Archiv für den Monat Dezember 2015

[DCR] Decred – Neuentwicklung mit vielen Vorschusslorbeeren

Als vor zwei Wochen Decred erstmals angekündigt wurde, hat dies weit höhere Wellen geschlagen als bei anderen Neuentwicklungen. Hinter Decred stehen nämlich bekannte Bitcoin-Entwickler (zum Beispiel Jacob Yocom-Piatt oder Christina Jepson), welche aus Enttäuschung ausgeschert sind und mit Decred eine bessere Bitcoin entwickeln wollen. Bitcoin 2.0 Entwicklungen gibt es mittlerweile wie Sand am Meer, aber selten erreichen Neuentwicklungen bereits nach einer bloßen Ankündigung solchen Presserummel. Die Informationen sind aktuell noch etwas spärlich, ich versuche einmal das Wichtigste zusammenzufassen:

Wie beim Bitcoin soll es 21 Millionen Coins geben. Davon werden 8% bereits vorab als „Premining“ hergestellt werden wovon die Entwickler die Hälfte kassieren. Angeblich wird bereits seit 2013 an der Coin gearbeitet und die Entwickler sollen für ihre Mühen auch angemessen entschädigt werden. Die restlichen 92% können dann normal gemint werden, wohl über eine Variante des CG-Miners (gut für NVIDIA-Kartenbesitzer). Davon fließen aber noch einmal 10% aller Coins den Entwicklern zu, recht clever, muss ich sagen (ähnlich der guten alten Devcoin früher). Dadurch soll die langfristige Entwicklung der Coin sichergestellt werden. Die sonstigen technischen Rahmendaten sind klassische Verbesserungen des Bitcoin, die mich als 2.0 bzw. 3.0 Kryptofan, nicht wirklich hinter dem Ofen hervorlocken, technisch aber definitiv eine Weiterentwicklung des Bitcoin darstellen (siehe hier im Detail).

Wie investieren? Ganz einfach, investieren Sie einfach mit Ihrem guten Namen! Auf http://www.decred.org werden an 5.000 Leute über einen sogenannten Airdrop 4% der Coins verschenkt (Airdrop siehe auch Germany-Coin). Sie können sich dort mit Ihrer E-Mail-Adresse registrieren. Sie brauchen dazu noch einen Nachweis, dass Sie sich in irgend einer Form mit Kryptos beschäftigt haben (ein Link zu einem Bitcointalk-Account reicht aus. Wer keinen Account hat: http://www.bitcointalk.org eintragen, mehr als „Nein“ sagen kann nicht passieren). Sie werden dann über Mail informiert, sobald Sie die Coins in Empfang nehmen können. Das nehmen wir doch gerne mit: Umsonst ist immer gut! Ich bleibe hier am Ball.
Decred Logo

Disclaimer – Hinweis auf Interessenskonflikt: Der Autor nimmt selbst am Decred Airdrop teil.

IOTA: Fundraising erfolgreich abgeschlossen

Am Montag um 23:59 Uhr endete das Fundraising für IOTA. 27 Tage lang wurden Bitcoin gesammelt, in den ersten neun Tagen mit einem „Early-Bird-Bonus“ von +15%. Insgesamt kamen 1‘191 Bitcoin zusammen aufgeteilt in 931 direkten Bitcoin-Investments und 41‘297 JINN-Anteilen*. Die Verteilung ist sehr ausgewogen, auf 299 Investoren mit einem durchschnittlichen Investment von 3,1 Bitcoin. Insgesamt lässt sich feststellen, dass die Summe zwar ein Erfolg darstellt (immerhin mehr als eine halbe Million Dollar) es hätte aber auch noch deutlich mehr sein können. Der Betrag ist auf jeden Fall hoch genug um IOTA finanziell fertig zu stellen und dem JINN-Projekt einige komfortable Monate zu geben. JINN wird im laufenden Entwicklungsprozess zusätzlich noch den Einstieg eines Business-Angels benötigen, nachdem die Prototypen, dank dem generierten Kapital, durchfinanziert worden sind. Aber diese Prototypen-Entwicklung ist nun sichergestellt und darauf kam es dem Team auch an.

Die Summe ist aber auch niedrig genug um weitere Kurssteigerungen an den Krypto-Börsen zu erlauben. Eine Marktkapitalisierung von sagen wir, mindestens 10% von Litecoin, sollte doch für eine völlig neue Kryptowährung (erste Kryptowährung ohne Blockchain, Echtzeitzahlungen, äußerst geringe Hardwareanforderungen, Internet-of-Things!) mittelfristig problemlos erzielbar sein? Wir wären dann bei etwas über 15 Millionen Dollar oder einem Gewinn von 3000% für alle Startinvestoren. Durchaus im Bereich des Möglichen, allerdings müssen dazu auch die nächsten Schritte glatt über die Bühne gehen.

Der Start war auf jeden Fall vielversprechend. Seit gestern ist die Zuteilungsseite für IOTA-Investoren online. Der Prozess ist durchdacht, sicher und auch sehr anfängerfreundlich. Dazu musste man sich ein starkes Passwort ausdenken (mindestens 35 stellig) und über eine Eingabemaske eingeben. Dadurch wurde ein Code generiert. Über die Eingabe des Codes in eine weitere Eingabemaske auf der Seite, wurde dem Investor mitgeteilt wieviel Satoshi er von seiner Bitcoin-Adresse an das Bitcoin-Adresse des IOTA-Teams überweisen soll. Dieser Prozess stellte zusätzlich auch sicher, dass der IOTA-Zeichner immer noch volle Verfügungsgewalt über seinen Bitcoin-Account hat. Das Passwort dient dann in Zukunft als Brainwallet zum direkten Zugriff auf seine erworbenen IOTAs im Client – wie bei Nxt.

