Archiv für den Monat Januar 2016

Altcoinmarkt außer Rand und Band!

Ich hatte in meinem letzten Beitrag die Vermutung geäußert, dass der Altcoinmarkt sich wieder in einem neuen Bullenmarkt befindet. Die letzten Tage haben das fulminant unter Beweis gestellt! Solche Kursbewegungen sah man zuletzt um die Jahreswende 2013/2014 als zum Beispiel Litecoin eine Marktkapitalisierung von 1 Milliarde erreichte und Nxt die Startinvestoren zu Millionären machte.

Schauen wir uns einmal die Kursbewegungen einiger bedeutender Altcoins innerhalb einer Woche an:
Ethereum: +79% (Marktkapitalisierung von 187 Millionen Dollar)
Dogecoin: +196% (Marktkapitalisierung von 42 Millionen Dollar)
Factom: +51% (Marktkapitalisierung von 12 Millionen Dollar)
Nxt: +54.4% (Marktkapitalisierung von 10 Millionen Dollar)
VPNCoin: +780% (Marktkapitalisierung von 9 Millionen Dollar)

Insbesondere Dogecoin erstaunt, da die Coin außer dem lustigen Image nicht besonders innovativ ist (Doge war ja als augenzwinkernder Jux gedacht). Das Besondere an diesem Bullenmarkt ist zudem, dass der Bitcoin praktisch unverändert ist bzw. sogar leicht gefallen ist. Der letzte Altcoinbullenmarkt vor über zwei Jahren war noch extrem von der Kursentwicklung des Bitcoin abhängig. Die Altcoins haussierten richtig als der Bitcoin kurzzeitig über 1‘000 Dollar wert war. Ich führe das darauf zurück, dass die Dominanz des Bitcoin in den letzten Wochen tatsächlich einige Risse erhalten hat. Die leidige Diskussion um die Blockgröße, die kein Ende findet, ist dabei nur ein Aspekt. Und Mike Hearns Beitrag „The resolution oft the Bitcoin experiment“ enthielt viele nicht zu leugnende Aspekte. Die Altcoins haussieren aktuell also auch deshalb, weil tatsächlich Investoren aus dem Bitcoin heraus in Altcoins investieren. Insbesondere bei Ethereum sind viele Investoren vertreten, welche zuvor nur in den Bitcoin investierten. Zusätzlich lockt Erfolg frisches Kapital an, was zu weiteren Kurssteigerungen führt. Da der Altcoinmarkt insgesamt betrachtet immer noch winzig ist mit einer Marktkapitalisierung von knapp 800 Millionen, führen bereits geringe Kapitalzuflüsse zu riesigen Kursgewinnen.

Was tun? Bei Doge rate ich zu Gewinnmitnahmen. Generell könnte in den nächsten Tagen bei den Highflyern eine Konsolidierung drohen. Ethereum zum Beispiel hat von der Spitze bereits gut 20% abgegeben. Ich kann aber nicht generell zu Verkäufen raten. Es handelt sich um einen noch jungen Bullenmarkt, der längst nicht alle Werte erfasst hat. Eine Nxt zum Beispiel, kann auch noch eine Marktkapitalisierung von 25 Millionen Dollar erreichen und wäre damit gerade einmal auf einem Level, welches ähnlich hoch wäre wie die Gesamtheit der „Wertpapiere“ welche an der Nxt Asset Exchange notiert sind. Selektive Käufe können Sinn machen bei Werten, welche bisher kaum profitieren konnten (das in meinen Augen „Auslaufmodell“ Litecoin lasse ich dabei bewusst außen vor): Dash, Stellar, Monero und Bytecoin zum Beispiel. Wer auf einen generellen Anstieg des Altcoinmarktes setzen will kann in den Indexfonds Coinoindex investieren, welcher die Top 20 aller Altcoins abdeckt.

Disclaimer – Hinweis auf Interessenskonflikt: Der Autor ist selbst in Nxt und Ethereum investiert.

Ethereum schreibt Geschichte und verdängt Litecoin als führende Altcoin

Gestern war ein historischer Tag in der noch jungen Altcoin-Geschichte. Seit über vier Jahren thronte Litecoin unangefochten an der Spitze aller Altoins (Ripple ist für mich ein zentralisiertes Zahlungssystem, keine klassische Altcoin). Nun ist Ethereum mit großem Momentum fulminant vorbei gezogen. Lag die Marktkapitalisierung von Ethereum vor einem Monat noch bei 66 Millionen Dollar, schnellte sie nun hoch auf 170 Millionen, während Litecoin bei 138 Millionen vor sich her dümpelt. Ein Ether kostet jetzt 2.21 Dollar.

