Wertpapiermärkten hat es sich in den letzten Jahren etabliert, dass Banken und Finanzdienstleister (Saxobank zum Beispiel) im Dezember für das folgende Jahr unwahrscheinliche und provokante Prognosen aufstellen. Das Lesen kann Kopfschütteln hervorrufen, doch die Trefferquote ist rückblickend oftmals besser als erwartet. Ich möchte diesen Ansatz auf Kryptowährungen übertragen. Dabei müssen die Prognosen wirklich provokant und gewagt sein. Eine Prognose zum Beispiel, die einen Preisanstieg des Bitcoin um mindestens 2% vorhersieht, kann nun wirklich nicht als gewagt und provokant bezeichnet werden.

Hier sind meine 10 Provokanten Prognosen für 2016:

1. Der Bitcoin wird erstmals teurer als Gold: Was im Jahr 2013 während des Höhenflugs nicht gelang, wird im Jahr 2016 Wirklichkeit.

2. Der Bitcoin-Erfinder wird endgültig enttarnt: Es tauchen weitere Dokumente auf, welche die Urheberschaft von Nick Szabo (dem Erfinder von „Bit gold“) erhärten. Nach jahrelangen Dementis gibt Szabo schließlich zu Satoshi Nakamoto zu sein und er kann dem Bitcoin-Kurs weiter in die Höhe treiben, da er versichert, die Schlüssel zu den 1.5 Millionen „Sataoshi-Bitcoin“ im Gegenwert von hunderten Millionen Dollar, bewußt vernichtet zu haben.

3. Hack bei Ripple: Bei Ripple Labs kommt es zu einem folgenschweren Hack, bei dem über 7 Milliarden noch nicht verausgabte Ripple (XRP) gestohlen werden. Auch der mediale Einsatz von Karl-Theodor zu Guttenberg scheitert, trotz des Statements: „Der Vorwurf, Ripple Labs sei gehackt worden, ist abstrus.“ Ripple kann sich von diesem Vertrauensverlust nicht mehr erholen.

4. Litecoin verschwindet in der Bedeutungslosigkeit: Mit dem Wegbrechen der Scrypt-Miningszene wird auch Litecoin weiter stark an Bedeutung verlieren. Es werden deshalb mehrere Altcoins an der Marktkapitalisierung von Litecoin vorbeiziehen.

5. eMunie startet äußerst erfolgreich: Nach einer Testphase im Februar, wird das Fundraising für eMunie im zweiten Quartal zu einem vollen Erfolg. eMunie kann sich ohne Schwierigkeiten in den Top 5 festsetzen und es gelingt auch eine wachsende Verbreitung über die „Szene“ hinaus.

6. Im Gegenzug befindet sich Ethereum unerwartet im Abwärtsstrudel: Obwohl eine gewisse Weiterentwicklung stattfindet, kann die Benutzerbasis nicht wesentlich verbreitert werden. Trotz stark gestiegenen Bitcoinpreisen, halbiert sich die Marktkapitalisierung.

7. Nxt kann hingegen den Abwärtstrend stoppen: Nachdem Investoren realisieren, dass die gelisteten Anteile der Nxt-Asset-Exchange eine Marktkapitalisierung von über 25 Millionen Dollar aufweisen, kann auch Nxt profitieren und deutlich im Preis steigen. Die Marktkapitalisierung erholt sich von 6 auf 30 Millionen Dollar und Nxt kann sich so wieder nachhaltig in den Top 10 der Kryptowährungen etablieren.

8. Griechenland scheidet aus dem Euro aus: Die Einführung der „Neuen Drachme“ wird aber kein Erfolg, da die Bevölkerung viel lieber auf den Bitcoin als Zahlungs- und Wertaufbewahrungsmittel zurückgreift. Die Regierung lenkt schließlich ein und akzeptiert zusätzlich den Bitcoin als offizielle Währung des Landes neben der Drachme. In der Folge wird Griechenland zum Bitcoin-Hub Europas.

9. OneCoin sinkt auf 0 USD: Obwohl die Coin ein besonders innovatives Konzept im Vergleich zu anderen Altcoins aufweist wie Zentralisierung, Closed Source, Lock-up-Frist für Investoren, hohe Gebühren, völlige Intransparenz des Miningprozesses und Multi-Level-Marketing-Vertrieb, können diese Features erstaunlicherweise den starken Kursverlust nicht verhindern.

