Miners Diaries: Die Hardware und der Start

Mir war von Anfang an klar, dass das klassische Mining über sogenannte Rigs, sich in der Endphase befindet. Hier ein eindrucksvolles Beispiel wie das aussehen kann. Das liegt daran, dass dieses Jahr neue Scrypt-ASIC-Miner auf den Markt kommen, welche die Vielfache Kapazität der bisher vorherrschenden Grafikkarten-Minern haben. Auch darf der grosse Stromverbrauch nicht außer acht gelassen werden, das ist nicht nur teuer, sondern auch umweltschädlich. Ich bin auch der persönlichen Überzeugung, dass klassische Altcoins, ohne echte Innovationen, immer diese hier angegebenen Zyklen durchlaufen. Auf der anderen Seite ist es natürlich auch ganz spannend schon zu Beginn dabei zu sein. Und wenn dann die neue Coin ein Cryptsy-Listing schafft, winken auch Erträge, welche die Stromkosten weit in den Schatten stellen. Da sind dann schnell ein paar dutzend Euros drin. Und man soll den Spassfaktor dabei nicht vergessen.

Zur Hardware: Ich habe mich bei der Hardware für einen Kompromiss entschieden. Keine Mining-Rigs. Da mein Laptop eh immer am Schreibtisch stand, habe ich mich für einen Tower entschieden, den ich bei CSL Computer gekauft habe. Laptops sind nämlich nicht geeignet für das Minen, die Gefahr, dass er auf Grund der Hitzeentwicklung Schaden nimmt, ist zu groß. Dazu habe ich schlicht noch einmal 200 Euro mehr für eine bessere Grafikkarte und ein besseres Netzteil investiert. Das Netzteil wird sicher bei vielen Anfängern vergessen, es muss für die Grafikkarte passen und die braucht mehr Saft als das Standardnetzteil hergibt. Ich hab jetzt ein 800 Watt Netzteil anstatt nur 450 Watt, ansonsten hätte ich Probleme bekommen, die Grafikkarte am Laufen zu halten. Die Grafikarte ist eine AMD Radeon R9 280X mit 3 GB GDDR5 Speicher. Sie gilt unter Preis/Leistungs-Gesichtspunkten immer noch als sehr gute Mining-Grafikkarte. Diese Karte wird mir auch bei der Bearbeitung von HD-Videos gute Dienste leisten, so dass es keine Gefahr gibt, irgendwann auf Elektroschrott zu sitzen. Ich konnte auf meinem Laptop meine HD-Videos nicht bearbeiten, da kommt mir die Hochleistungs-Grafikkarte genau recht. Der PC verfügt zudem über eine SSD-Festplatte, was eine eindrucksvolle Geschwindigkeit beim Hochfahren ermöglicht. Ich kann nur jedem raten, sich einen Computer mit einer SSD anzuschaffen.

Zur Mining-Software: Die R9 280X eignet sich hervorragend für das sogenannte Skrypt-Mining, also Litecoin und alle Klone davon. Profis schwören hier auf den sogenannten CGMiner. Leider waren meine Bemühungen das Config-File richtig zu programmieren, alles andere als zielführend. Ich bekam es nicht zum Laufen. Ja, lacht nur Profis… Ich entschied mich deshalb für die zweitbeste Lösung: Den GUI-Miner. Dieser hat den Nachteil, dass man nicht alle Parameter selbst bestimmen kann und so die Grafikkarte nicht 100% optimal einstellen kann. Er hat aber den Vorteil recht anfänger- und benutzerfreundlich zu sein. Zusammen mit einer „Anleitung für Dummies“ bekam ich das Mining dann tatsächlich innerhalb von wenigen Minuten zum Laufen und konnte über einen Pool minen. Ich kann diese Anleitung nur weiter empfehlen. Ich spielte noch etwas an den wenigen Einstellungen herum, die möglich sind im GUI-Miner und konnte so immerhin eine Hash Rate von rund 645 KH/s erreichen. Profis würden wohl 700+ erreichen, aber ich war mit diesem Ergebnis über den GUI-Miner sehr zufrieden. Dabei waren die Informationen im Litecointalk recht hilfreich. Ich hängte mich dann gleich einfach halber an den in der Anleitung genannten Miningpool und fing an Doge zu minen. Die Grafikkarte begann aufzudrehen und langsam aber sicher wurde es lauter und wärmer im Zimmer: Der „Mining-Pool-Tacho“ nährte sich langsam einer Hash Rate von 650 KH/s: Der Start war erfolgreich!

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