Archiv für den Monat Mai 2016

Bitcoin-Ausbruch wird dem Altcoinmarkt helfen!

Bitcoin-Bullmarket @cointelegraph 
Interessanterweise gibt es im aktuellen Krypto-Bullenmarkt auf kurzfristiger Basis eine äußerst hohe Korrelation zwischen Bitcoin-Anstiegen und Altcoin-Kursverlusten. Dies war Ende 2013 nicht der Fall, bei dem stetig steigende Bitcoin-Notierungen zu noch deutlich höheren Altcoinkursen führte. Wenn damals der Bitcoin um 3% anzog konnte man bei Litecoin eine Kursentwicklung von ungefähr 10% erwarten.

Im aktuellen Bitcoin-Bullenmarkt, der wie ein Gewitter über uns hereinbrach (fast 100 Dollar-Anstieg in der Spitze innerhalb von fünf Tagen) wurden die Altcoins allerdings ziemlich gerupft. Abzulesen am „Altcoin-Dax“ Coinoindex welcher innerhalb einer Woche um knapp 20% verlor. Nahezu zu einem Spiegelbild der Bitcoin-Preisentwicklung hat sich Ethereum entwickelt: Geht es beim Bitcoin hoch, fällt Ethereum, im Gegenzug, wenn Bitcoin verliert, steigt Ethereum. Kurzsichtige Zeitgenossen interpretieren daraus folgendes: „Der starke Bitcoin schadet den Altcoinmärkten“.
Allerdings: Nichts könnte falscher als das sein. Wichtig für Altcoins sind für mich sogenannte Leuchtfeuer. Das sind Storys und Nachrichten, die über die überschaubare Kyptoszene hinausragen und damit zumindest das Potential aufweisen, die restlichen 99.9% der Bevölkerung zu erreichen. Das war zum Beispiel der Fall als Ethereum die Markkapitalisierung von über einer Milliarde geknackt hat oder auch beim DAO (Stichwort Titelseite New York Times). Und auch der aktuelle Bitcoin-Kursanstieg schafft wieder News (Handelsblatt heute) . Und diese News bringen uns mittelfristig neue Investoren. Und das ist auch wichtig, es gibt in Deutschland vermutlich mehr Ü-Eier-Sammler, Planespotter, Synchronschwimmer oder Buddelschiff-Bauer als Altcoinvestoren.

Und das Spiel beginnt dann oft wie folgt: Zaghafte Investition in Bitcoin. Nach einigen Wochen dann erste Versuche mit der ersten Altcoin (früher Litecoin, heute Ethereum). Nach einiger Zeit dann größere und breitere Investitionen in den Altcoinmarkt. Das ist natürlich ein Musterbeispiel, viele bleiben beim Bitcoin „hängen“. Wichtig ist mir aber dabei folgendes: Aktuell haben alle Altcoins zusammen eine Markkaptialisierung von 2.1 Milliarden Dollar. Der aktuelle Bitcoin-Hype wird den Effekt haben, dass wir hier in wenigen Monaten bereits bei 3.0 Milliarden Dollar stehen werden. Die Verluste innerhalb der letzten Tage sind die Kursgewinne von morgen! Der aktuelle Cryptobullenmarkt ist weiterhin völlig intakt und wird den Investoren noch viel Freude bereiten.

Disclaimer – Hinweis auf Interessenskonflikt: Der Autor ist selbst in Bitcoin, Ethereum und den DAO investiert

Der Ethereum DAO startet wenig erfolgreich an den Altcoinbörsen

Der Ethereum DAO hat wie von mir progonstiziert zu einer nachhaltig aktiven Berichterstattung der Massenmedien über den DAO und Ethereum geführt. So berichtete selbst die renomierte „New York Times“ auf der Titelseite über den DAO und der deutsche Top-Reportage-Journalist Hannes Grassegger schrieb ausführlich über den DAO in „Der Zeit“. Allerdings konnte der DAO eine starke Konsolidierung des Ethereum-Preises nicht aufhalten. Ethereum verlor innerhalb einer Woche einen Großteil der Zugewinne der letzten Wochen. Es kamen hier mehrere Faktoren zusammen. Zum einen, war der Preistrend nicht dazu in der Lage die Allzeithochs vom März nachhaltig zu überwinden, was charttechnisch zur äußerst bärischen Doppelkopf-Formation führte, ein klares Ausstiegssignal. Zum anderen konnte der DAO in den letzten Tagen wesentlich weniger Ethereum absorbieren, als dass es preislich einen Effekt gehabt hätte. Die Preiserhöhung von 0.01 Ether auf 0.015 führte dazu, dass 97% aller Investoren zu niedrigeren Preisen konvertierten. Zum dritten führte der Lisk-Börsengang diese Woche dazu, dass einige Ethereum-Investoren von Ethereum in Lisk umschichteten. Der Rest des Kursdebakels ergab sich dadurch, dass der Bitcoin nach längerer Seitwärtsbewegung dynamisch nach oben ausbrach, so dass die Altcoinpreise generell unter Druck kamen. Nachdem der Bitcoin erstmals seit langer Zeit wieder die 500 Dollar-Marke überwand, fanden große Umschichtungen von Altcoins in den Bitcoin statt.