10. Weitere blockchainlose Neuentwicklungen: Setzten der Bitcoin und die sogenannten 2.0 Währungen wie Nxt oder Qora noch auf den Blockchain, wird es 2016 viele Neuentwicklungen geben, die nicht mehr auf dem klassischen Blockchain basieren. Diese „3.0 Währungen“ setzen die etablierten Altcoins unter Druck, da die technische Leichtgewichtigkeit viele Anwendungen ermöglicht, die bisher nicht möglich waren. Der Bitcoin wird 2016 davon aber (noch) nicht negativ tangiert.

Disclaimer – Hinweis auf Interessenskonflikt: Der Autor ist selbst in Bitcoin, Nxt und Qora investiert.

eMunie mit Lebenszeichen

Bis zum November 2013 war die Kryptowährungswelt noch klein und simpel: Es gab Bitcoin und Litecoin und deren Klone, sowie leichte Abwandlungen davon wie Peercoin. Aber es gab ein Projekt welches große Aufmerksamkeit der Community auf sich zog, da es die erste Kryptowährung der zweiten Generation darstellte: eMunie. eMunie sollte die erste Kryptowährung der nächsten Generation werden, wurde bereits seit 2012 entwickelt und befand sich seit dem Juni 2013 in Betatests. Basierend auf Java und vielen damals neuen Features wie Alias-System und dezentraler Exchange. Gemint werden sollte über eine schnelle SSD-Festplatte, der Prozess wurde „Hatching“ genannt, das war wirklich revolutionär. Das alles ging etwas langsam voran, da Chef-Programmierer Dan Hughes aka Fuserleer die Zügel komplett selbst in der Hand haben wollte. Es gab ein kleines Fundraising mit den Betatestern, doch dann erfolgte im Herbst 2013 der erste Nackenschlag, ein Hacker konnte rund 900 Bitcoin erbeuten, da er in die eMunie-Server eindringen konnte. Das führte zu Unruhe bei den ersten Investoren, so dass der offizielle Launch verschoben wurde, da Dan Mittel beschaffen musste. Der zweite Nackenschlag erfolgte dann im November 2013, als wie aus dem Nichts mit Nxt die erste Krpytowährung der zweiten Generation auftauchte, noch dazu in Java programmiert wie eMunie. Dan versuchte das Going Public danach mit der Brechstange und scheiterte zuerst im Januar 2014 und dann im April 2014. Dazwischen viel Drama mit Anschuldigungen und Stress, welche einen an die Seifenopern der 80er Jahre wie Dallas und Denver-Clan erinnern ließ.

Mein Fazit damals: „Dan droht zu einem Nikola Tesla der Kryptowährungen zu werden: Genial, aber als Geschäftsmann nicht sonderlich erfolgreich.“

Der Launch wurde abgesagt und Dan ging bis zum September diesen Jahres auf Tauchstation – ich ging ehrlich gesagt davon aus, dass das Projekt still begraben werden würde. Nun sind Dan und eMunie überraschend wieder aufgetaucht. Die Entwicklung an eMunie und das Testen ging im kleinen Kreise weiter. In einem Interview mit newsbtc.com sprach Dan darüber, was in der Zwischenzeit passierte. Um das Projekt weiter voran treiben zu können verkaufte er sein Haus und zog in eine kleinere Wohnung. Er erklärte zudem, er wäre bereits im 1. Quartal 2015 mit eMunie soweit fertig gewesen, allerdings war er mit der BlockChain-Technologie nicht zufrieden, da die Transaktionsgeschwindigkeit nicht optimal gewesen sei. Er beschloss also weite Teile neu zu programmieren, was freilich eine weitere Verzögerung mit sich brachte. Der BlockChain wurde durch das neue „Channelled Ledger Design“ ersetzt und Dan ist überzeugt davon, dass diese Entscheidung richtig war, da eMunie nun eine ähnliche Transaktions-Geschwindigkeit wie Visa aufweisen würde, nämlich um die 2000 je Sekunde. Sich mit einer Kreditkarte messen zu können ist tatsächlich eine sehr gute Performance, das schaffen die wenigsten Coins, selbst unter optimalsten Bedingungen nicht.