Wie geht es weiter? Come-from-Beyond war mit dem selbst entworfenen Client für IOTA nicht zufrieden. Er fand ihn schlicht zu hässlich. Die Benutzeroberfläche des Client soll nun von externer Seite bis Anfang Januar fertig gestellt werden. Zu diesem Zeitpunkt wird auch der Source-Code veröffentlicht. Bei Kryptowährungen ist Open Source ja ein wichtiges Kriterium. Der Code wird von Sergio Demian Lerner, dem wohl bekanntesten „Krypto-Auditor“ weltweit, überprüft werden. Seine hoffentlich positive Beurteilung, wird dem IOTA-Team dabei helfen, praktische Nutzer zu finden, welche IOTA als Baustein im Internet der Dinge verwenden können. Evtl. erfolgt bis Anfang Januar noch ein Testlauf des Systems über ein separates Testnet. David und weitere engagierte IOTA-Investoren, werden in der Zwischenzeit nicht untätig sein und versuchen IOTA bei „Internet der Dinge-Projekten“ in den Fokus zu bringen. Besonders einfach dürfte es sein IOT-Projekte in Verbindung mit Bitcoin „zu kapern“, da IOTA dem Bitcoin für die Verwendung als Baustein im Internet der Dinge deutlich überlegen ist (leichter, schneller, geringere Hardware-Anforderungen, benötigt keine Gebühren). Also sämtliche Projekte in Verbindung mit hoch gehypten „21 Bitcoin Computer“ sind ein natürliches Ziel um durch IOTA ersetzt zu werden (dieses zum Beispiel).

Fazit: Wie erwartet ist bis jetzt alles nach Plan gelaufen. Für das IOTA-Team ist es nun entscheidend in den nächsten Monaten auch praktische Nutzer zu finden. Bislang gingen Altcoin-Projekte immer dann in die Knie, wenn es keine praktische Verwendung für sie gab und sie deshalb nur noch als Spekulationsprojekt an den Krypto-Börsen gehandelt wurden. Schafft es IOTA diesem Schicksal zu entgehen, wäre ein echter Paradigmenwechsel möglich. Wir würden endgültig von der Doktrin abkommen, dass eine Kryptowährung wirklich alles erfüllen muss quasi als „Eierlegende Wollmilchsau“. Wir sehen schon jetzt Bitcoin an der Belastungsgrenze. Alles können zu müssen, heißt auch schwer und fett zu werden. Nehmen wir zum Vergleich schlicht Fahrzeuge: Niemand käme auf die Idee ein Formel 1 Fahrzeug gleichzeitig noch als Traktorersatz bzw. als Familienkutsche für mehrere Personen zu verwenden. Jede spezifische Anwendungsform verlangt andere Fahrzeugarten. Ähnliches stelle ich mir auch für die Kryptowährungen in Zukunft vor. Bitcoin als „Krypto-Gold“ sowie Zahlungsmittel für größere Investitionen. Diese Rolle soll er behaupten und das kann er auch leisten. Für spezifische Anwendungen aber maßgeschneiderte Lösungen, wie IOTA für das Internet der Dinge. Und hier liegt auch tatsächlich ein Verwendungszweck und Mehrwert für Altcoins. Das ist in meinen Augen der richtige Ansatz und wenn sich IOTA hier durchsetzen kann, wäre es eine bahnbrechende Entwicklung für ein künftiges Nebeneinander verschiedener Kryptowährungen, je nach Einsatzzweck. Der Ansatz durch eine Altcoin einen zweiten, besseren Bitcoin zu schaffen, wie es Nxt immer vor hatte, ist aktuell nicht zielführend und zum Scheitern verurteilt. Aber für spezifische Anwendungszwecke maßgeschneiderte Altcoins zu entwickeln, welche genau für diesen Zweck optimiert worden sind, das wird den Altcoinmarkt im Jahr 2016 schwer bewegen. Und IOTA hat gute Chancen darauf hier als „Eisbrecher“ zu fungieren.

Ich wünsche Ihnen frohe Weihnachten und schöne Festtage!

*JINN ist die Hardware-Firma des IOTA-Teams. Es soll dabei ein völlig neuer Hardware-Prozessor entwickelt werden der anstatt binär (2 Werte) auf einer dreiwertigen Logik basiert (Ternärer Computer). Diese Prozessoren wären effizienter als die bisherigen binären Prozessoren und ein bedeutender Meilenstein im Internet der Dinge – und darüber hinaus. Der „Börsengang“ von JINN erfolgte im Oktober 2014 über die Nxt Asset Exchange. Das Hardware-Projekt ist freilich mit bedeutenden Risiken behaftet und stellt sich gegen Großkonzerne wie Apple oder Intel. IOTA soll die ergänzende Software zu den JINN-Prozessoren darstellen ist aber nicht an JINN gebunden und kann auf Grund der geringen Hardware-Anforderungen auch auf primitiven Geräten funktionieren. JINN-Investoren wurde gestattet ihre JINN-Anteile in IOTA umzutauschen, woraufhin 41.2% der frei verfügbaren JINN-Anteile gegen IOTA getauscht wurden. Dies hatte auch den Hintergrund, da viele JINN-Investoren die zeitliche Dimension des Hardwareprojekts unterschätzt hatten und schnelle Resultate erwarteten, die freilich gänzlich unrealistisch waren. Das JINN-Team konnte sich so besonders ungeduldiger und unzufriedener Investoren über den Ausgang zu IOTA bequem entledigen und kann nun in relativer Ruhe weiter arbeiten.

IOTA

Disclaimer – Hinweis auf Interessenskonflikt: Der Autor ist selbst in IOTA und JINN investiert.

BitFirm.io: Die Marketing-Experten für Kryptowährungen

Während des großen Goldrausches in Kalifornien, haben nicht die Goldsucher das große Geschäft gemacht, sondern clevere Geschäftsleute, welche ihnen die Ausrüstung teuer verkauften (Schaufeln, Pfannen, Waffen etc). Wir haben bei Kryptos aktuell eine sehr vergleichbare Situation. Die verbliebenen privaten Miner können aktuell kaum profitieren, aber Serviceleistungen für Kryptowährungen erleben aktuell einen gewaltigen Boom.

Ich möchte Ihnen deshalb heute BitFirm.io vorstellen. BitFirm bietet Werbedienstleistungen für Unternehmen aus der Krypto- und Fintech-Spähre an, mit dem Ziel, der erste Ansprechpartner für alle Unternehmen zu werden, die Anlagen an der Nxt Asset Exchange platzieren wollen. Das Team besteht aus professionellen Marketing-Experten mit jahrelanger Erfahrung im Bereich der Kryptowährungen. BitFirm deckt alle Aspekte des Online- sowie auch des Offline-Marketings ab. Von Content-Erstellung (z.B. Blogposts) über Social Media Marketing (z.B. Twitter) bis hin zum Marketing in Printmedien. Auch das Erstellen von Info-Grafiken und Banner-Design wird angeboten.