Beim DAO kommt im speziellen noch hinzu, dass es in den letzten Tagen eher kritische Berichte überwogen, so dass sich Optimismus eher in Skepsis verwandelt hatte. Die Spannung war deshalb heute groß in wie weit der DAO doch noch ein überzeugendes Börsendebüt feiern konnte. Nach Zeichnungsende heute Morgen um 10:00 Uhr (letzter Umtauschkurs lag bei 0.015 Ether je DAO) begann der Börsenhandel zuerst auf Kraken und Bittrex, zur Mittagszeit bei Poloniex. Und wir müssen sagen, der Start war wenig erfolgreich. Aktuell traded der DAO bei 0.000244 Bitcoin, wichtiger zu erwähnen, nur bei 0.0102 Ether je DAO. Der DAO wird aktuell also nur knapp über dem Nettoinvestarwert von 0.01 Ether je DAO gehandelt. Investoren, welche in den letzten vier Tagen zu 0.015 Ether bezahlt haben, stehen aktuell mit 30% im Minus. Auf Bitcoin-Basis, dürfte die überwiegende Masse der Investoren aber im Plus sein, da ein Großteil der Investitionen in den DAO bei Ether-Kursen zwischen 0.017-0.023 BTC stattfand (im Verhältnis 1 Ether = 100 DAO). Insgesamt betrachtet war es also kein totaler Flop, speziell auch wegen der unerwarteten Bitcoin-Stärke, aber wirklich stark unterhalb der Erwartungen. Seien wir offen, vermutlich hatten wir sehr viele Investoren, die nur „den schnellen Bitcoin“ machen wollten und die verkaufen eben am ersten Tag, sofern auch kleine Gewinne zu holen sind.

Was tun? Dies hängt vor allem von der persönlichen Einstellung zu Ethereum ab. Ich bin bekennender Ethereum-Bulle, glaube also fest daran, dass Ethereum bald wieder die 0.03 Bitcoin-Marke knacken wird. Das bedeutet für mich auch, dass ich keinesfalls beim DAO aussteigen werde sofern 100 DAO-Token nicht zu mindestens 0.03 Bitcoin gehandelt werden. Trotz aller Probleme und Skepsis („Kann das funktionieren?“) sollte der DAO mit einem höheren Aufpreis aus Ethereum-Basis handeln als die 2% aktuell. Das ist reine Verkaufspanik und man ist gut beraten sich davon nicht anstecken zu lassen. Mittel- bis Langfristig, wenn durch falsche Proposals Geld verbrannt wurde, sind auch Kurse von unter 0.01 auf Ethereum-Basis für den DAO denkbar, aber kaum innerhalb der nächsten Wochen. Zudem werden die Massenmedien Ethereum und den DAO weiterhin aktiv verfolgen, was weiteres frisches Kapital anziehen sollte.

Disclaimer – Hinweis auf Interessenskonflikt: Der Autor ist selbst in Ethereum und den DAO investiert

Lisk mit schwerem Start: Trotzdem stattliche Kursgewinne!

Lisk Logo

Der Lisk-Start verlief sehr zäh, da der Ansturm wirklich enorm war und wohl auch eine DDOS-Attacke stattfand. Theoretisch sollte es gestern um 22:00 Uhr losgehen, allerdings konnten nur besonders sophistizierte Benutzer, welche in der Lage waren Lisk über Linux oder in einem Docker-Container zu installieren, auch tatsächlich Lisk nutzen und traden. Ein Windows-Wallet stand leider nicht zur Verfügung. Die Web-Wallets begannen erst seit heute Nachmittag leidlich zu funktionieren. Das führte zu viel Unmut der Investoren, allerdings war das beim Ethereum-Start vor knapp zwei Jahren auch nicht anders. Aber langsam spielt sich alles ein und was sehen wir: Eine Markkapitalisierung von aktuell exakt 20 Millionen Dollar und für die ICO-Investoren ein Zeichnungsgewinn von mindestens Faktor 2.5. Das kann sich doch sehen lassen, auf Anhieb in die Top 10 aller Coins! Für mich auch persönlich eine Erfolgmeldung, ich habe seit den frühesten Anfängen aktiv über das Projekt berichtet und auch zur Zeichnung geraten.