Vitalik Buterins Team muss freilich noch liefern. Momentan verspricht Ethereum Vieles, aber es ist eben auch das meiste davon noch in Entwicklung und nicht fertig. Was die Märkte aber elektrisiert hat ist die  Zusammenarbeit mit Microsoft beim Blockchain-Netzwerk Azure. Ethereum scheint in Zusammenarbeit mit Microsoft in der Lage zu sein, die Blockchain zu einem interessanten Geschäftsmodell zu machen.

Ähnliches bewegte die Märkte beim kleineren Wettbewerber NEM. NEM war bis zum Dezember stetig gefallen und längst aus den Top 20 aller Altcoins heraus gefallen. Die Markkapitalisierung betrug nur noch eine Million Dollar. Dann kam die Ankündigung, dass der Blockchain von NEM von zwei japanischen Unternehmen eingesetzt werden würde. Auf einmal zeigte sich die Praxistauglichkeit von NEM und der Kurs erhob sich wie ein Phönix aus der Asche. Er vervierfachte sich innerhalb von einem Monat und liegt jetzt bei vier Millionen Dollar.

Welche Lehren ziehen wir daraus: Zunächst einmal bestätigt sich meine lange gehegte Vermutung, dass Litecoins Führungsstellung nur aus der Vergangenheit heraus zu erklären ist und damit eine Rückeroberung des Altcointhrons unwahrscheinlich geworden ist. Im Gegenteil, weitere innovative Altcoins werden an Litecoin im Laufe der Zeit vorbei ziehen. Die starken Kursanstiege (welche nicht nur Ethereum und NEM betrafen, auch Dash, Factom und ettliche weitere konnten profitieren) zeigen aber auch, dass wir uns in einem erneuten Bullenmarkt für Altcoins befinden. Der Coinoindex (der Dax der Top 20 Altcoins) stieg seit Mitte Dezember um rund 25% auf aktuell 610 Punkte.

Es handelt sich aber um einen sehr selektiven Bullenmarkt. Die Investoren sind nicht mehr so naiv wie vor 2-3 Jahren, als alle Altcoins gleichmäßig vom Bullenmarkt profitieren konnten. Es wird sehr selektiv investiert und das wichtigste Kriterium ist: Kann diese Altcoin in der richtigen Wirtschaft Verwendung finden? Und das ist natürlich auch gut und richtig so. Ethereum nimmt dabei eine wichtige Eisbrecherstellung wahr, da Vitalik Buterin ein Medienliebling ist. Die verstärkte Berichterstattung wird dabei helfen, dass insgesamt mehr Geld in die Altcoinmärkte fließen wird. Dieses Kapital wird Treibstoff sein für diesen neuen Bullenmarkt. Und Altcoins welche eine konkrete Verwendung in der Realwirtschaft versprechen (zum Beispiel im Internet der Dinge), werden die größten Nutznießer dieses Geldsegens sein.


Update IOTA: Startvorbereitungen laufen auf Hochtouren

IOTA ist das Coinprojekt dem ich seit meiner Rückkehr die meiste Aufmerksamkeit geschenkt habe. Bisher völlig zurecht: Weiterhin läuft alles nach Plan und damit im Sinne der Investoren und des Entwickler-Teams. Es hat sich bereits eine sehr aktive und engagierte Community gebildet. Nicht nur bei Bitcointalk sondern auch im Ryver-Communication-Tool.

Zunächst einmal zur technischen Seite: Come-from-Beyond hat die Entwicklung weitgehend abgeschlossen. Gestern wurde der Entwurf für den sogenannten Genesis-Block veröffentlicht. In ihm wird genau festgelegt wie hoch der Anteil für die einzelnen Investoren ausfällt. Also quasi die Grundsteinlegung des Ganzen. Bisher sieht das Feedback positiv aus, die Investitionen wurden also korrekt in IOTA umgemünzt. So erhalten die meisten Investoren (das sind die, welche bereits mit 15% Startbonus investiert haben) für 1 Bitcoin rund 860’134 IOTA. Der Startpreis je IOTA liegt für diese „Early-Bird-Investoren“ also bei rund 116 Satoshi. In den nächsten Tagen wird dann die Beta-Phase eingeleitet, bei der IOTA ausgiebig getestet werden wird. Diese Tests sind sehr wichtig, schließlich handelt es sich um die erste Coin ohne traditionellen Blockchain. Parallel dazu überprüft Kryptolegende Sergio Demian Lerner den Code auf Bugs und Flaws (Audit). Wenn die Ergebnisse der Betaphase und des Audits zufriedenstellend ausfallen, deutet alles auf einen offiziellen Start bis Mitte Februar hin.

