Die Bitcoin-Kreditkarte Wirex im Praxistest

Bitcoin Kreditkarte neu
Trotz des aktuellen Bitcoin-Booms, ist die Zahl der Akzeptanzstellen im Zahlungsverkehr überschaubar geblieben. Aber es gibt eine alternative Möglichkeit seine Bitcoin über einen kleinen Umweg doch noch bei Zahlungen des täglichen Bedarfs einzusetzen: Ich selbst bin im Januar diesen Jahres auf das Angebot von Wirex aufmerksam geworden. Damals hieß das Unternehmen noch e-coin und hat mittlerweile ein „rebranding“ durchgeführt. Das Angebot ist schnell erklärt: Wirex bietet Prepaid-Kreditkarten von Mastercard an, die man mit Bitcoin aufladen kann. Dabei werden Pfund, Dollar und Euro unterstützt. Die Plastikkarte kostet einmalig 17 Dollar und kann auch per Bitcoin bezahlt werden. Es gibt die Möglichkeit die Kreditkarte ohne Plastik zu erhalten, also rein virtuell als Nummer. Das kostet nur 3 Dollar, schränkt die Verwendungsmöglichkeiten der Karte aber auf das Internet ein. Ich selbst habe mir die Plastikkarte für 17 Dollar gegönnt. Eine Woche nach der Bestellung traf die Karte aus Großbritannien ein. Und ich muss sagen es funktioniert recht gut. So benutze ich die Karte gelegentlich für Einkäufe oder im Internet. Auch an Geldautomaten konnte ich Abhebungen durchführen und die Kosten lagen dabei bei vertretbaren 2 bis 4 Euro je Transaktion. Es traten nie Akzeptanzprobleme auf; wo Mastercard akzeptiert wird, kann auch diese Karte genutzt werden. Wichtig ist allerdings, die Karte im Voraus zu laden. Die Bitcoin müssen beim Einsatz bereits vom Benutzer konvertiert worden sein in die entsprechende Währung der Karte (EUR zum Beispiel). Die Konvertierung der Bitcoin in EUR ist dabei offiziell kostenlos, der Kurs liegt allerdings erfahrungsgemäß circa 1-2% unter den letzten Preisen bei bitcoin.de. Hier ein Beispiel für einen Umtausch von Bitcoin in Euro:
Kartenladung
Soweit zu den Vorteilen.

Kommen wir zu den Nachteilen: Um die Karte voll nutzen zu können sollte eine vollständige Indentifizierung vorliegen über Ausweis/Reisepass + Adressnachweis. Diese müssen über Scans hochgeladen werden und man muss eine gute Woche warten, bis man „Grünes Licht“ erhält. Man agiert also nicht anonym. Zudem kann es bei starken Bitcoin-Kursschwankungen zu Schwierigkeiten dabei kommen, Bitcoin in EUR zu verwandeln. So setzte Wirex letzte Woche Montag-Dienstag den Service ganz aus und liess danach einige Tage das Umtauschlimit bei 500 Euro pro Tag anstatt beim 2’500 Euro Limit. Ebenfalls von Nachteil finde ich, dass die Bitcoin zuerst in EUR umgewechselt werden müssen um die Karte nutzen zu können. Praktischer wäre eine Instead-Transaktions-Funktion, ohne diesen Zwischenschritt, insbesondere in Zeiten steigender Bitcoinpreise. Auch kann ich keine Aussage dazu treffen wie seriös die Bank Wave Crest Holdings Limited, welche die Mastercard ausstellt, deshalb vermeide ich es wirklich grössere Summen auf die Prepaid-Karte zu überweisen bzw. auf die zugehörige Bitcoin-Wallet.

Fazit: Das Angebot ist nicht perfekt, aber für meine Zwecke relativ gut brauchbar. Was mich letztendlich überzeugt hat sind die niedrigen Gebührensätze, so nutzt man die Karte weitestgehend transaktionskostenfrei und selbst die Gebühren an Geldautomaten fallen sehr human aus. Ich würde aber vermeiden die Karte wirklich mit großen Summen zu laden, sondern nur bei Bedarf. Wer sich für die Karte interessiert kann sie hier bestellen – mit Ref-Link von mir, aber ich denke ich habe hier ehrlich und objektiv berichtet.

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