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OpenLedger: Schnäppchenjagd bei Incent und Blockpay

Das Altcoingeschäft ist extrem kurzlebig. Zwischen Hype und dem Vergessen liegen oft nur wenige Wochen. Das eröffnet Chancen, wenn man seine Hausaufgaben gemacht hat. Ich möchte heute auf zwei Werte eingehen, welche bei OpenLedger gehandelt werden. OpenLedger ist eine Börse, welche direkt über die Bitshares-Blockchain läuft. Dadurch hat man kein Gegenparteirisiko bei Transaktionen, da diese direkt über die Blockchain gesettled werden. Allerdings ist die Liquidität grausam niedrig, es gibt kaum Käufer und nur ein Gesamtvolumen von einigen Bitcoin täglich. Zudem ist die Börse nicht sehr benutzerfreundlich und das Handling benötigt gute Nerven. Für geduldige Käufer, sind das aber sehr interessante Bedingungen. Ich habe zwei Werte herausgepickt, welche ich für sehr interessant halte:

Incent
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Über das Incent ICO hatte ich bereits im September gebloggt. Incent ist eine sogenannte Appcoin und läuft als Token auf der Waves-Blockchain. Das ICO war erfolgreich und es konnten bis Ende November über 1‘000 Bitcoin und 832‘000 Waves eingesammelt werden, was damals rund 1 Million Dollar entsprach. Der ICO-Preis betrug in den ersten 24 Stunden 10‘000 Satoshi, der Preis stieg dann bis zum Ende der Zeichnungsmethode auf 16‘667 an. Es gab allerdings einige Investoren, die mit einem Blockdiscount weniger als die ersten ICO-Investoren zahlen mussten. Incent hat das Ziel eine Art Treuprämienplattform als App zu bauen, welche blockchainbasiert ist. Also ganz grob gesagt eine Art Blockchain-Payback-Karte, nur halt als Smartphone-App. Die erste Version soll im 2. Quartal heraus kommen. Es gibt bereits interessierte Händler welche dieses System in der Praxis einsetzen wollen. Wichtig zu wissen ist, dass diese Geschäfte die Incent zum festgesetzten Preis von 20‘000 Satoshi erwerben müssen, wenn sie ihren Kunden Prämien gewähren wollen. Incent muss diese Token für die Händler über den freien Markt besorgen (sofern der Kurs bei unter 20‘000 Satoshi liegt) hat aber auch das Recht noch einmal die gleiche Anzahl an Tokens zu erschaffen, wie an der ICO ausgegeben wurden. Aber eben zu mindestens 20‘000 Satoshi und nur wenn zu diesem Preis keine Incent auf dem freien Markt erworben werden können. Nun haben wir aber die Situation, dass Incent noch nicht fertig entwickelt worden ist und erst im 2. Quartal starten wird. Zusätzlich wird Incent aktuell an keiner grösseren Börse gelistet. Aktuell kosten die Incent-Token nur rund 5000 Satoshi bei OpenLedger, also rund 50% unter dem ersten ICO-Preis und nur rund ¼ des Preises, welchen Händler für Incent später bezahlen müssen bzw. Incent von der Börse später zurückgekauft werden. Das hat mit der Ungeduld von Investoren zu tun und auch damit, dass durch die ICO-Signatur-Kampagne viele geschenkte Coins verscherbelt werden, ohne Rücksicht auf irgendwelche Preisbarrieren. Die Chance für mittelfristige Investoren! Wer sich zu Preisen von unter 10‘000 Satoshi eindeckt, sollte später noch viel Freude an seinen Incent haben, da ich davon ausgehe, dass sich der Kurs im zweiten Quartal in Richtung des Händlerpreises von 20‘000 Satoshi entwickeln werden wird. Als ich diesen Beitrag begann war Incent nur bei OpenLedger gelistet. In den letzten Tagen sind noch Cryptopia, Liqui und Tidex hinzugekommen, welche aber ebenfalls nicht sehr liquide sind und dem Kurs auch nicht helfen konnten. Aktuell ist die Liquidität bei Cryptopia allerdings besser als bei OpenLedger.