Den anderen sehr aktiven Part des IOTA-Teams nimmt IOTAtoken aka David ein. Er befasst sich intensiv damit praktische Nutzungsmöglichkeiten für diesen Baustein des Internet der Dinge zu finden. Es bestehen bereits Kontakte zum IOT-Lab von Bosch, welche bisher aber noch den Bitcoin 21 favorisieren. Generell sind Bitcoin 21-Projekte leichte Ziele für IOTA, da IOTA auf diese Anwendung optimiert ist und Bitcoin im Vergleich ein schwerfälliger Tanker ist. So wird jedes Bitcoin 21-Projekt proaktiv von David und der Community angegangen um sie von den Vorteilen von IOTA zu überzeugen. Dies wird mit dem Start des Betas natürlich noch leichter fallen, da aktuell die praktischen Funktionen von IOTA nur in der Theorie erklärt werden können. Auch wird das IOTA-Team auf jeden Fall Präsenz zeigen bei den nächsten IOT-Konferenzen (selbst bei der wichtigen Konferenz in Israel will das Team dabei sein). Es geht also etwas, selbst ohne die Jinn-Prozessoren*.

Über die Nxt-Asset-Exchange hat sich ein vorbörslicher Handel für IOTA entwickelt. Und hier sieht es sehr vielversprechend aus. Die letzten Kurse lagen bei 500 Nxt für 1000 IOTA. Das impliziert ein Kurs von circa 840 Satoshi je IOTA, also knapp achtmal so hoch wie der Startkurs. Die Situation spielt dem Projekt auch deutlich in die Hände. Aktuell wankt die Dominanz des Bitcoin etwas. Mike Hearns Beitrag „The resolution of the Bitcoin experiment“, war sicher etwas zugespitzt und überzogen, hat aber viele wunde Punkte benannt. Währenddessen entwickelt sich Ethereum zum Liebling der Presse und könnte demnächst Litecoin von der Marktkapitalisierung her überholen. Altcoins sind auf einmal wieder gefragt. Nun kommt mit IOTA eine Altcoin, mit völlig neuer Technik (ohne Blockchain), perfekt für spezifische Anwendungen im Internet der Dinge enwickelt. Schnell, leichtgewichtig und mit einer Community die mittlerweile dutzender Krypto-Schwergewichte umfasst. Das sieht schon sehr, sehr gut aus – sofern die Betaphase und das Audit auch entsprechend reibungslos über die Bühne gehen. Ich bleibe hier am Ball.

*JINN ist die Hardware-Firma des IOTA-Teams. Es soll dabei ein völlig neuer Hardware-Prozessor entwickelt werden der anstatt binär (2 Werte) auf einer dreiwertigen Logik basiert (Ternärer Computer). Diese Prozessoren wären effizienter als die bisherigen binären Prozessoren und ein bedeutender Meilenstein im Internet der Dinge – und darüber hinaus.

IOTA

Disclaimer – Hinweis auf Interessenskonflikt: Der Autor ist selbst in IOTA und JINN investiert.

Gratis Bitcoin von Faucets

#UPDATE 22.01.2016: Das Timing für den Beitrag war leider sehr schlecht. BonusBitcoin lief seit November problemlos und ich habe tatsächlich Auszahlungen von dieser Seite auf meine Bitcoin-Adresse erhalten. Aktuell hat das Unternehmen wohl Probleme mit Google an die Werbeeinnahmen zu kommen und deshalb alle Auszahlungen gestoppt. Ich muss deshalb leider von dem Dienst abraten und möchte mich bei meinen Lesern für das schlechte Timing des Beitrags entschuldigen. Mehr Informationen hier.