Trotz des harzigen Starts war für mich der heutige Tag ein weiterer Meilenstein für den Siegeszug des Lisk-Teams, vor allem für CEO Max Kordek. Auf den Ruinen von Crypti, welches Ende Januar vor dem Aus stand, mit einer Marktkapitalisierung von unter 1 Million und einer kaum noch vorhandenen Community, formte er innerhalb weniger Wochen Lisk. Sein erster Erfolg, bestand darin bereits nach wenigen Tagen die verbliebenen Crypti-Foundation-Mitglieder von Lisk überzeugt zu haben. So blieb dem Projekt ein Rosenkrieg „Alt gegen Neu“ erspart. Damit hatte er den Rücken frei und konnte sich voll auf das ICO konzentrieren. Dieses wurde derart geschickt aufgezogen, dass die ICO-Bedingungen dann nahezu 1 zu 1 von Waves kopiert wurden. Dabei gelang es ihm Lisk als „besseres Ethereum“ darzustellen, da die Applikationen bei Lisk über JavaScript laufen, also generell einfacher zu programmieren sind. Zudem schaffte er es Dank ungeahnt großzügiger Giveaways eine große und aktive Community zu formen, welche bereitwillig Werbung für das Projekt machte. Durch diese üppige Beteiligung der Community wurde auch der insgesamt große Block an Pre-Mining von stattlichen 15% nie groß thematisiert. Zudem steht Lisk nun auf finanziell sehr starken Beinen und Max und Oli haben auch noch einen großen Anreiz, ihren Anteil von jeweils 3 Millionen Lisk, möglichst weiter zu vergolden. Sie haben ein starkes Interesse daran, dass das Projekt auch in der Zukunft erfolgreich bleibt. Nicht zu vergessen, das stets freundliche und zuvorkommende Verhalten von Max der Community gegenüber. Was natürlich auch half war der aktuelle Ethereum- und DAO-Boom. Auch Timing ist wichtig und hier hatten das Lisk-Team und die ICO-Teilnehmer eben auch Glück.

Fazit: Die hohe Marktkapitalisierung enthält bereits viele Vorschusslorbeeren. Wichtig ist wirklich, dass das Lisk-Ökosystem auch mit Leben gefüllt wird. Dass die Applikationen und Sidechains auch entwickelt und genutzt werden. Die meisten vielversprechenden Altcoinprojekte sind nach anfänglichem Hype wieder in der Versenkung verschwunden. Nun muss geliefert werden; die schwierigsten Aufgaben stehen Max und seinem Team noch bevor.

Disclaimer – Hinweis auf Interessenskonflikt: Der Autor ist selbst in Lisk investiert.

Der Ethereum DAO – Das 200 Millionen Dollar Ding!

The DAO

Den Ethereum-DAO kann ich natürlich auf diesem Blog nicht unerwähnt lassen. Seit dem 30. April konnte der DAO Ethereum im aktuellen Gegenwert von über 143 Millionen Dollar einsammeln und bis zum Ende der Investitionsphase am 24. Mai werden es wohl mindestens 200 Millionen Dollar werden! Ich überlasse die erklärenden Worte zum DAO meinem geschätzten Kollegen Christoph Bergmann. Wer es etwas technischer mag findet hier weitere Details.

Wie würde ich den DAO beschreiben? Der DAO ist für mich ein dezentrales Investmentvehikel, bei dem tausende Ethereum-Investoren ihre Ethereum zusammen anlegen und für verschiedenste Projekte zur Verfügung stellen. Eine Art Crowdfunding-Private Equity Fund. Es ist wichtig bereits diese Dimension des DAO zu begreifen. So ist es beim DAO mitnichten so, dass eine hohe Investmentsumme einen ähnlich negativen Effekt hätte wie bei einer Coin, welche „zuviel“ über ein ICO einsammelt – so dass bei einem Listing ein Absturz an den Altcoinbörsen droht. Die hohen Summen an Ethereum sind also nicht wirklich dramatisch. Es wird möglich sein, seine eingelösten Ethereum wieder aus dem DAO abzuspalten und damit zurück zu erhalten. So besteht vorerst ein natürlicher Preisfloor beim ursprünglichen ICO-Preis welcher die ersten zwei Wochen galt von 100 DAO = 1 Ether.