Ich finde das Angebot sehr spannend, da es eine Lücke abdeckt: Typische Tech-Nerds, welche mit viel Gehirnschmalz Kryptowährungen programmieren können, sind oft relativ dürftig darin ihre Idee marketinggerecht zu verpacken und zu bewerben. Dadurch kann ein hervorragendes Projekt scheitern, da heutzutage einfach ein professioneller Auftritt erwartet wird. Nehmen wir Qora: Technisch eine der ersten 2.0 Kryptowährungen, litt aber immer darunter, dass  kein gutes Marketing vorhanden war. Hätte man Qora besser „verpackt“, wäre die Coin nicht bei einer Marktkapitalisierung von gerade einmal 0.1 Millionen aktuell.

Wer an die Geschäftsidee glaubt: Aktuell findet der Börsengang der BitFirm.io statt in Form eines ICO (Initial Coin Offering). 4 Millionen Anteile werden in einer traditionellen „Reverse Dutch Auction“ zu einem Preis von 1 Nxt auf der Nxt Asset Exchange angeboten (Asset Nr. 2069092550347872704). Gelockt werden potentielle Investoren mit hohen Dividendeneinnahmen aus Projekten. So soll die Dividendenrendite 3-4% monatlich betragen (sicher in meinen Augen etwas zu hoch angesetzt). Aber selbst nur die Hälfte dessen wäre jährlich zweistellig und damit immer noch äußerst lukrativ. Investoren müssen allerdings auf einen Turnaround bei Nxt hoffen. Stirbt Nxt – stirbt auch die Nxt Asset Exchange und damit die aktuelle Hauptgeschäftsgrundlage von BitFirm.

Bitfirm.io

Disclaimer – Hinweis auf Interessenskonflikt: Der Autor ist selbst in Nxt und Qora investiert.

Kryptowährungen: 10 Provokante Prognosen für 2016

An den Wertpapiermärkten hat es sich in den letzten Jahren etabliert, dass Banken und Finanzdienstleister (Saxobank zum Beispiel) im Dezember für das folgende Jahr unwahrscheinliche und provokante Prognosen aufstellen. Das Lesen kann Kopfschütteln hervorrufen, doch die Trefferquote ist rückblickend oftmals besser als erwartet. Ich möchte diesen Ansatz auf Kryptowährungen übertragen. Dabei müssen die Prognosen wirklich provokant und gewagt sein. Eine Prognose zum Beispiel, die einen Preisanstieg des Bitcoin um mindestens 2% vorhersieht, kann nun wirklich nicht als gewagt und provokant bezeichnet werden.

Hier sind meine 10 Provokanten Prognosen für 2016:

1. Der Bitcoin wird erstmals teurer als Gold: Was im Jahr 2013 während des Höhenflugs nicht gelang, wird im Jahr 2016 Wirklichkeit.

2. Der Bitcoin-Erfinder wird endgültig enttarnt: Es tauchen weitere Dokumente auf, welche die Urheberschaft von Nick Szabo (dem Erfinder von „Bit gold“) erhärten. Nach jahrelangen Dementis gibt Szabo schließlich zu Satoshi Nakamoto zu sein und er kann dem Bitcoin-Kurs weiter in die Höhe treiben, da er versichert, die Schlüssel zu den 1.5 Millionen „Sataoshi-Bitcoin“ im Gegenwert von hunderten Millionen Dollar, bewußt vernichtet zu haben.

3. Hack bei Ripple: Bei Ripple Labs kommt es zu einem folgenschweren Hack, bei dem über 7 Milliarden noch nicht verausgabte Ripple (XRP) gestohlen werden. Auch der mediale Einsatz von Karl-Theodor zu Guttenberg scheitert, trotz des Statements: „Der Vorwurf, Ripple Labs sei gehackt worden, ist abstrus.“ Ripple kann sich von diesem Vertrauensverlust nicht mehr erholen.

4. Litecoin verschwindet in der Bedeutungslosigkeit: Mit dem Wegbrechen der Scrypt-Miningszene wird auch Litecoin weiter stark an Bedeutung verlieren. Es werden deshalb mehrere Altcoins an der Marktkapitalisierung von Litecoin vorbeiziehen.

5. eMunie startet äußerst erfolgreich: Nach einer Testphase im Februar, wird das Fundraising für eMunie im zweiten Quartal zu einem vollen Erfolg. eMunie kann sich ohne Schwierigkeiten in den Top 5 festsetzen und es gelingt auch eine wachsende Verbreitung über die „Szene“ hinaus.

6. Im Gegenzug befindet sich Ethereum unerwartet im Abwärtsstrudel: Obwohl eine gewisse Weiterentwicklung stattfindet, kann die Benutzerbasis nicht wesentlich verbreitert werden. Trotz stark gestiegenen Bitcoinpreisen, halbiert sich die Marktkapitalisierung.

7. Nxt kann hingegen den Abwärtstrend stoppen: Nachdem Investoren realisieren, dass die gelisteten Anteile der Nxt-Asset-Exchange eine Marktkapitalisierung von über 25 Millionen Dollar aufweisen, kann auch Nxt profitieren und deutlich im Preis steigen. Die Marktkapitalisierung erholt sich von 6 auf 30 Millionen Dollar und Nxt kann sich so wieder nachhaltig in den Top 10 der Kryptowährungen etablieren.

8. Griechenland scheidet aus dem Euro aus: Die Einführung der „Neuen Drachme“ wird aber kein Erfolg, da die Bevölkerung viel lieber auf den Bitcoin als Zahlungs- und Wertaufbewahrungsmittel zurückgreift. Die Regierung lenkt schließlich ein und akzeptiert zusätzlich den Bitcoin als offizielle Währung des Landes neben der Drachme. In der Folge wird Griechenland zum Bitcoin-Hub Europas.

9. OneCoin sinkt auf 0 USD: Obwohl die Coin ein besonders innovatives Konzept im Vergleich zu anderen Altcoins aufweist wie Zentralisierung, Closed Source, Lock-up-Frist für Investoren, hohe Gebühren, völlige Intransparenz des Miningprozesses und Multi-Level-Marketing-Vertrieb, können diese Features erstaunlicherweise den starken Kursverlust nicht verhindern.