Ich persönlich kenne das Problem aus eigener Erfahrung, welches viele Krypto-Anfänger haben: Sie haben von Bitcoin gehört und ein gewisses Interesse entwickelt aber wollen unter keinen Umständen „richtiges“ Geld für Bitcoin riskieren. Es besteht eine große psychologische Hürde darin Euros in Kryptowährungen umzutauschen, und es besteht ja auch immer ein gewisser Aufwand (Registrierung bei Bitcoin.de oder Coinimal).

Speziell für den Einstieg eignen sich Faucets deshalb sehr gut. Das Prinzip ist schnell erklärt: Es handelt sich um eine Webseite die links und rechts von Werbung flankiert wird und durch einen Mausklick in der Mitte erhält man einige Satoshi, also Bitcoin(bruchteile). Da dadurch viele kleinere Beträge an verschiedene Nutzer verschenkt und verteilt werden, spricht man von einem Faucet-Prinzip oder Wasserhahn-Prinzip. Die Werbung auf der Seite finanziert die erhältlichen Gratis-Bitcoin. Das war es schon, wirklich ein einfacher Weg um sich einen Grundbestand an Bitcoin aufzubauen.

Ich habe einige Faucets getestet und halte Bonus Bitcoin für am besten aus folgenden Gründen:
-Bis zu 5’000 Satoshi je Anforderung (alle 15 Minuten möglich)
-Durchschnittlicher Ertrag von rund 400 Satoshi je Anforderung
-Darauf gibt es noch zusätzlich einen einmaligen Bonus von 5% nach 24 Stunden
-Gutes Empfehlungsprogramm, man erhält 50% aller Erträge des Geworbenen (ohne dass derjenige weniger bekäme)
-Keine nervigen Adds auf der Seite
-Webseite funktioniert auch auf einem Smartphone ohne Probleme
-Nur eine E-Mail-Adresse zur Registrierung erforderlich, keine persönlichen Daten
-Anbieter existiert bereits seit längerer Zeit und ist sehr zuverlässig
-Auszahlung bereits ab 10‘000 Satoshi ohne zusätzliche Kosten möglich

Ja, reich wird man davon wahrlich nicht. Auf der anderen Seite ist der Aufwand für eine Anforderung auch sehr gering und es ist ein einfacher weg sich mit Bitcoin vertraut zu machen, ohne tatsächlich „richtiges Geld“ investieren zu müssen. Als Einsteiger-Wallet für die Erträge aus dem Faucet empfehle ich Mycelium direkt als App für das Smartphone.

Hohe Zinsen auf Bitcoin beim Altcoinbroker Poloniex

Die letzten Tage haben den Bitcoin ordentlich durchgeschüttelt und zu großen Kursbewegungen geführt. Aber man kann aus solchen Entwicklungen auch einen Nutzen für sich ziehen. Altcoins konnten erheblich von den Spannungen profitieren. Und die hohe Volatilität erleichterte das Trading zum Beispiel. Ich habe über den Altcoinbroker Poloniex schon öfter berichtet, da er der momentan beste Broker ist. Viele Trader nutzen dort das Margin-Trading: Sie sind so von ihren Fähigkeiten überzeugt, dass sie zusätzlich zu ihrem Guthaben auf Kredit spekulieren. So ist es bei Poloniex zum Beispiel möglich, dass Sie mit einem Guthaben von vier Bitcoin trotzdem bis zu zehn Bitcoin traden können. Die restlichen sechs Bitcoin können Sie ausleihen. Sie nehmen also ein Kredit in Höhe von sechs Bitcoin auf. Ich rate allerdings von Margin-Trading ab, das Coin-Traden ist auch ohne den Einsatz von Kredit schon spekulativ genug!