Freilich muss ich meinem Kollegen Friedemann Brenneis bei vielen seiner hier vorgebrachten Kritikpunkte recht geben. Und wir haben das Dilemma beim DAO, dass es eben aktuell nur zwei Investment-Proposals gibt, wovon ich allenfalls slock.it für investitionswürdig halte. Wir werden beim DAO also vermutlich mittel- bis langfristig das Dilemma haben, dass es nur wenig attraktive Proposals gibt. Diese werden sich ihrer Macht bewusst sein und entsprechend hohe finanzielle Forderungen stellen. Es ist sicher kein Zufall, dass das slock.it-Team den DAO programmiert hat. Sie werden nun selbst massiv von den Mitteln profitieren, da das Slock.it-Proposal von den DAO-Investoren auf jeden Fall abgesegnet werden wird. Sie können sich also finanziell einen großen Schluck aus der Pulle gönnen, welche es ohne den DAO als normales, klassisches Start-Up, in der Form, mit Sicherheit nicht gegeben hätte. Übertrieben gesagt könnte slock.it jetzt 50 Millionen in Ethereum für 5% der Firma fordern (theoretische Marktkapitalisierung von einer Milliarde dann für slock.it) und würde wahrscheinlich sogar damit durchkommen. Wir werden sehen wie das Proposal finanziell aussieht, erstes Details wird es nach dem 24. Mai geben. Und vielleicht tue ich ihnen hier Unrecht und sie legen sich eine Selbstbeschränkung von 5 Millionen Dollar auf.

Dennoch habe ich persönlich in den DAO investiert. Ich finde es zunächst einmal ein einzigartiges Experiment, welches in dieser Form noch nie gegeben hat. Eine Symbiose aus Social Lending, Crowdfunding und Private Equity. Hier ist es eher der Reiz bei etwas völlig Neuem dabei zu sein, als einen hohen Return-on-Investment zu erzielen. Freilich rechne ich mir kurzfristig auch einen gewissen Kursgewinn aus. Die Investoren der ersten 14 Tage zahlten 1 Ethereum für 100 DAO-Token. Aktuell müssen 1.2 Ethereum für 100 DAO-Token gezahlt werden; in wenigen Stunden bereits 1.25 Ethereum. Durch die täglichen Erhöhungen in 0.05 Schritten wird der Preis zu Ende des ICOs (zwischen dem 24. und 28.05.2016) bei 1.5 Ethereum je 100 DAO-Token liegen:
Ethereum DAO Conversion

Für mich ist es recht wahrscheinlich, dass der Börsenstart ungefähr zwischen 0.015-0.02 Ethereum je DAO-Token sein wird, man könnte also einen Gewinn auf Ethereum-Basis von 50-100% erzielen als Investor der ersten zwei Wochen. Auf Grund des Ethereum-Kursanstiegs sind die Gewinne auf Bitcoin-Basis viel höher. Bei diesen Preisen rate ich dann auch auf Grund der oben genannten Risiken zu massiven Gewinnmitnahmen, ich selbst werde nur einen Bruchteil meiner DAO-Tokens weiter halten, sollten Preise von über 0.015 Ether je DAO-Token zum Marktstart bezahlt werden.

Der DAO hat auch sonstige positive Auswirkungen. So hat er die Menge an umlaufenden Ethereum stark verknappt. Aktuell sind es über 11% und man muss bedenken, es waren vor allem die aktiven Spekulanten welche ihre Ethereum hin- und herschichten, die ihre Ethereum in den DAO investierten. Die Liquidität an Ethereum ist also weit stärker als 11% gefallen. Das hat den Ethereum-Investoren große Kursgewinne beschert. Je nachdem wieviel Ethereum noch in den DAO fließen ist sogar ein neues Allzeithoch für Ethereum drin. Das wären dann rund 100% Kursgewinn für Ethereum innerhalb von wenigen Wochen. Zusätzlich hat er zur Dezentralisierung von Ethereum geführt, da viele Ether von Poloniex abgeflossen sind, damit sie direkt über neu installierte Ethereum-Mist-Wallets in den DAO investiert werden konnten. Ich selbst zum Beispiel habe mir Ethereum-Mist nur auf Grund meiner Investition in den DAO auf den Computer geholt, werde es aber auch in Zukunft behalten. Und hier haben vermutlich hunderte andere DAO-Investoren ähnlich gehandelt. Kein Wunder, dass die Anzahl von Ethereum-Nodes mittlerweile größer ist als die von Bitcoin. Und ein Poloniex-Hack hätte für Ethereum nicht mehr die vernichtenden Auswirkungen wie vor dem DAO.

