DECENT ICO – Interessant aber…

decent-ico-annDer ICO-Boom hat wegen dem DAO (gescheitert, aber Geld zurück) und Waves (Zuviel Bitcoin eingenommen, aktueller Preis deutlich unter dem ICO-Preis) nur kurz gelitten. Das große Geld lockt eben die Initiatoren und die Brieftaschen der Investoren und Spekulanten sitzen immer noch recht locker. Die Flut neuer Projekte ist Fluch und Segen zugleich. Ein Fluch, da es immer schwieriger wird die vielversprechenden von den weniger guten Projekten zu unterscheiden. Zudem sinkt natürlich die Qualität, wir sehen viel Nachahmer-Projekte, welche die Initialerfolge ihrer Vorgänger für sich ausschöpfen wollen. Viele Worte, schöne Grafiken und Webseiten, aber oftmals wenig Konkretes dahinter. Es war früher viel leichter Nullnummern zu erkennen und direkt auszusortieren.

Gleichzeitig ist der ICO-Boom auch ein Segen: Die potentiellen Investoren werden so kirre gemacht, dass sich das Kapital auf die verschiedenen Projekte aufteilt, dadurch wird ein Überschießen (wie bei Waves) erschwert. Zudem kann man es sich so leisten, abzuwarten, wenn man eine gute ICO verpasst (Heat wäre ein gutes ICO gewesen, habe ich verpasst) kommt wenige Tage später der nächste interessante Kandidat. Wichtig ist es Geduld und Anlagedisziplin zu wahren. Im Zweifel besser nicht investieren. Was nicht vergessen werden darf ist die Kapitalbindungsdauer. Es ist mitnichten so, dass die ICO-Projekte direkt rentieren und ein Börsengang erfolgt. Meistens muss man als Investor mindestens zwei Monate warten, manchmal ein Jahr und länger. Und es gibt Projekte die ganz scheitern oder ein Scam sind. Kursverlust: 100%.

Ich agiere deshalb im Blog mit sehr angezogener Handbremse am ICO-Markt. DECENT gehört aber auf jeden Fall zu den interessanteren Kandidaten. Ich bin Dank Blogger-Kollege Marcus Pleines bereits im November letzten Jahres auf DECENT aufmerksam geworden. Die Vision von DECENT ist es ein integriertes und vertrauenswürdiges weltweites System zu entwickeln um digitale Inhalte zu verbreiten. Dies soll über eine blockchain-basierte Plattform mit Mining-Rewards passieren, wodurch diese Inhalte unzensierbar und frei sind. Ein bisschen wie Steemit, nur weniger auf Social Media ausgelegt sondern größer angelegt, von der Text-Distribution, Musik, Software, Fotos bis hin zum Filmen. Das hat auch ein bisschen was von MaidSafe. Die DCT-Token stellen dabei den Schmierstoff dar um diese Inhalte zwischen den drei Nutzergruppen Autoren, Lesern und Minern zu teilen. Die Miner werden benötigt um die Blockchain am Laufen zu halten und den Speicherplatz vorzuhalten, sie erhalten deshalb einen Reward von den Autoren, die eine kleine Veröffentlichungsgebühr bezahlen. Hier ist noch das Whitepaper dazu. Das macht Eindruck, wir haben es mit einem hochprofessionellen ICO zu tun, welches mit sehr großem Team und riesiger Medienbegleitung startet. DECENT ist sicher eines der professionellsten Pre-Market Projekte, die ich bisher gesehen habe. Wobei wir hier beim Punkt sind, es gibt zwar bisher etwas Code, aber noch kein fertiges Programm. Die Entwicklung steckt noch am Anfang, es werden vor 2017 keine Ergebnisse erwartet. Zudem bleibt für mich die Frage offen, wie geht die Plattform mit offensichtlich verbotenen Inhalten um? Was passiert mit ISIS-Videos oder gar Kinderpornogrpahie? Diese Faktoren erhöhen das Risiko freilich beträchtlich.

Die ICO-Bedingungen sind äußerst durchdacht. Es werden 70% aller Token beim ICO ausgegeben, die restlichen 30% sind für die Zukunft als Mining-Reward vorgesehen, so dass Minern neben den Autor-Gebühren eine zweite Einkommensquelle zur Verfügung steht. Von den restlichen 70% sind folgende Teile reserviert:
10% für die DECENT Stiftung (mit Sitz in der Schweiz übrigens)
2% für den Investment Fonds
1,000,000 DCT für das DECENT Bounty Programm
3,000,000 DCT für das Pre-Software Marketing.

Also das übliche Pre-Mining und Bounty-Programm, wie es seit Lisk mehr oder weniger Standard ist. Das ist in Ordnung, lieber so als, dass dann bereits nach dem Launch Kapitalknappheit da ist. Mir ist es lieber, wenn ein Projekt von Anfang an sauber durchfinanziert ist. Im Nachhinein die Investoren für verschiedenste Sachen anzupumpen und ihnen indirekt zu drohen, ist sicher nicht die optimale Lösung. Für den Rest der Token beginnt am Samstag um 15:00 Uhr das ICO und zieht sich dann über acht Wochen hin. In den ersten 24 Stunden erhält man einen Bonus von 50%, allerdings begrenzt auf 10 Millionen DECENT Token (Gegenwert von 2‘000 Bitcoin). Wer beim ICO dabei sein will, dem rate ich eindringlich, innerhalb der ersten Stunden zu investieren. Der Bonus schmilzt dann nämlich auf 10% für die erste Woche. Danach gibt es keinen Bonus mehr, dafür wird der Preis sukzessive jede Woche erhöht:

Das bedeutet, dass ein Investor der ersten Stunde für einen Bitcoin 7‘500 DECENT erhält. Preis also 13‘333 Satoshi je DCT. Wer erst in der achten Woche im November investiert erhält gerade einmal noch 3‘000 DECENT je Bitcoin. Zahlt also 33‘333 Satoshi je DCT oder 150% mehr. Mir ist bisher kein ICO bekannt, bei dem frühe Zeichner einen derart hohen Bonus im Vergleich zu den späteren Investoren erhalten haben.

Fazit: Investoren sollten sich nicht nur vom hohen ICO-Bonus blenden lassen. DECENT steht noch ganz am Anfang, es wird kein Börsengang vor dem 1. Quartal 2017 geben (schon jetzt wird eher auf Q2/2017 spekuliert). Und hier sind die üblichen Verspätungen noch nicht berücksichtigt. ICO-Zeichner werden viel Sitzfleisch benötigen. Nicht jeder bringt soviel Geduld mit. Kommt DECENT aber durch und die Plattform kann wie geplant starten, sollte sich ein Investment für Zeichner finanziell auszahlen. Ich rate risikofreudigen Investoren, welche mindestens 6-12 Monate Geduld haben, deshalb zur Zeichnung. Auf Grund der hohen Risiken aber nur, wenn der 50% Bonus noch verfügbar ist.

Noch ein Tipp: Das Bounty-Programm ist mindestens 200 Bitcoin schwer. Es lohnt sich den Newsletter von DECENT zu abonnieren, DECENT bei Twitter zu folgen und bei der Bitcointalk-Signatur-Kampagne mitzumachen um ohne großen zeitlichen Aufwand einen Teil dieses Kuchens für sich abzuschneiden.

Disclaimer – Hinweis auf Interessenskonflikt: Der Autor ist in den oben erwähnten Kryptowährungen selbst investiert