Wie soll es weiter gehen? Dan erwartet bereits im 1. Quartal 2016 das Going Live, begleitet von einer großen Marketingkampagne um so auch Aufmerksamkeit außerhalb der Kryptogemeinde zu erhalten. eMunie war immer als Projekt geplant welches eine große Benutzerbasis vorsah. Auf die weiteren technischen Details werde ich vor dem geplanten Börsengang noch einmal im Detail eingehen, da es für mich noch lange nicht sicher ist, ob der dritte Anlauf klappen wird. Interessant ist auch das doppelte Déjà-vu-Erlebniss für eMunie Gründer Dan: Musste er sich vor zwei Jahren Nxt geschlagen geben, als erste Kryptowährung der zweiten Generation (noch dazu ebenfalls in Java programmiert), droht er nun auf dem Feld der Schnelligkeit vom inoffiziellen Nxt-Ableger IOTA in die Schranken verwiesen zu werden. IOTA Chef-Entwickler Come-from-Beyond meldete bereits Ansprüche auf diesen Geschwindigkeitsrekord für IOTA an… Es hat sich zudem viel verändert seit 2013, es gibt neue Giganten wie Ethereum und die Zeit arbeitet deshalb eher gegen Dan und eMunie. 2016 könnte deshalb leider zwei Jahre zu spät sein…


eMunie: Erneute Probleme mit dem Open Beta 1.5

eMunie muss seit den letzten Wochen einen Nackenschlag nach dem anderen einstecken. Irgendwann ist ja mal gut, ich wollte eigentlich recht wohlwollend über das Open Beta 1.5 berichten, welches ich in den letzten Tagen testen konnte. Es gibt ja nicht soviel 2.0 Währungen „developed from scratch“ wie es so schön heisst. Aber auch die Version 1.5 war grausamst verbuggt. So hängt sich das Beta 1.5 ständig auf, lässt sich nicht sauber syncronisieren und auch „Stores“ in der Exchange lassen sich nicht aufsetzen. Die Konsequenz: Das Ganze wird noch einmal verschoben, Dan muss die Bugs fixen.

Hauptkonkurrent Nxt ist das schon weit Voraus: In wenigen Tagen soll bereits der dezentrale Marktplatz starten. Sollte Dan die Probleme bei eMunie noch in den Griff bekommen, könnte es bereits zu spät sein…

Die Tragik von eMunie

Warum habe ich denn so lange nichts über das vielversprechende Projekt eMunie geschrieben? Ganz einfach, es gab nichts zu schreiben. Der Open-Beta-Test ist wirklich ein Trauerspiel. Bereits seit Anfang Februar versucht Dan hier ein sauberes Open Beta zu liefern und immer wieder musste die Zeitleiste nach hinten verschoben werden. Die erste Version war furchtbar verbuggt. Ich hatte sie Mitte Februar getestet und weder das Faucet funktionierte oder der Mining-Prozess (genannt Hatchen). Ich habe nicht darüber gebloggt weil ich nicht weiter auf Dan und eMunie herumhacken wollte und zudem eine schnelle Behebung der Probleme versprochen wurde. Seitdem wird der Zeitplan für den nächsten Open-Beta-Test wöchentlich um eine Woche verschoben. Genau wie ich Dan immer eingeschätzt habe: Ein genialer Programmierer, eine Autodidakt, sicher eine Koryphäe seiner Arbeit. Aber kein Teamplayer. Er will das Ding alleine durchziehen, dabei verkennt er, dass der Wind sich an den Kryptomärkten gedreht hat. Die Zeit der One-Man-Shows ist vorbei, die Szene hat wenig Zeit und Geduld. Man investiert gutes Geld und erwartet dafür eine professionelle Arbeit. Hätte er eMunie Ende November an den Markt gebracht, wäre er jetzt Multimillionär. Nun hat er den Grossteil seiner Community verloren und das Interesse der übrigen Kryptoszene hält sich auch deutlich in Grenzen. In Bitcointalk war eMunie bis Ende 2013 die grosse Hoffnung, jetzt findet es kaum noch Erwähnung. Es ist bereits vor dem Start ein Relikt der Vergangenheit.

Wie will Dan mit seiner One-Man-Show Innovationen integrieren? Bei anderen Kryptoprojekten arbeitet ein ganzer Stab fähiger Entwickler an neuen Features. Dan will immer alles selber machen. Und das führt dann zu diesen unglaublichen Verzögerungen und Bugs. Dazu kamen die internen Querelen und die Rechtsformänderung, worüber ich bereits vor zwei Monaten berichtet habe. Nicht falsch verstehen: Ich werde eMunie eine faire Chance geben und das Beta erneut testen, wenn es denn mal fertig ist. Aber mein Gefühl ist einfach, dass Dan nicht in der Lage ist, zeitnah das Ding weiter voran zu bringen. Der dezentrale Marktplatz wird ja vorerst zu Beginn keine Rolle spielen. Wie will eMunie dann aber den Rückstand zu anderen 2.0 Kryptowährungen aufholen, welche diese Funktion in Kürze einbauen werden? Dan droht zu einem Nikola Tesla der Kryptowährungen zu werden: Genial, aber als Geschäftsmann nicht sonderlich erfolgreich.