Blockpay
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Bei Blockpay handelt es sich um einen Zahlungsanbieter für Händler. Die Idee ist, dass Kunden bei Geschäften welche Blockpay unterstützen mit jeder gängigen digitalen Währung bezahlen können, also nicht nur Bitcoin, sondern auch Ethereum und andere Altcoins. Dazu benötigen die Händler lediglich eine App, zudem ist Blockpay mit dem Odoo-System voll kompatibel welches bei vielen Händlern Verwendung findet. Das Bild oben zeigt ein schönes Beispiel, wie Blockpay in der Praxis als Zahlungssystem Verwendung finden könnte. Hier im Detail:
blockpay
Blockpay wird sogar in die Richtung weiterentwickelt, dass es praktisch auf allen Hardware-Geräten laufen soll und sogar in Richtung Microzahlungen und IOT Verwendung finden soll. Die Münchener Firma führte im Sommer ein kleines Pre-ICO durch um eine Anschubfinanzierung für die ersten Monate zu erhalten. Von den 100‘000‘000 Blockpay-Token wurden 6‘500‘000 für das Pre-ICO angeboten und zwar mit einem Rabatt von bis 42% auf den regulären Preis von 0.0005 Bitcoin oder eben 50’000 Satoshi. Die Investoren zahlten also mindestens 28’800 Satoshi je Token. Das Marketing lief auf Sparflamme, so dass nicht einmal sämtliche Token von Investoren erworben wurden. Selbst ich verpasste dieses Pre-ICO, obwohl ich gerne daran teilgenommen hätte. Blockpay läuft über die Bitshares BlockChain, so dass die Coin schnell auf OpenLedger angeboten wurde. Aber auch hier das gleiche Bild wie bei Incent, das Interesse verflachte, Investoren versuchen auszusteigen, ohne Käufernachfrage. Ein reiner Verkaufsmarkt entstand, ohne nennenswerte Nachfrage bröckelte der Kurs immer weiter ab, auf aktuell unter 15’000 Satoshi je Token. Nun ist Blockpay aber gerade einmal am Beginn des Weges. Das richtige ICO soll im Frühjahr erfolgen und auch entsprechend mit Marketingmassnahmen unterstützt werden. Blockpay hat zum Beispiel nun eine Community-Managerin eingestellt um das ICO professionell zu begleiten. Zusätzlich wird das Unternehmen auf einer „World Tour“ sein Geschäftsmodell auf fast allen Kontinenten erläutern. Und es ist wichtig zu erläutern, dass der Preis auf jeden Fall höher sein sollte als 30’000 Satoshi. Die späteren Investoren müssen ja mehr zahlen als die Pre-ICO-Investoren, sonst würde das Projekt an Glaubwürdigkeit einbüssen. Es ist also sehr sehr wahrscheinlich, dass bei der offiziellen ICO-Ankündigung bei OpenLedger bis zum ICO-Kurs leergekauft wird. Hierzu sind nur wenige Bitcoin erforderlich. Faktor 2 ist also auf jeden Fall drin für heutige Investoren und das bereits innerhalb weniger Monate.

Wichtig ist bei beiden Werten: Streng limitiert vorgehen. Das geringe Volumen nötigt Investoren einige Tage Geduld ab. Aber diese Geduld sollte sich entsprechend auszahlen. Bei beiden Werten gibt es ungeduldige Wale, welche sich einen Schluck zuviel aus der ICO-Pulle gegönnt haben und dankbar sind für Volumen auf der Käuferseite, damit sie ihren Anteil ermässigen können. Die Ungeduld der Verkäufer von heute ermöglicht die Profite von Morgen der Käufer!

Disclaimer – Hinweis auf Interessenskonflikt: Der Autor ist in die oben genannten Kryptowährungen selbst investiert.