Aber die Margin-Trader sind auf eine Gegenseite angewiesen: Der Kredit muss von irgend jemand bereit gestellt werden. Deshalb bietet Poloniex auch Lending an. Das bedeutet, dass es möglich ist sein Bitcoin-Guthaben den Tradern zur Verfügung zu stellen und dafür Zinsen zu erhalten. Die Kreditlaufzeit beträgt dabei 2-60 Tage, allerdings ist es den Tradern jederzeit erlaubt vorzeitig zurückzuzahlen. Die Zinsen werden auf Tagesbasis berechnet, sind also höher als es auf den ersten Blick erscheint. Meist lag der Zinssatz um 4% auf das Jahr hochgerechnet. Also bei circa 0.011% täglich. Nun haben die Verwerfungen am Markt dazu geführt, dass die Margin-Trader sehr hungrig nach Kredit waren. Die Märkte waren aber komplett ausgetrocknet. Und da es sich um einen freien Markt handelt sind die Zinsen schnell gestiegen. Sehr schnell und sehr hoch! Am Samstag wurden kurzzeitig 0.5% pro Tag bezahlt. Aufs Jahr gerechnet ein Zinssatz von 180 Prozent! Aktuell werden immer noch 0.198% bezahlt, was 71.3% Jahreszins entspricht. Poloniex übernimmt dabei alle Risiken, man kann also kein Geld verlieren, wenn der Trader sich verspekuliert. Poloniex nimmt dafür eine Gebühr von 15% der Zinssumme. Aktuell  werden also netto ungefähr 60.5% Jahreszins bezahlt. Immer noch sehr, sehr lohnenswert!

„Waaas, so hohe Zinsen, wo ist der Haken?“ sagen Sie jetzt. Nun ja, zunächst einmal können die Trader jederzeit den Kredit zurückzahlen. Die maximale Kreditdauer sind 60 Tage, daher ist es wahrscheinlich, dass es ab diesem Zeitpunkt (oder schon früher) wieder Zinssätze um 0.011% gelten. Weil die Lage beim Bitcoin wird sich wieder normalisieren, es wird nicht immer solche Chaostage wie am Freitag/Samstag geben. Das ist aber für mich nicht das Hauptproblem. Ich könnte mit 4% Jahreszins für Bitcoin sehr gut leben. Das größte Problem habe ich allerdings damit, dass man gezwungen ist sein Kapital beim Broker zu lassen. Und nahezu jeder Broker (denken Sie an Cryptsy) wurde gehackt. Poloniex gilt als relativ sicher aktuell, aber dafür gibt es keine Garantie – auch Poloniex wurde 2014 bereits gehackt. So verlockend die aktuell hohen Zinsen auch sind, setzen Sie deshalb maximal ein Drittel ihres Coin-Kapitals ein, um sich bei Poloniex als „Banker“ zu betätigen.

Bitcoin hängt in den Seilen – Altcoins haussieren!

Der heutige Freitag war ein rabenschwarzer Tag für den Bitcoin. Zunächst das Aus von Cryptsy. Zusätzlich belastet wurde der Kurs aber durch den öffentlichkeitswirksamen Abschied von Mike Hearn als Bitcoin-Entwickler. Sein Beitrag in Medium.com ließ kaum ein gutes Haar am Bitcoin. Er betrachtet das Projekt als gescheitert. Beide Meldungen zusammen rissen den Bitcoin in ein tiefes Loch auf aktuell 389 Dollar. Das ist ein Kursverlust von knapp 10% innerhalb eines Tages!

Altcoins dagegen sind aus ihrem Dornröschenschlaf mit stetig fallenden Kursen gegenüber dem Bitcoin erwacht. Das zeigt schon „der Dax“ der Altcoins, der Coinoindex, welcher aktuell bei 516 Punkten liegt. Ein stolzes Plus von 13% innerhalb eines Monats.

Diese Altcoins haben in den letzten Tagen für besondere Furore gesorgt:

Ethereum: Eine unglaubliche Woche liegt hinter Ethereum welcher den Preis auf Bitcoin-Basis um 43% ansteigen liess und auf Dollar-Basis um immerhin 25%. Ethereum hat sehr gute Presse bekommen, zudem gab es ein Release der Wallet Mist (ja sie heißt wirklich so…). Auch versprechen sich die Investoren sehr viel von der Zusammenarbeit mit Microsoft bei Azure. Aktuell diskutiert die Nasdaq die Einführung von Azure, was die Berichterstattung dominiert hat. Viele Börsianer dürften so zum ersten Mal von Ethereum gehört haben und das sorgte für Kaufdruck. Selbst die negative Meldung, dass dem Ethereum-Team langsam das Geld ausgeht, konnte die Partystimmung nicht trüben.
Was tun? Aktuell nichts, der Preis ist überhitzt, eine Abkühlung im Bereich auf unter 1.10 Dollar abwarten.

