Drei Neuemissionen (ICOs) im Check: WAVES – PRISM – Elastic

2016 verspricht ein ICO-Jahr zu werden, insbesondere Lisk zieht die Bitcoin ja wie ein Magnet an. Heute möchte ich Ihnen drei Neuemissionen vorstellen und meine Einschätzung dazu abgeben, ob sich das Zeichnen lohnt oder man doch lieber nicht investieren sollte.

WAVES
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Die Geschichte von WAVES begann letztes Jahr, als sich in der Nxt-Community ein Auseinanderdrifften der Interessen zeigte zwischen den Chefentwicklern (Jean-Luc und Ryker) und SuperNET-Betreiber James. SuperNET war zunächst eng auf die Nxt-Platform abgestimmt und von bestimmten Grundvoraussetzungen abhängig, damit die Kompatibilität gewahrt werden würde, Jean-Luc und Ryker nahmen bei den Updates darauf aber keine Rücksicht, so dass es immer wieder zu Verstimmungen kam. Der aktuelle Konflikt um Nxt 2.0 hat ebenfalls damit zu tun, da sich die Asset-Inhaber und Emittenten übervorteilt hielten. WAVES ist also eine Reaktion unzufriedener Kreise mit Nxt. Und es ist mehr als nur ein laues Lüftchen, es verspricht ein erstzunehmender Konkurrent zu werden.

Bei Altcoinprojekten ist mir das Entwicklerteam immer wichtig. Hier haben wir mit James, Kushti und Coinomat als Projektleiter „viel Power“ dahinter. Es wird 100 Millionen WAVES-Token geben, die alle über das ICO voraussichtlich im April erworben werden können. Es wird kein Mining geben, es handelt sich wie bei Nxt um eine klassische POS-Coin. Sehr interessant erscheinen mir die Features. WAVES ist eine Coin, welche sich auf die Asset-Exchange fokussiert. Diese dezentrale Marktplatz soll auch Asset-to-Asset-Trading möglich machen. Ein Reputationssystem soll zuverlässige Händler kennzeichen. Auch das Crowdfunding soll eine wichtige Rolle einnehmen und damit in Konkurrenz zu Kickstarter treten. Es wird auch einen Lite-Klienten geben mit sehr einfacher Installation. Generell ist es das Ziel möglichst viele Anwender zu gewinnen, die bisher noch nichts mit Kryptowährungen zu tun hatten und ihnen eine Software zu bieten, die ähnlich funktioniert wie das Online-Banking ihrer Hausbank. Hier alle Features im Detail.

Fazit: Ich werde bei ICO-Start noch einmal ausführlich über WAVES berichten. Es sieht aber schwer nach einer Zeichnungsempfehlung aus. Es handelt sich um ein interessantes und ernstzunehmendes Projekt, welches wohl auch einigen Erfolg haben könnte.

 

PRISM
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Das schlimme bei PRISM ist, dass es wohl mit nahezu 100%-Sicherheit ein SCAM ist, aber ein sehr gut gemachter. Es gibt eine schöne Webseite und einen Blog zur ICO – beides sehr nah an Lisk gehalten. Aber das Whitepaper ist geklaut und auch das Bild des CEO. Eindeutiger kann man fast nicht betrügen. Das ist ein glasklarer Fall von ICO-Abzocke.

Fazit: Nicht zeichnen, Betrug!

 

Elastic – Der dezentrale Supercomputer

Während PRISM versucht auf der Lisk-Welle mitzureiten, ist bei Elastic eher Maidsafe das Vorbild. So soll Elastic wie ein dezentraler Supercomputer funktionieren über die Cloud. Jeder, der sich die Software herunterlädt stellt Rechenleistung zur Verfügung. Diese kann dann von anderer Seite gemietet werden und man erhält dafür als Belohnung Elastic-Coins. Hier ein schönes Video dazu. Was mir zu schaffen macht ist die Geschichte der Coin und das Entwickler-Setup. So wurde die Coin von einem gewissen „Lionel Keys“ vorgestellt, der dann auch das Crowdfunding startete und damit begann Bitcoin einzusammeln. Er gab dann aber schnell auf, da das Projekt wohl nicht funktioniert oder aber er hatte einen Betrug vor und bekam kalte Füße. Er übergab das Projekt zu Evil Knieval, der das Projekt unter gleichem Namen fortführte und auch das Crowdsale weiterlaufen ließ. Aktuell ist Lannister der Chefentwickler, kommuniziert aber sehr spärlich. Auch diese Aussagen gefallen mir nicht, hier ist niemand mehr wirklich verantwortlich:

„The Elastic Project is a loose formation of developers. As such, nobody can speak with authority in the name of the Elastic network. The entire development takes place on GitHub (using the push and pull process) and everyone is entitled to contribute. There is no company nor is there a single person behind the Elastic Project.“

Fazit: Der Fall hier ist längst nicht so klar wie bei PRISM. Mir ist das Setup zu dürftig, es fehlt an Verantwortlichkeiten und auch die Geschichte spricht nicht für das Projekt. Ich halte das Projekt nicht unbedingt für einen Scam, aber ich halte die Erfolgsaussichten für relativ mager. Ich würde deshalb das Risiko einer Zeichnung nicht eingehen.