Archiv für den Monat August 2016

Steemit: Interessant für Blogger aber nichts für Altcoininvestoren

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Wie versprochen widme ich meinen heutigen Beitrag der Social-Media-Blockchain-Plattform Steemit. Steemit erreichte aus zwei Gründen enorm hohes Interesse in der Community. Zunächst einmal durch den nahezu beispiellosen Kursanstieg von Null auf 400 Millionen Dollar von April bis zum Juli (Aktuell immer noch 164 Millionen Dollar). Und dann auch durch die enorm hohe Vergütung von Beiträgen auf der Steemit-Plattform. So sind meine Blogger-Kollegen haufenweise zu Steemit gewechselt, wo sie oft ihre Beiträge spiegeln, und kassieren je Upvote (wie „Daumen hoch“ bei Facebook“) sehr gutes Geld in Form von mehreren Dollar. Man bekommt also Geld für erstellte Inhalte, welches bisher in dieser Höhe gar nicht möglich gewesen war. Meine Kollegen vom BTC-Echo haben das hier sehr gut und detailliert erklärt. Und hier gibt es nichts zu rütteln, das funktioniert sehr gut und bereits jetzt weist Steemit eine enorme Inhaltsfülle auf, weit über Kryptowährungen hinaus. Das ewige Dilemma des Internetschreibers meist nur Brosamen für seinen Content zu erhalten scheint mit Steemit ein Ende gefunden zu haben.

Nun kommen wir aber zur Kehrseite der Medaille. Weil: Irgendwo muss das viele Geld ja herkommen! Wie konnte Steem denn auf eine Markkapitalisierung von über 400 Millionen Dollar hochschießen? Aceofwallstreet hat in einem sehr lesenswerten Beitrag die vielen Ungereimtheiten auch zum vermeintlich fairen Start ohne Premining beschrieben. Auch diese Seite belegt, dass sich Steem weitgehend zentralisiert in der Hand einiger weniger Wale befindet. Kritiker gehen also von folgender Taktik aus: Zunächst mit wenig Volumen den Preis an den Altcoinbörsen hochschieben, indem Pakete von einem Wal zum anderen Wal verkauft werden (Vergleichbar Rubycoin und viele weitere Alts). Danach sehr grosszügig weiterverteilen (hier über Content) so dass die Plattform immer mehr Nutzer und Interesse auf sich zieht, wodurch sich auch eine gewisse Käuferschicht zu den erhöhten Preisen findet.

Und dann: Abverkaufen!

Fazit: Der letzte Abschnitt mag zu drastisch sein. Es handelt sich hier um Vermutungen, die sich auf einige Indizien stützen. Dennoch rate ich zur Vorsicht, für mich ist Steem(it)absolut kein Investment und ich gehe von weiter sinkenden Kursen aus. Anders sieht es natürlich für Blogger aus, die Plattform bietet aktuell viel Geld für den Content und das sollte man mitnehmen.

Poloniex: Umtauschmöglichkeit für DAO in Ethereum

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Die größte und bedeutendste Altcoinbörse Poloniex bietet jetzt den Umtausch von „The DAO“ in Ethereum (ETH) an. Dieser Umtausch ist selbstverständlich auch über die Mist-Wallet und andere ETH-Clients möglich. Und von dort auch sicherer, allerdings auch schwieriger, was diese Anleitung zum Umtausch von DAO bei Mist zeigt. Poloniex hat das sehr komfortabel und selbsterklärend gelöst. Dazu muss man sich lediglich hier einloggen: https://poloniex.com/dao/ und die Anzahl an DAO zum Umtausch in Ethereum eingeben:
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Für 1000 DAO erhält man 10 Ethereum (ETH). Das funktioniert sehr einfach und ist kostenfrei. Wichtig ist natürlich, dass Poloniex nur DAO-Kontrakte umtauschen kann, welche sich in der Wallet bei Poloniex befinden. Der Umtausch ist nach wenigen Minuten erfolgt. Freilich empfiehlt sich bei Poloniex nicht zuviel Ethereum auf Dauer zu lassen (siehe Bitfinex). Lieber auf der eigenen Wallet wie Mist oder als Paper-Wallet.