IOTA – Vorverkauf bereits gestartet

IOTA habe ich ja bereits vor einigen Tagen ausführlich vorgestellt. Der Vorverkauf ist nun bereits seit Mittwoch im Gange. Der Prozess ist sehr simpel: Wer Interesse an IOTA hat soll einfach mindestens 0.01 Bitcoin an die Adresse 1G8hh3bHMMhZSATwisBVbGFSYBKK3Suib8 senden. Wichtig ist es dabei eine Absende-Adresse zu verwenden, von der auch kleinere Zahlungen möglich sind. So eine kleine Zahlung soll das Guthaben dann ab dem 22. Dezember legitimieren (das stellt sicher, dass der Absender immer noch die Kontrolle über den Bitcoin-Account hat). Näheres wird an diesem Datum auf der extra eingerichteten Seite collect.iotatoken.com bekannt gegeben werden. Also als Absenderadresse nicht Bitcoin.de benutzen (kleine Zahlungen nicht möglich) sondern entweder den eigenen Bitcoin-Klienten oder ein Anbieter wie Blockchain.info. Wichtig ist: Wer bis am Donnerstag, den 3. Dezember um 15:00 Uhr (2 PM UTC) überweist, bekommt 15% Early Bird-Bonus. Es macht natürlich Sinn, dies mitzunehmen. Der Verkauf läuft dann bis zum 21. Dezember. Die 999‘999‘999 IOTA werden dann entsprechend an alle Investoren je nach ihrem Einzahlungsbetrag verteilt. Auch die Halter von Jinn-Assets können in IOTA umtauschen, ich hatte diese Vermutung ja bereits in meinem ersten Beitrag zu IOTA geäussert. Nähere Details zum IOTA-Vorverkauf siehe auch im Bitcointalk-Thread. Vorbildlich finde ich, dass die Initiatoren sich auch sehr deutlich zu den vielen Risiken äussern, die dem Investor drohen. Jeder potentielle Investor sollte sich diese vier Seiten durchlesen, bevor er sich entscheidet.

Fazit: Die Risiken sind sehr hoch. IOTA wendet neue Technologie an, die erste dezentrale Kryptocoin ohne Blockchain sondern dem sogenannten Tangle. Wird das in der Praxis funktionieren? Kann das IOTA-Netwerk die ersten Angriffe abwehren (Nxt wäre durch Angriffe am 23 Dezember fast kollabiert und konnte nur durch stundenlangen Einsatz von Come-from-Beyond gerettet werden)? Kommt es überhaupt zur Zuteilung der Coins, sofern die Entwickler nicht mit den Bitcoin verschwinden?

Ich bin mir über diese Risiken im Klaren und habe dennoch investiert. IOTA vereinigt für mich drei sogenannte Killerkriterien:
-Echtzeit-Zahlungen
-Blockchainlose Technologie, die sehr geringe Hardwareanforderungen stellt
-Verbindung mit passender Hardware Jinn um im Billionenmarkt „Internet der Dinge“ durchzustarten

Mir würden schon ein oder zwei der oben genannten Gründe für ein Investment reichen. Dazu haben wir dann noch ein Team welches in meinen Augen von der Qualität her mindestens so gut wie Ethereum besetzt ist. IOTA stellt für mich die größte Chance dar, die sich am Kryptomarkt seit Nxt geboten hat und bringt gute Voraussetzungen dafür mit, der Überflieger des Jahres 2016 zu werden. Es gilt aber, aufgrund der sehr hohen Risiken, wirklich nur Summen zu investieren, die problemlos abgeschrieben werden können.


IOTA – Kryptowährungsrevolution zum Internet of Things!