10. Weitere blockchainlose Neuentwicklungen: Setzten der Bitcoin und die sogenannten 2.0 Währungen wie Nxt oder Qora noch auf den Blockchain, wird es 2016 viele Neuentwicklungen geben, die nicht mehr auf dem klassischen Blockchain basieren. Diese „3.0 Währungen“ setzen die etablierten Altcoins unter Druck, da die technische Leichtgewichtigkeit viele Anwendungen ermöglicht, die bisher nicht möglich waren. Der Bitcoin wird 2016 davon aber (noch) nicht negativ tangiert.

Disclaimer – Hinweis auf Interessenskonflikt: Der Autor ist selbst in Bitcoin, Nxt und Qora investiert.

Cryptsy: Achillesferse Altcoinbroker

Bitcoininvestoren können mittlerweile auf eine sehr sichere und komfortable Infrastruktur zurückgreifen. Es beginnt beim Kauf, bei dem über den Marktplatz Bitcoin.de kaum etwas schief gehen kann. Ich stufe die dortige Wallet ebenfalls als sehr sicher ein, da die Bitcoin-Bestände sogar regelmäßig notariell überprüft werden und 98% der Coins auf „Cold Wallets“ lagern, also sicher vor dem Zugriff von Hackern sind. Wem das immer noch zu unsicher ist, der kann auf Hardwarehilfsmittel wie den Trezor oder den Ledger Nano zurückgreifen. Zudem gibt es immer die Möglichkeit Paper-Wallets zu erstellen. Bitcoininvestoren müssen also längt nicht mehr Hacker-Angriffe fürchten und können sich mittlerweile sehr gut schützen.

Bei Altcoins ist die Lage leider nicht derart komfortabel. Schon der Erwerb ist mit Unsicherheitsfaktoren belastet. Die meisten Altcoinbroker wurden bereits gehackt. Ehemalige Topadressen wie Vircurex und Cryptsy sind scheintot. Cryptsy war 2013 noch der führende Altcoinbroker und aktuell bestehen wohl starke Probleme, das Bitcoin-Guthaben zu transferieren. Das führt dazu, dass der Kurs von Dogecoin dort 30% höher ist als der normale Marktpreis, da Doge immerhin noch abgezogen werden kann und sich die Investoren sagen: „Lieber 30% als 100% Verlust!“ Das Dilemma des Altcoininvestors ist also, dass er den Börsen nicht wirklich trauen kann. Ein weiteres Problem ist, dass auch ein Übertrag der Coins auf die Clienten zu Problemen führen kann. Zunächst einmal hat ein durchschnittlicher Altcoininvestor oft 10 oder noch mehr Coins. Dafür jeweils die komplette Software herunterzuladen, ist mit enormen Aufwand verbunden. Hinzu kommt: Die Wallets am Laufen zu halten erfordert oft viel Geschick und Zeiteinsatz, da es oft zu Synchronisationsproblemen und Hardforks bei Altcoins kommt. Nicht jeder hat das technische Geschick und auch die Zeit, sich damit täglich auseinanderzusetzen.

Fazit: Der Altcoininvestor muss mit den Unsicherheiten leben. Aktuell scheint Poloniex der beste Altcoinbroker zu sein, der zudem noch eine erfreulich hohe Liquidität aufweist. Aber auch Poloniex wurde schon gehackt, es handelt sich hier auch nur um „den Einäugigen unter den Blinden“. Gerade deshalb bin ich ein großer Fan von sogenannten Brain-Wallets: Altcoins, bei denen man über ein Passwort direkt auf die Coins zurückgreifen kann. Man muss sich lediglich ein starkes Passwort notieren (50 zufällige Zeichen zum Beispiel), das sollte mit einem Stift und einem Blatt Papier, für jeden der Schreiben kann, machbar sein. Direkte Brain-Wallets gibt es allerdings nur bei Nxt und in Zukunft wohl auch bei IOTA. Insgesamt deshalb weiterhin mein Ratschlag, bei Altcoins nur Summen einzusetzen, die man jederzeit verschmerzen kann. Und wer gewonnen hat: Nicht vergessen die Gewinne über einen Rücktausch in Bitcoin wieder abzusichern. Bisher gab es nämlich keine Altcoin, die nachhaltig einen hohen Kurs aufrecht erhalten konnte. Alle bröckelten im Laufe der Jahre gegenüber dem Bitcoin wieder ab oder verschwanden ganz.

Disclaimer – Hinweis auf Interessenskonflikt: Der Autor ist selbst in Bitcoin, Nxt und IOTA investiert.

Coinoindex – Der Indexfonds (ETF) für Altcoins

Indexfonds erfreuen sich seit einigen Jahren einer großen Beliebtheit an den Wertpapiermärkten. Der Grund dafür ist simpel: Die Fonds sind passiv, replizieren also nur einen existierenden Index und sind deshalb sehr gebührenfreundlich (meist um 0.6%), da der teure Fondsmanager nicht mitbezahlt werden muss. Aktiv gemanagte Fonds kosten meist ca. 1% mehr.

Was an den Wertpapiermärkten großen Erfolg hat, sollte doch auch bei Altcoins funktionieren – dies waren die Gedankengänge welche zu Coinoindex.com führten. Es handelt sich dabei um einen passiven Altcoin-Investmentfonds, der in die Top 20 aller Altcoins nach Marktkapitalisierung investiert. Dabei werden die Investments gleichgewichtet, also 5 Prozent je Coin, um einer Klumpenbildung durch Schwergewichte (wie Litecoin) vorzubeugen. Es werden dabei nur „freie“ Altcoins berücksichtigt, die nicht an eine Fiat-Währung wie den Dollar gekoppelt sind (NuShares zum Beispiel). Zudem müssten die Coins einen Mindestumsatz an den Kryptobörsen von 1’000 Dollar täglich aufweisen (deshalb ist Rubycoin nicht dabei). Der Index wird dabei jede Woche neu gewichtet.

Zur Wertentwicklung: Der Fonds starte am 1. Juni 2015 mit 1’000 Indexzählern gegenüber dem Bitcoin. Ein Fondsanteil kostete damals exakt 1 Bitcoin. Aktuell weist er allerdings nur noch einen Wert von 0,457 BTC auf. Also ein Kurverlust von über 50%! Dies lässt sich leicht damit erklären, dass Altcoins im letzten halben Jahr wesentlich schlechter performt haben als der Bitcoin. In Dollar gerechnet sieht es natürlich etwas besser aus, da der Bitcoin seither deutlich zulegen konnte.