Noch ein paar Worte zu Ethereum Classic (ETC): Zunächst einmal hier eine Anleitung wie man umsonst an Ethereum Classic kommen kann, sofern man Pre-Fork Ethereum besessen hat. Das funktioniert aber nur bei Pre-Fork Ethereum nicht beim DAO. Wer DAO besitzt wird kein ETC erhalten weil der DAO dort noch ohne Bailout existiert, also quasi leergeräumt bzw. sich im Würgegriff des Hackers befindet. Hier schön beschrieben. Ethereum Classic wird zudem von Ethereum-Chef Vitalik Buterin nicht weiterentwickelt werden. Er wird Ethereum (ETH) treu bleiben, das stellte er unmissverständlich klar. Ich halte den aktuellen Höhenflug von ETC deshalb für ausgereizt; mittelfristig wird ETC nur eine Altcoin von Vielen sein und nicht an die Marktkapitalisierung von Ethereum heran kommen. Der aktuelle Kurs von 0.0049 BTC bzw. 2.70 USD mit einer Marktkapitalisierung von 220 Millionen Dollar sollte zum Ausstieg genutzt werden.

Ethereum (ETH) ist aktuell ebenfalls nur eine Halteposition. Die Unsicherheiten um den DAO und den Fork + ETC müssen zuerst einmal verdaut werden. Zudem dürfte ein gewisser Verkaufsdruck auf Ethereum lasten, da viele DAO-Umtauscher ihre Ethereum nicht behalten werden, sondern wieder in Bitcoin umwechseln werden. Auf der anderen Seite ist das Ethereum-Ökosystem das aktivste neben Bitcoin und besitzt mit Vitalik Buterin eine visionäre Führungspersönlichkeit, welche auch grossen Anklang bei den Medien findet. Die Summe der Fakten ergibt für mich folgendes Bild:
Ethereum (ETH) -> Halten
Ethereum (ETC) -> Verkaufen

Disclaimer – Hinweis auf Interessenskonflikt: Der Autor ist in den oben erwähnten Kryptowährungen selbst investiert

Bitfinex-Hack prügelt Bitcoinkurs nach unten

Das Timing hätte nicht viel schlechter sein können. Der Bitcoin-Kurs hatte bereits damit zu kämpfen, dass die Marke von 700 Dollar nicht nachhaltig überwunden werden konnte nach dem Halving. Die Aufwärtsdynamik hatte deutlich an Schwung verloren und so bröckelte der Kurs Richtung 600 Dollar in den letzten Tagen und wirkte unter technischen Gesichtspunkten stark angeschlagen. Die gestrige Meldung, dass Bitfinex gehackt worden war, hat den Kurs seit gestern Abend jetzt noch stärker unter Druck gebracht (aktuell 550 USD). Bitfinex ist ein grosser Player, vor allem wenn es bei Transaktionen USD zu Bitcoin geht. Um die Dimension des Ganzen aufzuzeigen: Der Mt. Gox Hack, der bisherige Supergau aller Bitcoin-Börsen-Hacks, brachte den Verlust von rund 850‘000 Bitcoin. Jetzt bei Bitfinex sind es immerhin mindestens 119‘756 im Gegenwert von aktuell 65 Millionen Dollar. Das ist schon eine ordentliche Hausnummer und wird nicht innerhalb eines Tages vergessen werden.

Die Folgen: Die meisten Massenmedien werden diesen Fall wieder genüsslich auswälzen und darauf hinweisen wie unsicher und volatil der Bitcoin-Kurs sei. Vor allem auch, da die Ethereum-Misere mit dem DAO-Hack und dem anschliessenden Split in ETC und ETH derzeit auch dort hochgespielt worden ist. Kryptos werden wieder ein Stück weit stärker in Richtung „Wild West“ diskreditiert. Ein weiterer Nackenschlag. Auch Altcoins werden davon kaum profitieren. Schliesslich macht dieser Hack bewusst, an welch seidenem Faden die Marktstabilität hängt. Stellen wir uns nur einmal vor was für Folgen ein Hack von Poloniex für Altcoins hätte. Das würde den Markt um mindestens ein Jahr zurückwerfen und zu gigantischen Kursverlusten führen.

Was lernen wir daraus: Grössere Summen an Bitcoin und Altcoins nicht bei Börsen deponieren. Ich empfehle dafür – wo verfügar – Brain-Wallets (zum Beispiel Nxt oder IOTA), Paper-Wallets oder spezielle Hardware wie den Trezor. Es empfiehlt sich auch insgesamt im Verhältnis zum Gesamtvermögen nicht zuviel in Kryptowährungen zu investieren. Es ist eine spekulative Nische, welche sich momentan unter Sicherheitsaspekten noch bei weitem nicht mit Gold oder Silber messen kann. Zudem wird es in den nächsten Monaten wieder deutlich schwerer werden an den Kryptomärkten Kursgewinne zu realisieren (was im ersten Quartal ein Kinderspiel darstellte).