Noch wichtiger ist für mich der DAO bei der Außenwirkung. Die hohe Summe als größtes Crowdfunding-Projekt aller Zeiten (Star Citizen wurden klar auf den zweiten Platz verdrängt) hat bereits zu einer massiven Medienberichterstattung über den DAO geführt; weit über die Techblogs und Coinforen hinaus. Das führt dazu, dass frisches Geld in die Kryptomärkte gepumpt wird. Und es wird sich dabei um viele Millionen oder sogar mittelfristig um Milliarden handeln. Es muss bedacht werden, dass die Altcoins ingesamt, inklusive Ripple, Litecoin und Ethereum, bis vor einem halben Jahr nur 500 Millionen Dollar auf die Waage brachten! Leute welche durch den DAO Ethereum entdecken, werden wahrscheinlich auch eher in andere Altcoins investieren. Und jetzt kommen wir auf den Punkt: Auf einmal erscheint es gar nicht mehr so unrealistisch, dass Projekte wie Lisk, Waves oder IOTA zum Start gleich mit 50 Millionen Dollar oder mehr bewertet werden. Der DAO verändert die Sichtweisen, es tritt ein Gewöhnungseffekt für höhere Marktkapitalisierungen ein und das wird allen Kryptoinvestoren helfen. Der DAO kann sich also Rückblickend selbst für Altcoininvestoren als großer finanzieller Segen entpuppen, wenn nicht in den DAO oder Ethereum investiert wurde und selbst wenn der DAO sich schlecht entwickeln würde und langfristig an Wert verlieren sollte. Da er den Weg frei gemacht hat für mehr mediale Aufmerksamkeit, frisches Geld in Kryptoprojekte und eine höhere Bewertungstoleranz für interessante Coinprojekte.

Disclaimer – Hinweis auf Interessenskonflikt: Der Autor ist selbst in Ethereum, DAO, IOTA, Jinn, Waves und Lisk investiert.

Mycelium Wallet Crowdsale: Nicht zeichnen!

Ich bin ein ganz großer Fan der Mycelium Wallet. Ich benutze Mycelium auf meinem Smartphone um kleinere Bitcoin-Beträge schnell und direkt über das Scannen von QR-Codes zu überweisen. Mir gefällt auch, dass stets neue Adressen generiert werden wenn man Einzahlungen erhält, so dass die Anonymität doch eher gewährleistet bleibt. Nun gibt es eine Crowdsale, Investoren könnten 5% der Mycelium Wallet erwerben. Die Frage ist nun, wenn ich so ein Fan von Mycelium bin, warum dann nicht zeichnen und auf die Teilnahme am Crowdsale verzichten?

Zunächst einmal werden nur 5% angeboten, 95% verbleiben bei Mycelium. Die Firma macht sich dabei zunutze, dass die meisten Krypto-Investoren pauschal mal 1 Bitcoin in neue ICOs investieren, völlig unabhängig davon wieviel sie von der Firma erhalten. Dies bedeutet hier, es kommt ein Riesenpot an Bitcoin zusammen, aber diesen Investoren gehören nur 5% der Wallet.  Wo wir beim nächsten Punkt sind, es handelt sich nicht um ein ICO von Mycelium, sondern nur der Wallet von Mycelium. Man erhält kein Anrecht auf die anderen Projekte wie Swish, Gear, Card und Entropy. Auch muss ich darauf hinweisen, dass der bisherige Chefentwickler von Mycelium, Jan Moller, dort nicht mehr arbeitet und so die neue Wallet von anderen Entwicklern programmiert werden wird. Für mich ist so ein Wechsel immer sehr heikel, da nicht garantiert ist, dass das neue Team dieselbe Qualität haben wird. Der absolute Dealkiller für mich findet sich im Verkaufsprospekt für das ICO:
MyCelium prospectus
Das bedeutet: Die Firma kann die Token an der Mycelium Wallet jederzeit wieder für den Zeichnungsbetrag zurückkaufen. Etwaige Kursgewinne können also jederzeit wieder ausradiert werden, wenn die Firma sich für den Rückkauf entschließt. Das ist schon sehr dreist. Für mich gilt deshalb das Fazit, dass ich die App weiterhin benutzen werde, aber im Leben nicht einen Satoshi in dieses ICO investieren werde.
Mycelium Vorstände