Soll man investieren? Für mich ist das Projekt in doppelter Hinsicht interessant. Zunächst einmal ist dieser Index ein hervorragendes Messintrument für die durchschnittliche Wertentwicklung der Altcoinmärkte im Vergleich zum Bitcoin. Eine Art „Altcoin-Dow-Jones“, den es bisher in dieser Form noch nicht gab. Zudem eignet sich der Index  hervorragend für Neueinsteiger, die sich mit den einzelnen Altcoins nicht im Detail auseinandersetzen wollen, aber dennoch eine Investition in diesen Wachstumsmarkt tätigen wollen. Die Gebühren sind zudem sehr niedrig, es fällt lediglich eine gewisse Geld/Brief-Spanne beim Erwerb an. Man muss aber natürlich auch die Überzeugung mitbringen, dass der Abwärtstrend der Altcoins gegenüber dem Bitcoin gestoppt ist. Ich bin da etwas skeptisch, allerdings könnte ein erneuter Super-Bullenmarkt beim Bitcoin, auch schnell auf die Altcoinmärkte durchschlagen. Sie können den Fonds bei der Nxt-Asset-Exchange oder auch über Poloniex.com erwerben (Poloniex ist aktuell mit Abstand der beste Altcoin-Broker in meinen Augen).

PS: Den Altcoinspekulant gibt es jetzt auch bei Twitter (@Altcoinspekulan). Neben den Blogbeiträgen werde ich auch auf weitere Entwicklungen beim Bitcoin und Altcoins eingehen. Folgen lohnt sich also!

Kryptowährungen: Empfehlenswerte deutschsprachige Blogs

Die Krypto-Szene wächst zwar, dennoch ist die Anzahl von deutschsprachigen Kryptoblogs recht überschaubar geblieben. Dies hängt auch damit zusammen, dass Englisch die Basis nahezu aller Krypto-Communities ist. Dennoch gibt es auch über den Altcoinspekulant hinaus lesenswerte deutschsprachige Blogs, die sich mit Kryptowährungen beschäftigen. Meine persönlichen drei Favoriten möchte ich Ihnen heute vorstellen:

Altcoinmarkt
Marcus Pleines ist ein Pionier bei Altcoins, über die er seit drei Jahren bloggt. Marcus schrieb bereits im Jahr 2013 ein Buch über Altcoins: „Bitcoin – Alternativen“. Aber er konzentriert sich nicht nur auf Altcoins sondern berichtet auch über Bitcoins und deren Anwendung in der Praxis. Wie ich gönnte er sich während des großen Bärenmarktes eine Blog-Pause, aber er ist seit einigen Wochen wieder zurück.

Bitcoinblog.de
Der Bitcoinblog ist die unangefochtene Nummer 1 zum Thema Bitcoins in Deutschland. Der Blog wird von Christoph Bergmann geleitet und von Bitcoin.de finanziell unterstützt. Zudem gibt es eine Reihe von renommierten Gastautoren. Das Team liefert hervorragende Arbeit und bringt wirklich Mehrwert mit detaillierten Grundlagenartikeln und ausführlichen Reportagen. Dafür wurde der Bitcoinblog.de zurecht mit dem 1. Platz beim finanzblog award 2015 (Publikumspreis) ausgezeichnet. Der Fokus des Blogs liegt allerdings klar bei Bitcoin, Altcoins spielen nur eine Nebenrolle.

The Coinspondent
Der Blog wird von Friedemann Brenneis (freier Journalist) geleitet. Der Blog startete im Januar 2014 und wird aber hochprofessionell erstellt. Bereits über 500 Beiträge kamen zusammen. Am gewinnbringendsten für mich ist die wöchentliche Presseschau, auf denen Friedemann zusammenstellt, was sich interessantes bei Kryptowährungen ereignet hat, mit entsprechenden Links zu den Originalquellen. Auch der Coinspondent hat sich beim finanzblog award 2015 sehr gut geschlagen und wurde mit dem dritten Platz des Publikumpreises belohnt.



Update 14.12.2015: Publikumspreis Finanzblogaward hinzugefügt / Christoph Bergmann ist nicht Eigentümer von Bitcoin.de

IOTA: Interview mit CEO David Sønstebø

IOTA, die Kryptowährung für das Internet der Dinge, zieht momentan sehr große Aufmerksamkeit auf sich. Ich habe ja bereits mehrfach über dieses sehr interessante Projekt berichtet und auch selbst investiert während der aktuellen Zeichnungsphase (bis Montag, den 21. Dezember ist eine Investition möglich). Es freut mich deshalb außerordentlich, dass mir IOTA-Gründer David Sønstebø für einige Fragen zur Verfügung stand:

Hi David! Einige Worte über Dich und Deinen Werdegang, seit wann engagierst Du Dich in der Kryptoszene? War es mit Nxt oder schon vorher?

David: Ich würde mich als jemanden beschreiben, der das Universum als endlosen Ozean von Potential sieht. Schlussendlich sind nahezu alle Probleme der Menschheit vor allem technische Probleme. Ich kam mit Kryptos zuerst in Kontakt 2012 mit der lesswrong/overcomingbias/futurology Community. Ich hatte bereits 2010 davon gehört, aber mich unglücklicherweise nicht in der Tiefe damit auseinandergesetzt, sonst wäre ich schon viel früher eingestiegen. Obwohl ich dann später mit Kryptos gehandelt habe, hielt ich das ausschließliche Traden für extrem langweilig, so dass ich im Jahr 2013 beschlossen habe mich in der Technologie auseinanderzusetzen und herauszufinden, wie sich dies weltweit auswirken könnte. Ich engagierte mich dann bei Nxt.

Hast Du noch Zeit für eine „normale“ Arbeit oder konzentrierst Du Dich 100% auf das große Projekt JINN/IOTA?

David: JINN/IOTA ist mein Vollzeitjob, aber für mich ist das nicht nur ein Job, für mich ist es meine Passion. Als Hobby beschäftige ich mich zudem noch mit anderen Projekten wie zum Beispiel Distributed Identity und dergleichen (sein Blog hierzu: www.composui.com)

Dein Geschäftspartner ist der legendäre Programmierer Come-from-Beyond, der in den ersten stürmischen Monaten Nxt rettete. Wie bist Du mit ihm in Kontakt gekommen um das JINN Projekt 2014 zu starten?