Weiter Ärger bei eMunie

eMunie beschäftigt weiter die Kryptoszene. Weniger durch Leistung und pünktliche Lieferung, sondern durch Intrigen wie seinerzeit bei Dallas oder Denver Clan. Es gab ja viele personelle Abgänge kurz vorm geplanten „Börsengang“. Warum sind die Leute gegangen, dazu gab es bisher nur Vermutungen und kleinere Andeutungen. Der eMunie-Veteran eid hat nun ausgepackt. Vor allem diese (hier und hier ) beiden Postings sind sehr lesenswert und geben einen guten Überblick über „Inside eMunie“. Zunächst einmal kritisiert eid, dass das IPO stattfindet obwohl die dezentrale Exchange noch nicht fertig ist. Das Problem ist nur, dass das Preis-Modell davon abhängt, dass auch die Exchange ready ist. Der Preis könnte also drastisch sinken, schlicht weil zuviel eMunie emittiert werden, ohne dass die Exchange da wäre, wo sie nutzenbringend eingesetzt werden könnten. Viel Währung + Wenig Güter = hohe Inflation. Es wirkt wie ein Schnellschuss um Nxt doch noch einholen zu können. Auch eid geht mit meiner Vermutung einher, dass das Closed-Source-System in Zusammenhang mit der Registrierung in UK als „eMunie Ltd“, den Behörden/Geheimdiensten jede Möglichkeit gibt, über sogenannte Backdors eMunie zu überwachen (wie Facebook zum Beispiel). Er stellte auch plausibal dar, dass Dan es keineswegs mit der Wahrheit so genau nimmt. Der Abschuss war für mich, dass Dan wohl den Hatching-Prozess für sich so optimiert hat, dass er über seine beiden Maschinen, einen Grossteil neu generierter eMunies herauszieht, während wir mit unseren SSD-Fesplatten auf den Krümeln sitzen bleiben, die Dan uns gnädigerweise übrig lässt. Hier dieser interessante Abschnitt im Klartext:

„I’d like to ask Fuserleer if he’s fixed the *bug* whereby his 2 hatchers receive at least 10x more earnings that everyone else? The first time someone posted a chart of these earnings, there were 2 which had scores of approximately 300 each. The rest ranged from 30 to 0. Dan admitted the first was his. Then it was pointed out that the second one had „fuser“ in the address (a vanity address). Dan claimed this wasn’t his and made a show of asking for the private key from whoever it belonged to (no one came forward). This was supposedly a random event, coincidentally happening the first time anyone posted the charts. What Dan failed to remember is that he had already, a few weeks previously, posted a screenshot of his vanity address with the word „fuser“ in it. This is where 50% of all gains will go, to these hatchers…“

Was fällt einem dazu ein? Zuerst die Bitcoins kassieren über das IPO, dann durch die Hintertür noch beim Minen/Hatchen absahnen. Mag sein, dass hier Aussage gegen Aussage steht. Dennoch diskreditiert das eMunie weiter. Ich werde mir in den nächsten Tagen das Beta herunterladen und ausprobieren, danach lasse ich wieder von mir hören. Trotz dieser Nackenschläge schreibe ich eMunie noch nicht völlig ab. Eine gewisse Basissympathie und Respekt gegenüber Dans Mammutwerk bleibt erhalten. Ob es für ein Investment reicht entscheide ich in den nächsten Wochen.

eMunie: Kein Start nach Maß

Die Probleme bei eMunie setzen sich leider fort. In den letzten Tagen haben viele alte Weggefährten von Dan eMunie verlassen und giften jetzt rum. Leute, welche sich stets für Dan und eMunie eingesetzt haben. Hier ein schönes Beispiel. Erinnert mich etwas an den Film „The Social Network“. Zudem hat Dan eMunie in UK als Firma registriert. eMunie ist deshalb britischem Recht unterworfen. Das hat gewisse rechtliche Vorteile, bringt aber auch Einschränkungen. eMunie wird zudem auf absehbare Zeit closed source bleiben. Eine Blackbox, bei der wir Dan vertrauen müssen, dass schon alles passen wird. Wir werden also nicht wissen, ob die Geheimdienste (wie beim Fratzenbook oder Mail-Programmen) einen Zugang zum System haben, um sich die ganzen Transaktionen mal anzusehen… Zudem ist das geplante offene Beta, welches seit gestern ready sein sollte, immer noch nicht auf der Webseite erhältlich. Die Webseite ist offline, aber Dan gab zu, dass er wohl selbst das Beta noch nicht 100%ig fertig hatte. Wo wir beim Thema sind: DAN HÄLT TERMINE NICHT EIN!

