eMunie mit Lebenszeichen

Bis zum November 2013 war die Kryptowährungswelt noch klein und simpel: Es gab Bitcoin und Litecoin und deren Klone, sowie leichte Abwandlungen davon wie Peercoin. Aber es gab ein Projekt welches große Aufmerksamkeit der Community auf sich zog, da es die erste Kryptowährung der zweiten Generation darstellte: eMunie. eMunie sollte die erste Kryptowährung der nächsten Generation werden, wurde bereits seit 2012 entwickelt und befand sich seit dem Juni 2013 in Betatests. Basierend auf Java und vielen damals neuen Features wie Alias-System und dezentraler Exchange. Gemint werden sollte über eine schnelle SSD-Festplatte, der Prozess wurde „Hatching“ genannt, das war wirklich revolutionär. Das alles ging etwas langsam voran, da Chef-Programmierer Dan Hughes aka Fuserleer die Zügel komplett selbst in der Hand haben wollte. Es gab ein kleines Fundraising mit den Betatestern, doch dann erfolgte im Herbst 2013 der erste Nackenschlag, ein Hacker konnte rund 900 Bitcoin erbeuten, da er in die eMunie-Server eindringen konnte. Das führte zu Unruhe bei den ersten Investoren, so dass der offizielle Launch verschoben wurde, da Dan Mittel beschaffen musste. Der zweite Nackenschlag erfolgte dann im November 2013, als wie aus dem Nichts mit Nxt die erste Krpytowährung der zweiten Generation auftauchte, noch dazu in Java programmiert wie eMunie. Dan versuchte das Going Public danach mit der Brechstange und scheiterte zuerst im Januar 2014 und dann im April 2014. Dazwischen viel Drama mit Anschuldigungen und Stress, welche einen an die Seifenopern der 80er Jahre wie Dallas und Denver-Clan erinnern ließ.

Mein Fazit damals: „Dan droht zu einem Nikola Tesla der Kryptowährungen zu werden: Genial, aber als Geschäftsmann nicht sonderlich erfolgreich.“

Der Launch wurde abgesagt und Dan ging bis zum September diesen Jahres auf Tauchstation – ich ging ehrlich gesagt davon aus, dass das Projekt still begraben werden würde. Nun sind Dan und eMunie überraschend wieder aufgetaucht. Die Entwicklung an eMunie und das Testen ging im kleinen Kreise weiter. In einem Interview mit newsbtc.com sprach Dan darüber, was in der Zwischenzeit passierte. Um das Projekt weiter voran treiben zu können verkaufte er sein Haus und zog in eine kleinere Wohnung. Er erklärte zudem, er wäre bereits im 1. Quartal 2015 mit eMunie soweit fertig gewesen, allerdings war er mit der BlockChain-Technologie nicht zufrieden, da die Transaktionsgeschwindigkeit nicht optimal gewesen sei. Er beschloss also weite Teile neu zu programmieren, was freilich eine weitere Verzögerung mit sich brachte. Der BlockChain wurde durch das neue „Channelled Ledger Design“ ersetzt und Dan ist überzeugt davon, dass diese Entscheidung richtig war, da eMunie nun eine ähnliche Transaktions-Geschwindigkeit wie Visa aufweisen würde, nämlich um die 2000 je Sekunde. Sich mit einer Kreditkarte messen zu können ist tatsächlich eine sehr gute Performance, das schaffen die wenigsten Coins, selbst unter optimalsten Bedingungen nicht.

Wie soll es weiter gehen? Dan erwartet bereits im 1. Quartal 2016 das Going Live, begleitet von einer großen Marketingkampagne um so auch Aufmerksamkeit außerhalb der Kryptogemeinde zu erhalten. eMunie war immer als Projekt geplant welches eine große Benutzerbasis vorsah. Auf die weiteren technischen Details werde ich vor dem geplanten Börsengang noch einmal im Detail eingehen, da es für mich noch lange nicht sicher ist, ob der dritte Anlauf klappen wird. Interessant ist auch das doppelte Déjà-vu-Erlebniss für eMunie Gründer Dan: Musste er sich vor zwei Jahren Nxt geschlagen geben, als erste Kryptowährung der zweiten Generation (noch dazu ebenfalls in Java programmiert), droht er nun auf dem Feld der Schnelligkeit vom inoffiziellen Nxt-Ableger IOTA in die Schranken verwiesen zu werden. IOTA Chef-Entwickler Come-from-Beyond meldete bereits Ansprüche auf diesen Geschwindigkeitsrekord für IOTA an… Es hat sich zudem viel verändert seit 2013, es gibt neue Giganten wie Ethereum und die Zeit arbeitet deshalb eher gegen Dan und eMunie. 2016 könnte deshalb leider zwei Jahre zu spät sein…


Advertisements