David: Ich und Come-from-Beyond sind seit Ende 2013 in Kontakt, kurz nachdem Nxt startete. Damals waren wir bei ganz vielen Dingen überhaupt nicht einer Meinung, wir hatten sehr viele Debatten, aber es hat immer viel Spass gemacht. Im Frühjahr 2014 sprachen wir über ähnliche Interessen und Ziele und beschlossen ein Team zu bilden. Ich denke wir beide stellten voneinander ähnliche Ambitionen fest und schätzen zudem aneinander, dass wir uns durch unsere Unterschiede sehr gut ergänzen. Er hat eine enorme Fülle von technologischen Kenntnissen und Fähigkeiten, während mein Talent die strategische Vision ist, um dann herauszufinden, wie diese Energie und Brillanz unserer gemeinsamen Vision dann in Produkte und Anwendungen im realen Leben umgesetzt werden können.

Die Erstzeichnungsfrist mit 15% Bonus für IOTA ist seit Donnerstag beendet und zusammen mit dem Umtausch von JINN-Anteilen konntet ihr nahezu 1‘000 Bitcoin einsammeln. Bist Du zufrieden mit diesem Resultat? Ist es genug um das Internet der Dinge-System entwickeln und starten zu können?

David: Ich bin sehr glücklich mit dem Vorverkauf bis jetzt und es zeigt deutlich, dass hier Interesse und Nachfrage an dieser Art von Technologie bestehen. Wir sind mit Sicherheit dazu in der Lage, die IOTA-Software mit diesem Budget zu vollenden und können zudem noch signifikante Fortschritte bei der Hardware-Abteilung machen. Wenn es um das Entwicklungs-Budget für die Hardware geht, ist es sehr schwierig, da hier leicht teure Extrakosten anfallen können, womit man bei einer Software in dieser Weise nur selten konfrontiert wird.

Wird der Klient für IOTA wie angekündigt am 22. Dezember einsatzbereit sein oder wird es hier eine zeitliche Verzögerung geben? Wird IOTA dann bereits auf Smartphones laufen (IOS/Android)?

David: Bis jetzt sieht es gut aus und ja, es wird auf Smartphones funktionieren, selbst auf winzigen Geräten, die nur über Chrome verfügen. IOTA setzt alles auf Leichtgewichtigkeit.

Kannst Du ein schönes Beispiel nennen, wie JINN in Kombination mit IOTA das Leben eines Durchschnittsmenschen positiv beeinflussen könnte?

David: Ein bestimmtes Beispiel zu nennen ist relativ schwierig, da JINN/IOTA lediglich zwei Teile des grossen Ganzen (dem Internet der Dinge) darstellen. Ich denke die beste Möglichkeit, um die möglichen Auswirkungen von JINN und IOTA darzustellen, ist, dass sie eine nahtlose Internet der Dinge-Welt aktivieren und damit Infrastrukturprobleme beheben können, die bisher ungelöst sind. Also der beste Weg um IOTA und JINN zu beschreiben, ist sie als Bausteine des Internet der Dinge anzusehen.

Come-from-Beyond teilte mit, dass er seit Sommer an IOTA arbeiten würde. Das ist eine recht kurze Zeitspanne für ein komplett neues Konzept (Tangle anstatt Blockchain). Denkst Du diese Zeitspanne war wirklich ausreichend um eine arbeitsfähige und stabile Software zu entwickeln?

David: Yeah, ich glaube daran, da war ein grossartiges Team haben. Bei IOTA geht es darum sämtliche Über-Komplexität loszuwerden und so einen „reinen“ transkryptographischen Token zu schaffen. Also auch wenn es sich dabei eine völlig neue Technologie handelt, ist es weniger zeitaufwendig zu entwickeln als zum Beispiel eine intelligente Vertragsplattform oder eine Asset Exchange.

Du hast ein sehr kleines Team und Ihr arbeitet an einem komplett neuen Hard- und Softwaresystem. Gibt es Zeiten an denen Du aufgrund Eurer limitierten finanziellen und personellen Ressourcen an dem Erfolg Eures Abenteuers zweifelst?

David: Während das Software-Team für IOTA sehr klein ist, arbeiten am Hardware-Projekt unter anderem auch Elektroingenieure und Professoren. Es ist immer noch ein relativ kleines Team und mit den Mittel aus dem IOTA-Verkauf werden wir ein paar mehr Leute einstellen, um die Entwicklung weiter zu beschleunigen. Ich glaube aber nicht daran, dass wenn man mehr Leute einstellen sollte als eigentlich benötigt werden. Wenn man zu viele Leute hat, kann das exorbitant teuer und ineffizient werden.

Ich bin immer etwas paranoid und besorgt über potentielle Fallstricke, aber ich glaube, dass so jeder CEO so sein sollte. Wenn Du der Kapitän eines Schiffes bist das in bislang völlig unbekannte Gewässer segelt, muss man immer auf der Hut vor potentiellen Problemen sein und sein Bestes geben, um rund um die Uhr darauf vorbereitet zu sein. In einer etwas weiteren Perspektive jedoch bin ich sehr zuversichtlich über die Fähigkeiten meines Teams und unsere umfassende Vision, die uns motiviert, diesen schwierigen Weg zu nehmen anstatt nur auf Nummer sicher, auf eingetretenen Pfaden zu gehen. Wir haben uns vereint um die bestmögliche Technologie zu entwickeln. Dies ist unsere treibende Kraft, nicht das Geld.

Natürlich ist es eine Tatsache, dass wir uns hier in einer echten David vs. Goliath Situation befinden, wenn man nur die finanzielle Ausstattung betrachtet. Aber was man nicht einfach kaufen kann sind echtes Engagement und eine Vision. Diese Konstellation tritt für fast alle schlagkräftigen Start-Ups auf, die generell nicht gut ausgestattet sind finanziell. Wir hätten vom ersten Tag ab auch eine traditionelle Finanzierungsform wählen können, aber es hätte bedeutet, viel Einfluss an die Geldgeber zu verlieren. Das war aufgrund unserer Motivation ein absolutes No-Go. Irgendwann werden wir sicher eine zusätzliche Kapitalspritze benötigen, aber unser Ziel ist, bis dahin das Projekt noch viel weiter voran zu treiben, mit einem Team das unsere Vision teilt, anstatt einer gierigen Heuschrecke zu dienen, welche nur den bestmöglichen Return-on-Investment anstrebt.