Emercoin:  Emercoin war DER Highperformer diese Woche. Der Preis stieg auf Bitcoin-Basis um 181%! Emercoin hat sich so in die Top 10 der Kryptowährungen katapultiert, mit einer aktuellen Marktkapitalisierung von 10.2 Millionen Dollar. Auch hier liegt der Grund in der Zusammenarbeit mit Microsoft Azure und der Nasdaq-Fantasie. Kaum einer kannte Emercoin vor 1-2 Wochen. Das war ein ganz großer Coup hier mit ins Boot zu kommen.
Was tun? Spekulativer Kauf. Trotz des Kursanstiegs ist weiteres Potential vorhanden. Die Marktkapitalisierung ist relativ gering, hält der positive Newsflow an, kann sich der Kurs noch einmal verdoppeln innerhalb der nächsten drei Monate.

Nxt: Auch die vielgeprügelte Nxtcoin konnte diese Woche profitieren. Der Kurs stieg zwischenzeitlich um 50% an seit Wochenbeginn, allerdings hat die Coin seit gestern wieder den Rückwärtsgang eingelegt. Aktuell liegt Nxt auf Bitcoin-Basis bei 29% im Plus und in Dollar beträgt der Preisanstieg immerhin noch 12.5%. Es gab hier ein Update des Client mit vielen neuen Funktionen. Hier die Details. Das kam gut an in der Community. Zudem war die Coin schlicht überverkauft, eine Gegenreaktion war überfällig. Dieser kurzfristige „Pump“ ist aber bereits wieder am abklingen.
Was tun? Charttechnisch ist Nxt aktuell etwas angeschlagen, nachdem die 2000 Sat Marke nicht verteidigt werden konnte. Dennoch ist die Coin fundamental unterbewertet und ich gebe hier eine klare Kaufempfehlung ab. Nxt ist technisch gesehen Bitcoin um Lichtjahre voraus.

Wo gibt es die Coins? Nxt und Ethereum werden bei Poloniex gehandelt. Emercoin gibt es bei Bittrex.

Disclaimer – Hinweis auf Interessenskonflikt: Der Autor ist selbst in Nxt investiert

e-coin.io – Mit Bitcoin einkaufen an allen Visa/Mastercard-Akzeptanzstellen

Heute möchte ich Ihnen einen sehr interessanten Dienstleister für Bitcoin vorstellen. Es handelt sich um e-coin.io. e-coin ist Marktführer als Anbieter von Kreditkarten, welche direkt an ein Bitcoin-Wallet angebunden sind. Schon das Wallet bei e-coin kann überzeugen, da es über eine gute Absicherung verfügt mit zum Beispiel mit Multi-Sig Technologie. Die Coins der Kunden liegen in keinem „Hot-Wallet“ wie es bei den meisten Kryptobörsen der Fall ist, sondern sind separat je Kunde und zusätzlich gesichert durch drei Keys (branchenüblich sind nur zwei). Ich würde die Sicherheit also ähnlich hoch einschätzen wie bei Blockchain.info. Ganz besonders ist das Wallet aber, weil dafür eine verbundene „E-Card“ erhältlich ist. So sieht sie aus:
e-coin card

Die E-Card ist virtuell aber auch ganz traditionell in Plastik erhältlich und wird tatsächlich an allen Visa/Mastercard-Akzeptanzstellen angenommen. Sie können also Ihre Bitcoin direkt ohne Umweg beim Einkaufen benutzen. Die Karte ist aktuell in den drei Währungen USD, EUR und GBP erhältlich – weitere sollen noch folgen. Wer sie wie gewohnt in Plastik physisch zum Einkaufen bestellen möchte zahlt einmalig 17 Dollar (selbstverständlich auch in Bitcoin zahlbar), dafür fallen bei der späteren Nutzung bei Einkäufen in der gleichen Währung keinerlei zusätzliche Gebühren an. Die genauen Gebührensätze sind hier ersichtlich.

Wer auf das Plastik verzichten kann und seine Visa- und Masterkarte normalerweise nur zum Online-Shopping benutzt, der kann von einem aktuellen Angebot von e-coin profitieren: Wer an der kurzen Umfrage in diesem Link teilnimmt erhält die rein elektronische E-card gratis, anstatt für 3 Dollar (was ich für günstig und fair halte). Es existiert auch ein interessantes Kunden-werben-Kunden-Programm mit einer Vergütung von 10% der Gebühren des geworbenen Kunden innerhalb des ersten Jahres (danach 5%). Selbst Bargeldabhebungen kosten gerade einmal 2.25 Euro, weltweite Bargeldbeschaffung durch Bitcoin sind dank e-coin so möglich geworden. Auch das Feedback der Community und der Krypto-Presse sind sehr positiv.