Ich bleibe bei eMunie am Ball. Abschreiben würde ich das Projekt nicht, aber mit Sicherheit nur kleine Summen investieren, sollte das Fundraising überhaupt noch starten.

Lohnt sich das Minen?

Zu dieser Frage muss man unterscheiden: Bei Bitcoin ist der Zug definitv abgefahren. Da sind wir zu spät dran. Wunderschön auch hier in verständlichen Worten erklärt.

Bei Altcoins sieht die Situation etwas anders aus. Sicher macht es wenig Sinn, selbst mit guter Grafikkarte, jetzt noch Litecoins zu minen. Mit spezieller Hardware liegt man noch leicht über dem Break Even zur Zeit, wenn man die Stromkosten berücksichtigt. Mehr Sinn macht es ein Auge auf neue Altcoins zu werfen (zum Beispiel hier) und zu versuchen bereits in den ersten Stunden dabei zu sein. Kommt die Coin durch, wie zum Beispiel im letzten Monat 42, Premine, Ron Paul Coin etc. und schafft ein Cryptsy Listing, kann man sein gemintes dort abladen und zu Geld machen. Klar, nicht jede kommt durch und schafft ein Listing, mache sind schon nach Stunden weg vom Fenster. Dann hat man Zeit und Strom verbraten.

Bei Altcoins sind auch die ganz neuen Konzepte einen Blick wert: Nxt forkt man stromsparend über den offenen Browser und Java, bald soll darauf Lakshmi [LAK]folgen, welches ebenfalls nur den Browser und offenen Nxt-Klienten benötigt. Auf der gleichen Maschine liessen sich zum Beispiel Feathercoin oder Worldcoin über die Grafikkarte minen und zusätzlich noch eMunie hatchen, sofern eine SSD Festplatte und guter Prozessor zur Verfügung steht. Die Kombination des Ganzen könnte dann durchaus eine ordentliche Profitabilität ermöglichen. Da LAK und eMunie noch nicht fertig sind, werde ich entsprechende Mining-Profitablitätsergebnisse selbst testen und hier veröffentlichen, sobald möglich. Mein sieben Jahre alter Laptop darf in den Vorruhestand und wird durch einen I7-Tower + SSD + 16 GB Ram ersetzt.

Schwierige Wochen für Altcoins 1.0

Die nächsten Wochen werden für klassische Bitcoin- und Litecoinklone äusserst schwierig werden. Schon der Januar war nicht berauschend, wenn wir uns die Kursentwicklung ansehen. Aber der Februar wird wohl noch schlimmer werden. Dafür gibt es vor allem zwei Gründe:

-Die Neuemissionen Ethereum und eMunie werden insgesamt wohl mindestens 5.000 Bitcoins absorbieren. Vor allem Altcoininvestoren werden in diese neuen Kryptowährungen investieren. Es ist simpel zu erkennen, dass dieses Kapital vor allem aus dem Verkauf von Altcoins gewonnnen werden wird. Das ist ein gigantischer Kapitalabfluss. Der Verkaufsdruck wird die Kurse weiter unter Druck bringen.

-Gleichzeitig werden täglich weitere Altcoins auf den Markt geworfen, die in dem nun kleiner werdenden Markt, ebenfalls Bitcoins auf sich zeihen. Der Erfolg von 42, Premine usw. ist auch mit Kapitalzuflüssen aus anderen Altcoins zu begründen. Da klassische Altcoins quasi auf Knopfdruck hergestellt werden können, werden wir auch im Februar viele neue Varianten sehen, die über innovatives Marketing versuchen Kapital auf sich zu ziehen.

Fazit: Wenn Sie vor haben in Ethereum und eMunie zu investieren, sorgen Sie dafür, dass Sie die dafür vorgesehen Bitcoins bereits jetzt in Liquidität haben. Insgesamt sollte Ihr Portfolio aktuell nur bis zu 40% in kleineren Altcoins investiert sein (Alles ausserhalb von Bitcoin, Litecoin, Peercoin und Nxt). Sämtliche kleineren Werte, dürften bis Ende Februar, weitere Kursverluste erleiden.