Es war für die Community eine große Überraschung, als BCNext sich nach nahezu zwei Jahren Funkstille zurückmeldete, indem er mit seinem Bitcoin-Account bei IOTA investierte. Gab es hier weiteren Kontakt mit ihm oder war es für Dich ebenfalls eine Überraschung?

David: Ich kann es nicht wirklich sagen, da er anonym bleiben möchte. Ich persönlich interpretiere seinen Kauf als eine symbolische Geste.

Irgendwelche weitere Worte an die deutschsprachige Community?

David: Deutschland verfügt über eine langjährige gute Reputation (zumindest bis vor dem VW-Skandal), wenn es um die Qualität und Gründlichkeit der Produkte angeht. Zudem hat Deutschland eine der interessantesten Start-Up-Szenen der Welt und ich glaube, daraus wird eine Vielzahl von wichtiger Technologie für das Internet der Dinge herausspringen und ich hoffe, dass Qualität und Gründlichkeit ein Teil davon sein werden. Zusätzlich gehören eure Städte zu den effizientesten und technologisch fortschrittlichsten weltweit, so dass ich hoffe, dass dieser Trend auch im neuen Zeitalter des Internet der Dinge anhält und wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit jedem Interessenten aus Deutschland, der IOTA implementieren möchte. Wir würden uns sehr über eine Kontaktaufnahme freuen.

Herzlichen Dank David – viel Erfolg mit JINN/IOTA!

 

 

IOTA: Interview with CEO David Sønstebø (English Version)

IOTA, the token for the Internet-of-Things, has gained a lot attraction in the community. I have blogged several times about this very interesting project and also took part in the current Crowdsale (possible until the 21st December). I’m therefore delighted that IOTA-Founder David Sønstebø was available to answer some of my questions.

Hi David, any words about yourself, when did you start in the Cryptoworld? Was it with Nxt or even before?

David: I would describe myself as someone that sees the universe as an endless ocean of potential. At the end of the day all issues facing humanity is mainly engineering problems. I got into crypto through the lesswrong/overcomingbias/futurology community back in 2012. I had heard of it back in 2010, but unfortunately didn’t take a deeper look at the time, otherwise I would’ve joined way before. Although I’ve traded crypto, it is an extremely boring thing to do, so in 2013 I decided to get involved in the technology and figure out how it could impact the world, which is when I got involved with Nxt.

With JINN and IOTA is there any time for a „normal“ job or do you concentrate 100% at this big project?

David: JINN/IOTA is my fulltime job, but I don’t treat it as such, to me it’s my passion. On the hobby side I keep preoccupied with other projects such as distributed identity and the like (Blog: www.composui.com)

Your partner is the legendary programmer Come-from-Beyond, which have saved Nxt within the first fragile months. How have you get in touch with him to get the JINN project 2014 started?

David: Me and CfB go back to late 2013, right after Nxt launched, back then we used to vehemently disagree about so many things, we had plenty of debates, but it was always in good fun. In early 2014 we started talking about overlapping interests and goals and decided to team up. I think that we both noticed each other’s ambitions and appreciated our differences as complementary. He has a tremendous wealth of technological knowledge and prowess, whereas my talent is strategic vision and working out how to channel this energy and brilliance into real life applications that fit our overlapping visions.

The Pioneer-Early-Investment in IOTA is finished since Thursday and together with the exchange of JINN tokens you raised close to 1’000 Bitcoin. Are you satisfied with this result? Is this enough to develop and kickstart the Internet-of-Things ecosystem?

David: I am very happy with the presale so far, and it clearly shows that there is a demand and interest in this kind of technology. We’ll certainly be able to finish the IOTA software with this funding and also get significant progress in the hardware department. When it comes to hardware development budgeting is ridiculously hard due to so many additional and expensive variables that you rarely face in software.

Will the client for IOTA be ready at the 22nd of December as planned or will there be any delay? If so, will this client also work with mobile phones (Android/IOS)?

David: So far it’s looking good, and yes it’ll work with mobile phones, even tiny chromecast like devices. IOTA is all about lightweightness.

Can you bring a nice example how the JINN/IOTA-ecosystem could change the life of a average person in a positive way?

David: Picking one specific thing that will change due to JINN/IOTA is quite hard since they are both parts of a bigger picture (IoT), so the best way to think of the impact of JINN and IOTA is that they enable a more seamless IoT landscape and solve infrastructural problems that is currently unresolved. So the best way to think of IOTA and JINN is to think of them as building blocks of IoT.

Come-from-Beyond wrote, that he have worked since summer at IOTA. It’s quite a short timeframe for a completely new concept (Tangle instead of Blockchain). Do you think this short time was enough to make a stable and working software?

David: Yeah, we believe so, again due to our great team. IOTA is all about shedding excess complexity and creating a ‘pure’ transactive cryptographical token, so even though it’s completely new and novel technology, it’s less time consuming to develop than smart contractual platform or asset exchange for instance.

You have a very small team and you are working at a completely new hard- and software system. Are there times where you think with your small team and limited financial resources you doubt the success of this adventure?

David: While the software team for IOTA is very small, the hardware project include electrical engineers and professors. It’s still a relatively small team, and with this funding from the sale we will hire a couple more to speed up the development, but I don’t believe in involving more people than needed, having too many people can often be exorbitantly expensive and inefficient. As for doubt, I am always paranoid and worried about potential obstacles, but I feel that any CEO that isn’t shouldn’t be one. When you are the captain of a ship that is entering unchartered waters you must be on the lookout for potential problems and do your best to prepare for them at all times. However in the broader perspective I am very confident in my team and our overarching vision that motivated us to take this route instead of a ‘safer’ one in the first place. We are all in this to develop the best technology possible. This is our driving force, not the money.

There is no escaping the fact that we are in a true David vs Goliath situation when it comes to capital resources, but you simply can’t buy dedication and vision through sheer monetary means. This is evident by virtually all disruptive start-ups, which universally are at a disadvantage in terms of funds. We could have sought funding from traditional sources from day 1, but it would mean sacrificing a lot of influence, so given our motivation this was a no go. Eventually we will require additional capital infusion, but the goal is to be a lot further along before that happens and only team up with someone that shares our vision, rather than a random equity greedy cash cow that is looking for immediate ROI.