Ich finde diesen Service sehr interessant und praktisch.

Altcoinbroker Cryptsy ist pleite

Beim ehemals größten und erfolgreichsten Altcoinbroker Cryptsy, rumort es bereits seit Monaten. Ich habe über die Probleme bei Cryptsy bereits ausführlich berichtet. Nach vielen Verrenkungen und Dementis bekennt das Unternehmen nun endlich Farbe. In einer Pressemitteilung wird die Pleite nun eingestanden. Ich fasse zusammen:

Cryptsy sei Opfer eines sehr intelligenten Hacks geworden. Der Vorfall hätte sich im Juli 2014 ereignet. Dem Entwickler der Lucky7Coin gelang es, Cryptsy dazu zu bringen ein neues Wallet zu implementieren für die Coin, welche aber einen Trojaner enthielt. Dadurch war es ihm möglich am 29. Juli 2014 über 13’000 Bitcoin und 300’000 Litecoin zu erbeuten. Aktueller Gesamtwert der Beute: 6.4 Millionen Dollar!

Die Entscheidungsträger beschlossen diesen Hack nicht zu veröffentlichen um Panik und einen „Cryptsy-Run“ zu vermeiden. In diesem Fall wären schon damals die Lichter ausgegangen. Es war angedacht die fehlenden Bitcoin und Litecoin im Laufe der Zeit über das laufende Geschäft wieder herein zu holen. Cryptsy hatte damals immer noch einen recht hohen Marktanteil bei Altcoins und war profitabel. Der Bärenmarkt machte ihnen dann aber einen Strich durch die Rechnung, zudem zogen innovativere Wettbewerber wie Poloniex an Cryptsy vorbei. Aktuell sitzt das Unternehmen auf einem Verlust von rund 10’000 Bitcoin oder 4.2 Millionen Dollar.

Wenn der Hacker nicht ermittelt werden kann und die fehlenden Coins zurück gewonnen werden können, ist es unwahrscheinlich, dass Cryptsy je wieder online geht und die Kunden Zugriff auf ihre Coins erhalten werden. Sie sind wohl unwiederbringlich verloren.

Es ist wahrscheinlich, dass der aktuelle Kursrückgang von 2.7% beim Bitcoin auf 418 Dollar, mit der Mitteilung von Crpytsy in Zusammenhang besteht. Eine längerfriste Belastung des Bitcoin auf Grund dieser Nachricht sehe ich aber nicht; im Verhältnis zu Mt. Gox sind die Dimensionen wesentlich kleiner. Auch fehlt der Überraschungseffekt, jeder in der Community wusste, dass bei Cryptsy etwas faul war.

Deutsche eMark [DEM] – Ist ein Comeback möglich?

Deutsche eMark

Vor über zwei Jahren berichtete ich zum ersten Mal über die Deutsche eMark [DEM]. Sie gilt als erste deutsche Altcoin und startete bereits im Oktober 2013. Ich mutmaßte damals, dass die Coin von einem Kryptoboom erheblich profitieren könnte, da auch die Massenmedien das Thema „DM kehrt als Kryptowährung zurück“, aufgreifen könnten. Der Kryptobullenmarkt hatte aber bereits seinen Zenit überschritten. Zudem waren zu dieser Zeit Scrypt-Coins (also Litecoin ähnlich) sehr in, die Deutsche eMark basierte aber SHA256D, ähnlich der Peercoin. Die Reputation der Coin litt zudem an der stolzen Inflationsrate, es konnten also deutlich mehr und leichter Coins gemint werden, als vielen Investoren an den Kryptobörsen klar war. Ab dem März 2014 verstummte dann auch weitgehend das Entwicklerteam und die Coin verfiel in einen langen Dämmerschlaf bei wenigen Sataoshi, was eine Marktkapitalisierung von unter 100‘000 Dollar mit sich brachte.