In meinem letzten Beitrag habe ich auf eine Neuentwicklung hingewiesen, welcher ich enorm grosses Potential zutraue, da sie praktische Nutzbarkeit mit völlig neuer Technologie verbindet. Ich lehne dabei auch nicht zu weit aus dem Fenster in dem ich behaupte, dass es sich dabei um die Erste Kryptowährung der dritten Generation handelt:  IOTA! Der Name erscheint etwas sperrig, es handelt sich dabei aber um eine Zusammensetzung der Begriffe: Internet-of-Things Token. IOTA setzt bei einem Problem an, welches aktuell sogar die Zukunft des Bitcoins gefährdet: Der Blockchain wird schwerer und schwerer. IOTA verzichtet auf einen klassischen Blockchain und ersetzt das Konzept durch einen sogenannten Tangle (Directed Acyclic Graph). Das sieht grafisch so aus und es existiert auch ein Whitepaper dazu. Die Idee für eine Kryptowährung ohne Blockchain wird zwar seit einiger Zeit in der Community diskutiert (siehe hier zum Beispiel DagCoin), aber freilich war bisher niemand dazu in der Lage, dies auch praktisch umzusetzen. IOTA wird der Reality Check dieser Idee sein.

IOTA ist als schnelles Leichtgewicht konzipiert und das Tangle-Konzept soll dazu führen, dass die Währung auch in der Zukunft schnell und schlank bleibt, da der Blockchain nicht mehr „mitgeschleppt“ werden muss. Zusätzlich soll der Tangle noch andere spezifische Vorteile mit sich bringen, wie ein Schutz vor Quantencomputern, die Möglichkeit schnell kleinste Zahlungen vorzunehmen, eine Dominanz großer Mining-Pools verhindern und zudem sehr geringe Hardwareanforderungen benötigen. Das soll IOTA dazu in die Lage versetzen Kommunikations- sowie Bezahlungsgrundlage des sogenannten Internet of Things zu werden. Das „Internet der Dinge“ gilt als die zweite digitale Revolution und das Marktpotential wird auf viele Billionen Dollar geschätzt. Aber das ist noch nicht alles, IOTA soll auch als Mittler zwischen den verschiedenen Kryptowährungs-Systemen (wie Etherium) fungieren, durch direkte Kommunikation/Supplementation mit deren Blockchain, wodurch sich deren Sicherheit sogar erhöhen würde. Das ist doch mal eine Vision. Und das ist was ich von einer Altcoin erwarte, praktische Antworten auf dynamische Entwicklungen. Dabei geht IOTA bewusst in eine andere Richtung als viele 2.0 Coins zuvor: Nxt, Quora, Nem etc, sind große Ökosysteme mit vielfältigsten Anwendungsmöglichkeiten. Das macht sie aber auch entsprechend „schwer“. IOTA wird keine Asset-Exchange, Marktplatz etc. beeinhalten es geht nur darum die Kernkompetenz möglichst schnell (Echtzeitzahlungen!) und möglichst leicht zu erfüllen. Das könnte generell ein Schlüssel sein, nachdem es sich aktuell in den Marktkapitalisierungen der 2.0 Währungen andeutet, dass dies doch nicht die ganz großen Durchbrüche waren, worauf der Markt bisher gewartet hat.

Der zweite Aspekt, der mich an IOTA überzeugt, ist das Team. Tatsächlich handelt es sich beim Chefentwickler um den legendären Come-from-Beyond. Der Weißrusse (Name: Sergey Ivancheglo) war maßgeblich dafür verantwortlich, dass sich Nxt nach dem Rückzug von BCNext  zu dem weiterentwickeln konnte, wo es heute steht (es gibt Stimmen, die halten ihn für BCNext…). Er spielte bereits vor mehreren Jahren damit eine eigene Kryptowährung zu entwickeln, und entwarf bereits mehrere Konzepte: 2012 Qubic oder im Jahr 2014 Lakshmi. Er genießt enorm hohes Vertrauen in der Community und hat, was ebenfalls sehr wichtig ist, die Zugkraft eine schlagkräftige und engagierte Bewegung für dieses neue Projekt aufzubauen (die Nxt-Community konnte sich kaum von ihm lösen). Typische Reaktionen auf die Ankündigung von ihm hier, hier, hier, hier oder hier.  Das Whitepaper wurde von Serguei Popov aka mthcl erstellt. Neben Come-from-Beyond Co-Head im Team ist Uniqueorn aka Triangle. Auch er agiert nicht anonym, sein Name ist David Sønstebø und er kommt aus Norwegen. Come-from-Beyond und Triangle arbeiten bereits seit über einem Jahr (zusammen mit Wesley) am Hardwareprojekt Jinn (Jinnlabs), bei dem es darum geht einen neuen Prozessor zu entwickeln der irgendwo zwischen Intel’s CPU and NVidia’s GPU liegt. Die Funktionsweise wird hier beschrieben und soll künftig auch im Internet of Things eine maßgebliche Rolle spielen. Das ist ein echtes Langzeitprojekt mit freilich sehr unsicheren Erfolgsaussichten (als kleines Team zwischen den Giganten wie Apple oder Intel…).  Der Jinn-Prozessor ist also die Hardware, während IOTA die Kommunikations- und Zahlungsrolle übernehmen soll (hier von Triangle erklärt). Anbei noch einige interessante Zitate von Triagle aus seinem sehr lesenswerten Interview mit dem Cointelegraph:

„IOTA ist ein dezentraler, sehr leichtgewichtiger und mikrotransaktionsfähiger Token, welcher optimiert ist für das Internet der Dinge.“

„Anstatt zu versuchen, ein Schweizer Taschenmesser mit mittelmäßigen Anwendungsfunktionen zu erstellen, fokussierten wir uns lieber darauf, die absolut beste Lösung für Mikrotransaktionen zu finden. Zusätzlich aktivieren wir die Möglichkeit, mit anderen Blockchains zu kommunizieren, um so ein zusammenhängendes Ökosystem zu schaffen, wo wirklich gute Lösungen zusammenarbeiten, anstatt fragmentierte Projekte, bei denen wir allenfalls am Monopol des Bitcoin kratzen würden. Im Wesentlichen das Beste aus beiden Welten. Wir sind bereits in Gesprächen mit den Communities von Ethereum, Bitshares, Nxt und Bitcoin um Überlegungen zu treffen, wie die verschiedenen Technologien zusammenarbeiten können.“

IOTA kann nicht gemint werden sondern wird wie bei Nxt vor gut zwei Jahren über ein ICO Verfahren verteilt. Dazu muss man Bitcoin an eine spezifische Adresse senden und zusätzlich eine Nachricht anhängen. Dies soll bis Weihnachten erfolgen, es stehen hier noch keine Details fest, außer, dass es wohl rund 1 Milliarde IOTA geben wird (wie bei Nxt). Diese Milliarde wird dann auf die Investoren je nach ihrem Anteil verteilt. Jinn-Investoren sollen ebenfalls die Chance erhalten ihre Jinn-Shares in IOTA umzuwandeln. Dies gilt aber leider nur für „Altinvestoren“, die vor dem 21. Oktober in Jinn investiert waren – ein Kauf von Jinn jetzt um über diesen Umweg IOTA zu erhalten ist also offiziell nicht mehr möglich. Ob in der Praxis dann diese Restriktion auch durchgesetzt wird, wird sich  zeigen. Schließlich heißt es in der Ankündigung auch: „…we wish to minimize the amount of holders for logistics reasons.“  Eine weitere Besonderheit ist, dass die Transaktionen komplett gebührenfrei sind, was Sinn macht, da es ohne Blöcke auch keinen Block-Reward geben kann.

IOTA ist neunstellig hinter dem Komma und damit noch kleinteiliger als der Bitcoin, dessen kleinste Einheit, der Satoshi, sich acht Stellen hinter dem Komma befindet. Vermutlich um bei IOTA wirklich Kleinstzahlungen möglich zu machen (kleiner als in Satoshi). Gesichert wird IOTA durch ein Brain-Wallet, daher die Coins gehen nicht auf den Klienten sondern verbleiben im Tangle und werden lediglich durch das Passwort abgerufen (ebenfalls wie bei Nxt). Ich oute mich als Fan dieser Lösung, da ich die Vewahrung im Tangle für weit sicherer halte als auf meinem Computer. Wie viele Bitcoin-Wallets sind durch Festplattencrashs oder andere Probleme unrettbar verschwunden? Die Coin wird wie Nxt in Java programmiert und das Team wird zum Start auch einen Klienten bereitstellen. Ein Java-Klient hat den Vorteil recht anfängerfreundlich zu sein, mir war es zum Beispiel möglich, selbst als blutigster Amateur, den Nxt-Klienten vor zwei Jahren auf einem sieben Jahre alten Laptop ohne Probleme zum Laufen zu bringen – was mir bei vielen Scrypt-Coins nicht gelang…