It was for the community a big surprise to see that BCNext invested from his Bitcoin Account in the IOTA Crowdsale after around two years of silence. Have been there any additional contact with him or was this a surprise for you as well?

I can’t really say since he wishes to remain anonymous. Personally I interpret his purchase as a symbolic gesture.

Any additional words for the German speaking community?

David: Germany has a longstanding (at least pre-VW scandal) reputation of being all about quality and thoroughness in your products, given that Germany has some of the best start-up hubs in the world, I believe that a lot of important tech for IoT will spring out from these and hope the quality and thoroughness will be a part of it. Additionally your cities are ranked among the most efficient and technologically advanced, so I hope this trend will continue in the new age of IoT and look forward to collaborating with any interested party from Germany that want to implement IOTA. So feel free to reach out!

Many thanks David – wish you the best with JINN/IOTA!



Warnung vor OneCoin

Der Strukturvertrieb hat nun auch die boomende Kryptoszene erreicht. Früher funktionierte das ja wie folgt: Ein ehemaliger Metzger oder Schreiner bekam eine zweiwöchige Schnellbleiche im Verkauf von Versicherungsprodukten. Mit dieser „Topausbildung“ wurde er dann auf die Allgemeinheit losgelassen, hatte in der Anfangszeit in seinem persönlichen Umfeld einige Verkaufserfolge (man fühlt sich ja verpflichtet beim Onkel/Vetter/Schulkamerad usw. was zu machen), um dann doch nach einigen Monaten wieder ernüchtert in den alten Beruf zurückzukehren, da der nachhaltige Verkaufserfolg, über das persönliche Umfeld hinaus, doch ausblieb. Sein BigBoss freute sich dennoch über die Provisionserträge um danach Veronika Ferres zu daten, aber das ist eine andere Geschichte…

Nun steht es mit der Versicherungsbranche nicht mehr zum Besten. Aber das „bewährte Prinzip“ lässt sich doch auf Kryptowährungen anwenden, dachte sich die findige Bulgarin Dr. Ruja Ignatova und initiierte vor zwei Jahren die OneCoin. Die selbsternannte „Kryptoqueen“, ich zitierte einige Ihr zugerechnete Attribute: „jung, appart und brilliant. Mit offenem Geist…“, schien hier auf eine Marktlücke gestossen zu sein. Google.de zeigt bereits 715’000 Suchergebnisse für OneCoin – im Vergleich, für die etablierte Peercoin gerade einmal die Hälfte davon! Es soll bereits über 600’000 Investoren für die Coin geben. Doch wie genau funktioniert OneCoin? Ich möchte hierzu meinen geschätzten Kollegen Christoph Bergmann zitieren (Bitcoinblog.de, Finanzblogaward 2015!):

„Wer sich eines der vielen Pakete, die bis zu 5.000 Euro kosten, kauft – Bezahlung nur per PayPal oder Kreditkarte – darf mitmachen. Er kann OneCoins minen, an andere OneCoiner verkaufen oder gegen Aurum tauschen. Aurum sind scheinbar mit Gold gedeckte virtuelle Münzen. Auf bitcointalk wurden sie schon oft und vor langem als Betrug bezeichnet.
Vor allem aber bekommt der Käufer eines OneCoin-Pakets eine Provision in Form von Mining-Tokens, wenn er neue OneCoiner wirbt. Je mehr Leuten man davon überzeugt, dass OneCoin der nächste Bitcoin ist, desto mehr OneCoins kann man minen.“

Das erklärt auch weshalb in den letzten Monaten unzählige deutschsprachige Webseiten zur OneCoin wie Pilze aus dem Boden geschossen sind. Die Coinhalter müssen weitere „OneCoiner“ gewinnen um über die Provisionseinnahmen ihre Investition wieder herein zu holen. Dieses Prinzip nennt sich Netzwerk-Marketing oder Multi-Level-Marketing. Zudem locken weitere Anreize:

“OneAwards incentivize the success stories. We award such as Black Diamond and Double Diamond. Being part of this exclusive cirlcle comes with awards, luxury items such as Rolex watches, Cash Bonuses, and Luxury cruise holidays. Other members will be inspired by your achievement – and realize what huge opportunities One offers.”

Es wird mit vielen Akzeptanzstellen geworben, da die OneCoiner eine MasterCard beantragen können, die selbstverständlich in vielen Geschäften angenommen wird. Nicht erwähnt wird aber, dass diese Prepaid-Masterkarte selbst mit eigenen Euros geladen werden muss – eine Aufladung mit OneCoin ist (noch) nicht möglich. Es ist also ziemlich absurd hier mit Millionen-Akzeptanzstellen für OneCoin zu werben.

Laut dem Blog BehindMLM könnte es bereits mögliche Anzeichen für einen möglichen Zusammenbruch geben:

-OneCoin wechselt die Bankverbindung öfters als manche Männer ihre Unterhosen
-Mitglieder müssen teilweise seit Monaten auf Auszahlungen warten, der Support spielt auf Zeit und beschwichtigt
-Kreditkartenzahlungen (obwohl Prepaid!) funktionieren seit November nicht mehr richtig
-Das neue Festival-Packet wird für 18’800 Euro in den Markt gedrückt (um finanzielle Löcher zu stopfen?)

Das Dilemma ist natürlich, dass ein wahrscheinliches Scheitern dieses Systems, dann wieder dazu benutzt wird, die Kryptoszene insgesamt in den Dreck zu ziehen. Und die vielen Kleininvestoren, welche nicht in der Lage waren ein Vertriebsnetzwerk aufzubauen, werden dabei wohl finanziell auf der Strecke bleiben und sind nach einer derartigen Negativerfahrung vermutlich auf absehbare Zeit für die Kryptoszene verloren. Dabei hat OneCoin nicht im Entferntesten mit einer seriösen Kryptowährung zu tun. Die Coin ist zentralisiert, Closed-Source und es gibt keinen freien Handel. Kurzum: Es ist ein Marketinginstrument welches sich als Kryptowährung tarnt. Finger weg – klare Warnung von meiner Seite!