Bei Altcoins gilt eigentlich der gleiche Grundsatz wie bei Boxern: They never come back. Aber halt, was bei Muhammad Ali, George Foreman und Evander Holyfield gelang, kann auch bei Kryptos funktionieren! Zumindest hat sich in den letzten Monaten die Deutsche eMark Community neu formiert und zeigt bemerkenswerte Aktivität. So wird wieder kontinuierlich an der Coin gearbeitet und es wurden vorhande Bugs gefixt. Es gibt eine neue Wallet für Windows und auch das Coinlimit wurde von maximal 20 Milliarden auf 210 Millionen reduziert. Davon wurden bisher gerade einmal 17.7 Millionen gemint. Die Aktivität im Forum ist hoch und es gibt jetzt sogar einen eigenen Kleinanzeigen-Markt, bei denen Waren gegen eMark verkauft werden können. Auch die Homepage wurde überarbeitet und weist ein sehr ansprechendes Design aus.

Fazit: Die Situation für die Deutsche eMark ist sicher besser als vor einem Jahr. Eine erfreuliche Aktivität, obwohl die Markkapitalisierung immer noch sehr gering ist. Sie verharrt bei lediglich rund 75‘000 Dollar. Die niedrige Marktkapitalisierung macht den Wert auch zu einer spekulativen Kaufposition: Ein „Pump“ ist von diesem Level immer nach oben möglich und aktuell hat sich der Kurs, trotz deutlich höherer Aktivität, noch nicht bewegt. Zudem könnte das weiterhin hohe Interesse an Blockchain und Bitcoin auch langsam das Interesse an der einzigen bekannteren deutschen Altcoin erhöhen. Die Coin kann bei den Altcoinbörsen Yobit and C-Cex erworben werden.

Wie immer gilt: Nur Spielgeld einsetzen – hoch spekulativ!


Altcoinbroker DGEX.com mit Rückkaufangebot

Im März 2014 erfolgte der Börsengang des Altcoinbrokers DGEX.com über ein ICO-Verfahren, wobei 33% der Anteile von Investoren erworben werden konnten; die Mehrheit verblieb beim Gründer Graviton. DGEX hatte Ende 2013 und zu Beginn 2014 eine maßgebliche Rolle dabei gespielt, Nxt von den Startinvestoren zur breiten Masse zu bringen und hatte damit auch einen bedeutenden Anteil an dem fabelhaften Kursgewinn der 71 Startinvestoren (1 Bitcoin verwandelte sich, zumindest kurzzeitig, in über 4 Millionen Dollar!).

Es sah im Frühjahr 2014 noch sehr vielversprechend für DGEX aus:
-Immer noch ein hoher Umsatz von Nxt durch das Trading
-Eigener Nxt-Client „Offspring“ mit Trading-Einbettung, welcher stetig weiterentwickelt werden sollte
-Weitere Coins und Nxt-Klone sollten gelistet werden
-Dividendenprognose von stattlichen 16% pro Jahr mit wöchentlicher Auszahlung

Es kam dann aber ganz anders. Der Bärenmarkt begann und Nxt verlor im Zuge dessen über 90% der Marktkapitalisierung. Auch die Handelsumsätze brachen ein. Zusätzlich erschütterte im Juli 2014 ein folgenschwerer Hackerangriff DGEX, bei dem 52 Bitcoin und 1.2 Millionen Nxt abflossen. Diesen Verlust mussten die Aktionäre ausbaden, die wöchentliche Dividende wurde also ausgesetzt. Betreiber Graviton hat seit diesem Angriff die Geschäfte langsam auslaufen lassen und sich auf andere Projekte konzentriert. DGEX konnte sich nie mehr davon erholen und Graviton stellte Mitte diesen Jahres den noch spärlichen Handel ganz ein, da sich Poloniex als Hauptbörse für Nxt durchsetzen konnte.

Um seine Reputation nicht ganz zu verlieren, macht Graviton nun ein Rückkaufangebot von 16.5 Nxt je Anteil. Das ist natürlich bedeutend geringer als beim Börsengang vor zwei Jahren, der für Großinvestoren (100‘000 Nxt Mindestbeteiligung) bei einem Preis von 100 Nxt und für Kleininvestoren bei 125 Nxt lag. In Dollar oder Euro gerechnet ist die Differenz noch größer (über 90%). Also wirklich nur ein kleines Trostpflaster. Auf der anderen Seite ist es keineswegs üblich, dass für gescheiterte Projekte überhaupt noch eine Art „Gutmachungsprämie“ gezahlt wird. Die Coins sind normalerweise unwiederbringlich verloren. Ich rate deshalb zur Annahme des Angebots, welches bis zum 31. März auf der Nxt-Asset Exchange und DGEX.com (wohl ab Ende Januar dort ersichtlich) aufrecht erhalten wird.