Trotz aller Euphorie darf man die Risiken nicht außer Acht lassen. Das Projekt IOTA steht und fällt momentan mit einem einzigen Mann, der zudem in Minsk lebt. Es ist nicht sicher, ob diese Coin überhaupt in der Praxis funktioniert, es ist ein völlig neues Konzept ohne Blockchain, IOTA wagt sich in bisher unbekanntes Terrain und deshalb ist das Risiko eines Scheiterns auch ungleich höher. Und nicht zu vergessen: Wenn das ICO ohne Cap stattfindet, daher, jeder darf soviel investieren wie er will, kann durchaus eine vier- oder gar fünfstellige Anzahl an Bitcoin zusammen kommen. Das begrenzt natürlich den möglichen „Zeichnungsgewinn“ stellt aber auch die Gefahr da, dass das IOTA-Team sich nur finanziell bedient und nicht liefert (auch wenn Come-from-Beyond wirklich in den letzten vier Jahren einen blendenden Eindruck hinterlassen hat und er der Letzte wäre, dem ich einen ICO-Scam zutrauen würde). Zudem leiden ICO-Coins immer unter der Nicht-Akzeptanz von Teilen der Community und Minern. Und natürlich muss IOTA auch den Praxistest im Internet of Things bestehen, denn sollte Jinn scheitern, sollten auch andere Anbieter Interesse an einer Implementierung von IOTA haben, sonst handelt es sich nur um eine weitere Altcoin, welche ihr Dasein ausschließlich als Spekulationsobjekt auf Krypto-Börsen fristet.

Fazit: Trotz dieser Risiken bleibt unter dem Strich für mich IOTA das bisher interessanteste Krypto-Projekt seit Nxt und die Chancen übersteigen die Risiken in meinen Augen bei weitem. Es könnte sich hier um eine echte Kryptowährungs-Revolution handeln! Selbst die 2.0 Währungen wie Nxt haben noch einen klassischen Blockchain, welcher bei IOTA nicht mehr existiert. Man kann also mit Fug und Recht behaupten, dass es sich bei IOTA um die erste Kryptowährung der dritten Generation handelt! Sehr hilfreich ist auch, dass IOTA sich nicht als Konkurrenz, sondern als Ergänzung der fragmentierten Kryptogemeinde sieht. IOTA als Kitt, welcher die unterschiedlichen Kryptosysteme vernetzt und sie so zu einem großen Ökosystem zusammen wachsen lässt. Selbst wenn die spätere Praxisumsetzung nicht gelingen sollte, ist ein Starthype wegen den oben genannten bahnbrechenden „Killerkriterien“ garantiert. Ich werde hier am Ball bleiben und weiter ausführlich über dieses Projekt berichten.

PS: Wer ungeduldig und risikobereit ist: Die „Mutterfirma“ Jinn wird an der Nxt-Asset Exchange gehandelt. Offiziell können Neuinvestoren von Jinn nicht mehr in IOTA umtauschen, gleichzeitig will das Team über den Umtausch aber auch möglichst viele Jinn-Investoren loswerden. Es besteht also zumindest die Chance, dass auch Neuinvestoren von Jinn ihre Anteile in IOTA umtauschen dürfen. Ich selbst habe mir deshalb einige Jinn-Shares gekauft, muss aber auf den bereits sehr stolzen Preis hinweisen von aktuell 300 Nxt – vor einem Jahr nur 85 Nxt. Jinn-Shares sind kein Schnäppchen (Marktkapitalisierung ein Drittel der Nxt Marktkapitalisierung!) und Hochrisikopapiere, bitte nicht vergessen. Risikoloser ist es sich lediglich Bitcoin-Reserven anzulegen um für das ICO gerüstet zu sein.